Der Nutzfahrzeughersteller Renault Trucks hat seine elektrisch angetriebene Modellpalette vorgestellt. Sie reicht vom leichten Transporter bis zum 44-Tonner; und sogar ein Lastenrad ist dabei.
Renault Trucks hat seine gesamte Modellpalette elektrifiziert.
(Bild: Renault Trucks)
Renault Trucks hat nach eigenen Angaben als erster und bislang einziger europäischer Nutzfahrzeughersteller seine gesamte Modellpalette elektrifiziert. Sie reicht von leichten Nutzfahrzeugen bis zum schweren Lkw. Konkret sind das:
der E-Tech Trafic mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,07 Tonnen, bis zu 1,6 Tonnen Nutzlast und 920 Kilogramm Anhängelast
der E-Tech Master mit einem Gesamtgewicht von bis zu vier Tonnen, 1,6 Tonnen Nutzlast und einer Anhängelast bei gebremstem Anhänger von 2,5 Tonnen.
der E-Tech D mit einem Gesamtgewicht von 16, 18 oder 26 Tonnen mit Aufbau als Koffer oder Entsorgungsfahrzeug
der E-Tech C und T mit einem Bruttogewicht von 26 Tonnen und einem Gesamtgewicht von 44 Tonnen für den regionalen Verteiler- und Bauverkehr
E-Transporter bis vier Tonnen
Die Reichweite variiert bei den Transportern zwischen 297 Kilometern beim Trafic und bis zu 410 Kilometern im Master. Laden lässt sich der Trafic mit maximal 50 Kilowatt DC und 22 Kilowatt AC, der Master mit 130 Kilowatt DC. Die Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt-Akkus fassen 52 Kilowattstunden im Trafic und 42 oder 87 Kilowattstunden im Master. Die Elektromotoren der Modelle leisten 90 Kilowatt im Trafic und 105 Kilowatt im neuen Master.
Elektrische Lkw für regionale Aufgaben
Die Modelle des E-Tech D fahren mit einer Akkuladung zwischen 160 Kilometern und bis zu 450 Kilometern. Mit Akku-Kapazitäten der Lithium-Nickel-Cobalt-Aluminium-Akkus zwischen 200 kWh und 565 kWh fahren sie je nach Aufbauart zwischen 160 Kilometern und 450 Kilometern. Die maximale Ladeleistung liegt bei 150 kW DC und 43 kW AC.
Die Dauerleistung des E-Motors im E-Tech D mit 16 Tonnen beträgt 130 Kilowatt, die Maximalleistung 185 kW. Die Modelle mit 18 und 26 Tonnen fahren mit einer Dauerleistung von 260 kW und einer Maximalleistung von 370 Kilowatt.
Schwere E-Trucks für den Verteilerverkehr
In die Modelle E-Tech C und T baut Renault Trucks ebenfalls Lithium-Nickel-Cobalt-Aluminium-Akkus. Sie fassen 360 kWh und 540 kWh. Maximal 250 Kilowatt DC und 43 Kilowatt AC sind beim Laden möglich. Die Reichweiten liegen beim Modell „C“ bei bis zu 250 Kilometern, mit einer Stunde Zwischenladen mit 250 kW bei bis zu 400 Kilometern. Der E-Tech T schafft laut Renault Trucks rund 300 Kilometer, mit ebenfalls einer Stunde Zwischenladen bis zu 500 Kilometer.
Angetrieben werden die Modelle abhängig vom Aufbau von zwei oder drei Elektromotoren: zwei im Standard-Lkw, drei in der Sattelzugmaschine. Die Motoren leisten in der kleinen Konfiguration maximal 330 Kilowatt, in der Konfiguration mit drei E-Maschinen 490 Kilowatt.
Die schweren Lkw der T- und C-Reihe fertigt Renault Trucks seit November 2023 in seinem Werk im französischen Bourg-en-Bresse, nordöstlich von Lyon.
Technik von Volvo, Batterien von Samsung
Für die Technik in den Fahrzeugen und die Infrastruktur greift Renault Trucks auf das Mutterunternehmen Volvo zu, und auf externe Partner. Die Batteriezellen und Batteriemodule bezieht der Nutzfahrzeughersteller von Samsung.
Für die Ladeinfrastruktur nutzt Renault Trucks das Joint Venture Milence. Hier arbeiten Daimler Truck, Traton und Volvo an einer Ladeinfrastruktur für batterieelektrische schwere Lkw. Außerdem gibt es eine Zusammenarbeit mit Cellcentric, in dem Daimler Truck und Volvo Brennstoffzellensysteme für Fernverkehrs-Lkw entwickeln. Bis zum Jahr 2023 will Renault Trucks alle verkauften Lkw elektrisch oder CO2-neutral betreiben.
Welcher Akku für welche Routen?
Wie andere Hersteller auch, bietet das Unternehmen für seine Kunden die Analyse von Routen und eine entsprechende Beratung zu den elektrischen Modellen und der Ladeinfrastruktur an. Dabei geht es zum Beispiel um die Anzahl der Fahrzeuge oder die Größe der eingesetzten Akkus. Was im Pkw sprichwörtlich nicht ins Gewicht fällt ist beim Nutzfahrzeug eine entscheidende Größe: das Gewicht des Akkus und die daraus resultierende Nutzlast.
Dennoch muss ein größerer und damit schwererer Akku nicht nachteilig sein. Zwar reduziert er die verfügbare Nutzlast des Fahrzeugs. Der Akku kann aber unter Umständen mit höherer Ladeleistung geladen werden. Die so gesparte Zeit kann die geringere Nutzlast ausgleichen, weil das Fahrzeug mehr Touren fahren kann.
Für E-Tech D, C und T– also die Modelle oberhalb der leichten Transporter – garantiert Renault Trucks 80 Prozent der Netto-Batteriekapazität über eine Laufzeit von zehn Jahren.
Gebrauchte Fahrzeuge aufarbeiten
Nach drei bis vier Nutzungsjahren können Fahrzeuge des Herstellers im Programm „Restart“ aufgearbeitet werden. Das bedeutet: Renault Trucks generalüberholt die Fahrzeuge und aktualisiert ihre Software. Anschließend können die Besitzer die Lkw weitere drei Jahre nutzen.
Kleinstes Nutzfahrzeug ist ein Cargobike
Die Firmierung Renault Trucks lässt es eher nicht vermuten, das kleinste Nutzfahrzeug des Herstellers ist ein elektrisch angetriebenes Cargobike. Das Konzept stammt von Kleuster, einem in Lyon ansässigen Hersteller von Lastenrädern. Renault Trucks montiert das „Freegônes“ in seinem Werk in Vénissieux im Großraum Lyon und vertreibt es europaweit.
Stand: 08.12.2025
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Das elektrisch angetriebene Lastenrad montiert Renault Trucks selbst, es stammt vom Anbieter Kleuster.
(Bild: Renault Trucks)
Das Lastenrad fährt bis zu 80 Kilometer weit. Das Gestellt nimmt fünf Module auf: Trockenbox, Kühlbox, Lebensmittelservice, Flachbehälter und Müllcontainer, jeweils mit spezifischen Merkmalen. Das heißt: Die Trockenbox kann bis zu 350 Kilogramm Last aufnehmen. Die Kühlbox hat eine sogenannte ATP-Zulassung für leicht verderbliche Lebensmittel. Die mögliche Temperatur liegt zwischen -25 Grad Celsius und +4 Grad Celsius. Der Müllcontainer lässt sich laut Renault Trucks in weniger als 20 Sekunden automatisch in einen Kipper oder Container entladen.