Software Softwarefehler: Der unterschätzte Kostenfaktor

Von Christian Kaiser, Fritz Metzger und Frederik Ruhm* 5 min Lesedauer

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Allein 2023 zahlten Hersteller 51 Milliarden Dollar für Garantieansprüche. Wer künftig mit OTA-Updates und schneller Fehlerbehebung reagiert, spart Kosten und gewinnt Kunden.

Nissan hat im März 2025 einen Rückruf für sein SUV-Modell Qashqai gestartet. Ein Softwarefehler könnte die Fahrzeuge in den Notlaufmodus versetzen.(Bild:  Mauritz – VCG)
Nissan hat im März 2025 einen Rückruf für sein SUV-Modell Qashqai gestartet. Ein Softwarefehler könnte die Fahrzeuge in den Notlaufmodus versetzen.
(Bild: Mauritz – VCG)

Mit der zunehmenden Bedeutung von Software-defined Vehicles (SDV) wird deutlich: Software ist längst nicht mehr nur ein Feature, sondern ein zentrales Element moderner Fahrzeuge. Insbesondere bei Verzögerungen von Produkteinführungen stehen häufig Softwareprobleme im Vordergrund. Ein Aspekt, der bisher allerdings weniger beachtet wurde, ist der Einfluss solcher Probleme auf die Garantiekosten – und genau dieser nimmt stetig zu.

In den vergangenen Jahren verzeichneten vorwiegend amerikanische und europäische Automobilkonzerne einen Anstieg ihrer Garantieaufwendungen, der neue Rekordhöhen erreichte. Teilweise mussten sogar zusätzliche Rückstellungen gebildet werden, um unerwartete Garantieansprüche abzudecken. Die durchschnittliche Anspruchsquote der Erstausrüster (Original Equipment Manufacturers, OEMs) im Jahr 2023 lag bei 1,98 Prozent, während die Rückstellungsquote 2,5 Prozent betrug. Dies deutet darauf hin, dass die Hersteller auch künftig höhere Garantiekosten erwarten.