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Erfolgreich etablierte Standards
Als Erfolge auf dem Weg zum Massenmarkt sehen die Verantwortlichen von RWE Effizienz auch den europaweit einheitlichen Typ-2-Stecker sowie die ISO/IEC-Norm 15118, die einen internationalen Standard für die bidirektionale Kommunikation zwischen Auto und Ladesäule definiert. Er ist, so Marcus Groll, eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Elektroautos netzverträglich laden und dass Ökostrom für die Mobilität genutzt werden kann. An den eigenen Ladepunkten bietet RWE bereits zu 100 Prozent Ökostrom an.

Smart Charging: Hoher Aufwand für IT
Nicht unterschätzen darf man den Aufwand, den der Aufbau einer entsprechenden IT-Infrastruktur erfordert. In der Dortmunder Zentrale von RWE Effizienz kann man den aktuellen Betriebszustand jeder RWE-Ladesäule in Europa einsehen. Der Fahrer eines E-Fahrzeugs findet per Smartphone-App eine freie Ladestation in der Nähe. Ab nächstem Jahr wird das Laden zuhause dann preisoptimiert stattfinden: Wenn der Fahrer die für den nächsten Tag geplante Abfahrtszeit eingibt, weiß der Rechner, wie viel Strom bis wann über Nacht geladen werden muss, und kann dafür die Zeit mit dem höchsten Ökostromangebot im Netz und den niedrigsten Kosten wählen. Solche „Smart Charging“-Ladevorgänge optimieren die Netzauslastung und senken aus Kundensicht nochmals die Betriebskosten von Elektrofahrzeugen.
„eRoaming“ noch in diesem jahr
Noch in diesem Jahr kann der Besitzer eines E-Mobils zudem vom „eRoaming“ profitieren. Denn in der Hubject GmbH haben sich die sechs Gesellschafter BMW, Bosch, Daimler, EnBW, RWE und Siemens zusammengeschlossen, um ein anbieterübergreifendes Laden von Elektrofahrzeugen an öffentlichen Ladestationen zu ermöglichen – siehe „Ergänzendes zum Thema“. Während der internationalen Regierungskonferenz Elektromobilität am 27. Mai stellte Hubject in Berlin die eRoaming-Plattform „intercharge“ vor. Der Anwender meldet sich per Smartphone und QR-Code an der Ladesäule auch von Fremdanbietern an und kann ohne weitere Formalitäten sein Fahrzeug aufladen. Die Plattform wird zunächst in Deutschland starten, weitere europäische Länder folgen.
Impulse sind erwünscht
Optimistisch stimmen aus Sicht von RWE Effizienz auch einige Langfristtrends. So leben immer mehr Menschen in den Metropolen, wo sich Elektromobilität eher durchsetzen wird als in ländlichen Regionen. In Berlin gibt es erste Carsharing-Konzepte mit Elektrofahrzeugen, und gleich mehrere aktuelle Studien rechnen für die nächsten Jahre mit einer deutlichen Preisdegression bei Lithium-Ionen-Batterien. Dennoch heißt das nicht, dass die Elektromobilitätsexperten von RWE vollauf zufrieden mit der Entwicklung sind. Die Verantwortlichen hüten sich sichtlich, Forderungen zu stellen. Sie geben aber zu bedenken, dass weitere Impulse erforderlich sind, um die Autofahrer zum Umstieg auf die Elektromobilität zu bewegen.
Anreize schaffen
Ein Blick zu den Nachbarn zeigt, was möglich ist: Die Anreize reichen hier von der Technologieförderung über Steuervorteile für elektrische Dienstwagen, Mitsprache beim Aufstellen von öffentlicher Ladeinfrastruktur bis hin zu freiem Parken in Innenstädten. Dass solche Anreize greifen, zeigen die Verkaufszahlen. So stand in Norwegen im April 2013 der Nissan Leaf direkt hinter dem VW Golf auf Platz 2 der Zulassungsstatistik, nachdem das Land die Mehrwert- und die Neuwagensteuer für Elektrofahrzeuge abgeschafft hat.
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