Automarkt Deutschland VDA senkt die Elektro-Erwartungen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die schwache E-Auto-Nachfrage ist unübersehbar, nun passt die Industrie erneut ihre Prognose an – nach unten. Im Gesamtjahr droht in Deutschland ein Rückgang der E-Zulassungen um mehr als ein Viertel.

Leere Ladestationen: Die E-Auto-Zulassungen bleiben weit hinter den Zielen zurück, der VDA senkt jetzt die Prognose.(Bild:  Aral)
Leere Ladestationen: Die E-Auto-Zulassungen bleiben weit hinter den Zielen zurück, der VDA senkt jetzt die Prognose.
(Bild: Aral)

Wegen der schwachen Nachfrage nach Elektroautos schraubt die Branche ihre Prognose für 2024 weiter nach unten. Man rechne nur noch mit einem Jahresabsatz von 372.000 reinen Batteriefahrzeugen, 29 Prozent weniger als im Vorjahr, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Freitag (4.10.) mit. Bisher war der Branchenverband von einem etwas moderateren Rückgang um 25 Prozent auf 393.000 neue E-Autos ausgegangen.

In den ersten neun Monaten wurden in Deutschland den Angaben zufolge nur 276.000 reine Batteriefahrzeuge abgesetzt, 29 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Grund sei vor allem der Wegfall der E-Auto-Förderung im vergangenen Jahr, so der VDA. Damit entfielen im bisherigen Jahresverlauf 13 Prozent aller Neuzulassungen auf Elektroautos. Im September lag der Anteil mit 16 Prozent allerdings leicht über dem Jahresdurchschnitt.

Produktion und Export sinken

Auch insgesamt wurden in Deutschland in den ersten neun Monaten weniger Autos gebaut als im Vorjahreszeitraum. Mit rund 3,11 Millionen Fahrzeugen lag die Pkw-Produktion ein Prozent unter Vorjahresniveau. Das seien sogar 13 Prozent weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019.

Etwas besser entwickelte sich der Export. In den ersten neun Monaten wurden 2,42 Millionen Pkw aus deutscher Produktion ins Ausland verkauft, drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das seien aber nach wie vor fast zehn Prozent weniger als im Vorkrisenniveau 2019.

Im September gingen die Bestellungen aus dem Ausland gegenüber dem Vorjahresmonat um sechs Prozent zurück, während die Inlandsnachfrage um 19 Prozent anzog. Das konnte das schwache Auslandsgeschäft aber nicht ausgleichen. Insgesamt gingen zwei Prozent weniger Bestellungen ein als im gleichen Zeitraum 2023. Im ersten Halbjahr hatte es hier noch ein leichtes Plus gegeben.

Ifo-Geschäftsklimaindex verbessert sich

Trotz der schlechten Lage scheint sich die Stimmung in der deutschen Autoindustrie zu stabilisieren. Nach einem kräftigen Absturz im Sommer verbesserte sich der Geschäftsklimaindex im September um 1,3 Punkte, wie das Ifo-Institut mitteilte. Der aktuelle Stand des Indikators ist mit minus 23 allerdings immer noch sehr schlecht. „Die Autoindustrie konnte damit den Sturzflug des vorherigen Monats aufhalten. Es wäre allerdings zu früh, Entwarnung zu geben“, sagt Ifo-Expertin Anita Wölfl.

Die aktuelle Verbesserung geht auf die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate zurück. Offenbar erwarten weniger Betriebe eine weitere Verschlechterung ihrer Lage. Der zugehörige Teilindikator verbesserte sich auf sehr niedrigem Niveau von minus 39,6 auf minus 32,4 Punkte. Die aktuelle Situation wird allerdings erneut negativer beschrieben. Dieser Teilindikator sackte um 7,5 auf minus 13 Punkte ab.

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