Bilanz Schaeffler legt Halbjahreszahlen vor

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Autozulieferer Schaeffler hat die Zahlen für das erste Halbjahr 2024 vorgelegt. E-Autos bleiben laut Vorstandschef Klaus Rosenfeld ein Wachstumsgeschäft.

Schaeffler hat die Halbjahreszahlen für das erste Halbjahr 2024 vorgelegt.(Bild:  Schaeffler)
Schaeffler hat die Halbjahreszahlen für das erste Halbjahr 2024 vorgelegt.
(Bild: Schaeffler)

Die Krise der Autoindustrie zieht auch den Zulieferer Schaeffler in Mitleidenschaft. Das Unternehmen aus dem fränkischen Herzogenaurach mit seinen weltweit knapp 84.000 Beschäftigten meldete für das erste Halbjahr nur ein geringes Umsatzwachstum von 0,8 Prozent auf knapp 8,3 Milliarden Euro. Das zweite Quartal lief dabei besser als das erste. Der Nettogewinn ging leicht um ein Prozent auf gut 260 Millionen Euro zurück.

„In dem sicherlich herausfordernden Umfeld haben wir uns im zweiten Quartal gut geschlagen“, sagte Vorstandschef Klaus Rosenfeld. Wesentliche Eckdaten hatte Schaeffler bereits vor rund zwei Wochen vorgelegt und dabei auch seine Ergebnisprognose gesenkt. Zum 1. Oktober will Schaeffler den vorher zu Continental gehörenden Zulieferer Vitesco voll integrieren. Das vergrößerte Unternehmen soll mit dann 120.000 Beschäftigten zu den zehn weltgrößten Zulieferern gehören.

Kein Interesse an Automotive-Sparte von Conti

An der Übernahme der Autozuliefersparte von Continental hat Schaeffler aber derzeit kein Interesse. „Wir haben derzeit komplett andere Prioritäten“, sagte Rosenfeld dem Handelsblatt mit Blick auf die Integration von Vitesco. Die Eigentümerfamilie Schaeffler hält über Beteiligungsholdings 46 Prozent am Hannoveraner Conti-Konzern. Dieser hatte am 5. August überraschend angekündigt, sich vom Geschäftsbereich der Autozulieferung über einen reinen Spin-Off an der Börse trennen zu wollen.

Schaeffler hat bisher drei Sparten, von denen die kleinste aktuell am besten läuft: Der Umsatz im Geschäft mit Ersatzteilen und Service legte um 16 Prozent zu. Nach Interpretation des Schaeffler-Chefs hängt dies mit den derzeit mauen Absatzzahlen von Neuwagen zusammen. „Das Aftermarket-Geschäft hat mit 228 Millionen Ergebnis im ersten Halbjahr mehr verdient als unsere anderen Sparten“, sagte Rosenfeld der Deutschen Presse-Agentur. „In einer Situation, in der die Konsumenten eher Autos reparieren, als Autos zu kaufen, hilft uns das.“

Markt für E-Fahrzeuge wächst

Zur ungleich größeren Sparte „Automotive Systems“ gehören unter anderem Getriebe, Fahrwerksysteme und Komponenten für Elektromotoren. Die Umsätze legten um 0,7 Prozent auf über 3,5 Milliarden Euro zu. Rosenfeld geht davon aus, dass E-Autos trotz des derzeit schwachen Markts ein Wachstumsgeschäft bleiben: „Wir haben Aufträge für dreieinhalb Milliarden hereingeholt, davon 2,1 Milliarden aus der E-Mobilität. Das Geschäft ist trotz Gegenwinds noch gewachsen, zum Teil stärker als der Markt.“

Nach der Fusion mit Vitesco sollen die Produkte für E-Fahrzeuge eine eigene neue Sparte werden, sodass Schaeffler dann vier statt drei Bereiche haben wird. Die Integration von Vitesco laufe „besser als erwartet“. Schlechter als erhofft entwickelte sich jedoch mit einem um fünf Prozent auf 3,3 Milliarden Euro gesunkenen Umsatz das Industriegeschäft.

Dazu gehören unter anderem Kugellager und Mechatronik. Rosenfeld sprach von einer „Enttäuschung“. „Die Marge war im ersten Halbjahr lediglich 5,5 Prozent. Die Marge der Sparte sollte eigentlich zweistellig sein und muss auch wieder dahin“, sagte Rosenfeld. (thg)

(ID:50123626)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung