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Neuvorstellung

Peugeot 308: Ein ganz neuer Löwe

| Autor/ Redakteur: Wilhelm Mißler / Thomas Günnel

Die Modellbezeichnung ist geblieben, darüber hinaus jedoch hat der neue Peugeot 308 mit seinem Vorgänger nichts gemein – nicht die einzige Premiere, mit der der Kompaktwagen aus Sochaux aufwarten kann.

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Nur die Modellbezeichnung 308 blieb erhalten, ansonsten hat das neue Modell keine Gemeinsamkeiten mit seinem Vorgänger.
Nur die Modellbezeichnung 308 blieb erhalten, ansonsten hat das neue Modell keine Gemeinsamkeiten mit seinem Vorgänger.
(Foto: Peugeot)

Für Peugeot war es ein gewaltiger Schritt, für alle anderen in der Branche allenfalls eine Randnotiz: Mit dem neuen Peugeot 308 gibt der Hersteller seine bisherige, oft recht verwirrende Handhabung der Modellnomenklatur auf und beugt sich den Konventionen des Markts. Künftig wird die Modellpalette numerisch in Reih und Glied aufgestellt sein. Die Fahrzeuge der Kernmodelle tragen die „8“ am Ende, die kostenoptimierten Baureihen die „1“. Deutlich mehr Relevanz kommt im Zuge der 308-Einführung freilich einer anderen Premiere zu: Mit dem Golfkonkurrenten präsentiert Peugeot erstmals ein Fahrzeug auf der Basis der völlig neuen Efficient Modular Platform 2 (EMP2). Auf dieser Grundarchitektur setzen künftig alle Modelle ab dem 308 aufwärts auf. Später wird eine EMP1 für die kleineren Modelle folgen, so dass die Zahl der Grundplattformen perspektivisch von drei auf zwei sinkt.

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Plattform mit 60 Modulen

Die neue Plattform ist anders als die bislang verwendeten drei nicht nur in Bezug auf den Radstand variabel, sondern auch in der Spurweite. „Insgesamt sind bei der EMP2 60 Module definiert“, erläutert 308-Projektleiter Laurent Declerck, darunter die Vorder- und Hinterachse mit Bremsen, die elektrische Parkbremse, die Elektrolenkung in drei Leistungsklassen, die Sitze, Klimaeinheit, Stahlteile der Bodengruppe und bedarfsgesteuerten Lufteinlassklappen im Frontmodul. Wesentliches Entwicklungsziel für das intern T91 genannte Modell war seinen Ausführungen zufolge neben der Standardisierung eine wirksame und doch kostengünstige Gewichtsreduktion. Unter dem Strich kamen bei dem Ansatz 140 Kilogramm zusammen. Nur bezogen auf die Plattform schlagen 70 Kilogramm zu Buche: 27 Kilo bringen Stoßfängerträger und Teile wie Handbremshebel aus Aluminium, ein vollständig aus Verbundwerkstoff gefertigter Reserveradboden sowie der Einsatz höher- und höchstfester Stähle; deren Anteil summiert sich auf 76 Prozent. Innovative Fertigungsprozesse wie Laserschweißen und Hydroforming bringen zehn Kilogramm. Allein 33 Kilo schreibt Declerck dem Plattformkonzept zu, indem Schnittstellen zwischen Karosserie und Motor oder Fahrwerk optimiert und vereinfacht wurden.

Heckklappe aus Kunststoff

Im Aufbau des 308 haben die Ingenieure noch einmal 70 Kilogramm identifiziert. So sind die Türverstärkungselemente aus hochfestem Stahl, was eine Gewichtseinsparung von 15 Kilo bedeutet. Die Überarbeitung der Sitzgestelle vorn und hinten brachte 14 Kilo. Ein innovatives, leichtes Material zur Schalldämmung trägt – bei unveränderten Akustikeigenschaften – neun Kilogramm bei. Zulieferer Plastic Omnium wartet zudem mit einer Innovation auf: Erstmals besteht eine Heckklappe aus einem thermoplastischen Verbundwerkstoff, der Leichtigkeit und Steifigkeit vereint und vollständig rezyklierbar ist. Lohn der Mühe: drei Kilogramm. Weitere zwölf Kilogramm gehen auf das Konto der kompakten Auslegung der Karosserie. So ist der Debütant zwei Zentimeter kürzer, fünf Zentimeter niedriger und 1,5 Zentimeter schmaler als sein Vorgänger.

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