Neuvorstellung

Peugeot 308: Ein ganz neuer Löwe

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Aufgeladene Dreizylinder

Neben der neuen Plattform treten ab kommendem Frühjahr erstmals zwei aufgeladene Varianten des erst im vergangenen Jahr neu eingeführten Dreizylinders mit 1,2 Liter Hubraum ihren Dienst an. Zu Beginn ist der e-THP-Motor in den zwei Leistungsstufen 81 kW (110 PS) und 95 kW (130 PS) verfügbar. Er greift nicht nur der Euro-6-Norm vor, die für neu typgeprüfte Aggregate ab September 2014 gilt, sondern gibt auch einen Ausblick auf die Grundzüge der Motorenstrategie von PSA: Bis etwa 100 kW kommen mittelfristig nur noch Dreizylinder zum Einsatz. Die Vierzylinder decken dann das Leistungsspektrum darüber ab. Vorläufiger Höhepunkt ist diesbezüglich der Turbobenziner in den auf der IAA gezeigten Peugeot RCZ-R und 308 R Concept, der aus 1,6 Liter Hubraum 198 kW (270 PS) schöpft; das entspricht einer spezifischen Leistung von 124 kW. Ob und wie lange PSA nach dem Ausstieg von BMW aus der Entwicklungs- und Fertigungskooperation an diesem Motor über das Jahr 2016 hinaus festhalten wird, hat der französische Automobilhersteller noch nicht öffentlich definiert.

Bemerkenswert ist jedenfalls, dass das neue start-stopp-fähige 6-Stufen-Automatikgetriebe von Aisin auf der Benzinerseite nur in Verbindung mit den aufgeladenen Dreizylindern angeboten wird. Euro-6-zertifiziert ist auch der als „BlueHDi“ bezeichnete Dieselmotor, der ebenfalls ab dem kommenden Frühjahr nachgeschoben wird. Seine Abgase durchlaufen die bordeigene Chemiefabrik aus Oxidationskatalysator, Rußpartikelfilter (FAP) und jetzt zusätzlich Selektiver Katalytischer Reduktion (SCR). Zur Auswahl stehen zwei Hubraumklassen: 1,6 Liter mit 88 kW (120 PS) und 2,0 Liter mit 110 kW (150 PS).

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Fast keine Knöpfe und Taster

Der PSA-Konzern hat sich die vierjährige Entwicklung der Baureihe T91, wie der neue 308 intern bezeichnet wird, „rund 750 Mio. Euro kosten lassen – die China-Varianten noch nicht eingerechnet“, gibt Declerck zu Protokoll. Um ihr im wettbewerbsintensiven C-Segment eine gute Ausgangsposition zu verschaffen, hat ihr der Hersteller mit einem abstandregelnden Tempomaten, Totwinkel- sowie Notbremsassistenten eine Technikausstattung spendiert, die es bislang im Peugeot-Programm noch gar nicht gegeben hat. Darüber hinaus fährt die luxuriöseste der drei Modellvarianten mit Full-LED-Scheinwerfern von Automotive Lighting vor – eine Premiere nicht nur bei Peugeot, sondern auch in dem Segment. Außerdem war noch kein Peugeot vom Start weg so gut verarbeitet. Die Materialien im Innenraum zeugen von der Strategie des Herstellers, die Marke höher zu positionieren. Punkten will der 308 auch damit, dass Cockpit und Mittelkonsole bis auf den Lautstärkeregler der Soundanlage von Knöpfen und Tastern befreit sind. Alle Funktionen werden stattdessen über einen großen, zentral angeordneten Touchscreen angesteuert. Das ist nicht in allen Fällen praktisch, soll aber dazu beitragen, den kompakten Löwen zu einer „echten Alternative im C-Segment“ zu machen, wie der Hersteller hofft.

Ab Ende 2014 auch aus China

Peugeot setzt große Hoffnungen in das neue Modell: Nur von der Limousine sollen im Stammwerk in Sochaux jährlich 250.000 Einheiten vom Band rollen – gegenüber dem Vorgänger wurde die Produktionskapazität um die Hälfte erweitert; Ende des Jahres 2014 startet die Fertigung in China. Technisch hat der 308 den Anschluss an die Klassenbesten hergestellt. Wenn er sich auch im Markt so gut schlägt, dürfte das bereitgestellte Fertigungsvolumen nicht zu hoch gegriffen sein, schließlich ist jeder dritte Neuwagen in Europa dem C-Segment zuzuordnen.

(ID:42353644)