Kreislaufwirtschaft Chemisches Recycling: BASF, Porsche und BEST schließen Pilotprojekt ab

Von Ipek Muftuler 2 min Lesedauer

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Komplexe Abfallströme aus Altfahrzeugen lassen sich durch chemisches Recycling zum Wiedereinsatz in der Schaumstoff-Herstellung für Lenkräder aufbereiten.

Gasifizierung: Wie sich Kohlenstoff in komplexen Abfallströmen im Kreislauf halten lässt – ein Pilotprojekt für die Automobilindustrie.(Bild:  BASF SE)
Gasifizierung: Wie sich Kohlenstoff in komplexen Abfallströmen im Kreislauf halten lässt – ein Pilotprojekt für die Automobilindustrie.
(Bild: BASF SE)

Die Porsche AG und die BASF SE haben in Zusammenarbeit mit dem Technologiepartner BEST - Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH ein Pilotprojekt zum Recycling von gemischten Abfällen aus Altfahrzeugen erfolgreich abgeschlossen. Das Pilotprojekt demonstriert die Recyclingfähigkeit von Hochleistungskunststoffen aus Automobil Schredder Rückständen (ASR) zusammen mit nachwachsenden Rohstoffen. Diese Mischung aus Kunststoff, Folie, Lack und Schaumstoffresten ist so komplex, dass sie aktuell nur thermisch verwertet werden kann. Das Pilotprojekt zeigt, dass sich diese Automobilabfälle mittels der Gasifizierung, einer speziellen Art des chemischen Recyclings, jedoch stofflich nutzen und in den Automobilkreislauf zurückführen lassen. Im Rahmen des Projekts wurde das chemisch recycelte Material im Herstellungsprozess für Lenkräder verwendet.

„Über derartige Pilotprojekte können wir bewerten, wie wir die Kreislaufwirtschaft bei Porsche weiterentwickeln und chemisches Recycling langfristig in unserer Strategie integrieren können,“ sagt Robert Kallenberg, Leiter Nachhaltigkeit der Porsche AG. „Wir testen mit unseren direkten Partnern gezielt neue Recyclingtechnologien, um Rezyklatquoten zu erhöhen, Zugang zu bisher nicht nutzbaren Rezyklatquellen zu erhalten und neue Verfahren für Abfallströme zu bewerten, die derzeit thermisch verwertet werden.“

Erste vollständig nicht-fossile Gasifizierung

Bei dem Projekt konnte erstmals ein Abfallstrom, der nur aus Automobilabfällen und Biomasse bestand, in einem Gasifizierungsprozess für die Kunststoffproduktion recycelt werden. Der dabei entstehende recycelte Rohstoff – das sogenannte Synthesegas und seine Derivate – ersetzte die fossilen Rohstoffe in der integrierten Wertschöpfungskette von BASF. Innerhalb ihres Produktionsnetzwerks stellt BASF dann die für das Lenkrad benötigte Polyurethan-Rezeptur nach einem Massenbilanzansatz her. Gasifizierungstechnologie nun zusammen mit BASF und Porsche erstmals dazu genutzt, komplexe Kunststoffabfallströme in synthetisches Rohöl, sogenannte Syncrude, zu verwandeln“, erläutert Matthias Kuba, Area Manager Syngas Platform Technologies bei BEST. „Diese Form des chemischen Recyclings hat großes Potenzial zur Umwandlung komplexer, gemischter Abfallströme in neue, wertvolle Rohstoffe. Dadurch stellt sie eine sinnvolle Alternative zur Verbrennung von Abfällen dar.“

Wir sind überzeugt, dass ergänzende Technologien wie das chemische Recycling, zu dem Pyrolyse, Depolymerisation und Gasifizierung gehören, notwendig sind, um die Kreislaufwirtschaft weiter zu fördern und den Kunststoffabfall zu verringern, der heute noch auf Deponien landet oder verbrannt wird“, ergänzt Martin Jung, Leiter des Unternehmensbereichs BASF Performance Materials.

Durch die hohe Qualität der eingespeisten neuen Rohstoffe haben die entstehenden Produkte Neuware-Qualität und erfüllen die hohen Anforderungen von Hochleistungskunstoffen, wie sie vor allem für sicherheitsrelevante Automobilbauteile benötigt werden.

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