Ford und Firestone Scheidung nach 100 Jahren
Weitgehend unbemerkt endete jetzt die Geschäftsbeziehung zwischen Ford und Firestone.
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Weitgehend unbemerkt endete jetzt nach 97 Jahren die Geschäftsbeziehung zwischen Ford und Firestone. Am 31. März schickte der Reifenhersteller die letzten Reifen von seinem Werk im US-Bundesstaat Oklahoma an eine Ford-Produktionsstätte in Kansas.
Einen Tag später schickte Bridgestone/Firestone-Verkaufsmanager John Beer eine nüchterne Notiz an die Kollegen der Ford-Verkaufsabteilung: "Die gestrige Lieferung markiert das Ende der Geschäftsbeziehung zwischen Ford und Brigestone/Firestone in den USA und Kanada. Daher stellte ich nun fest, dass heute, am 1. April 2003, der seit 97 Jahren erste Tag ist, an dem wir keine Geschäfte miteinander machen!"
Ende für immer? Never say never again!
Der Anfang vom Ende der Geschäftsbeziehungen zwischen Ford und dem mittlerweile zur japanischen Bridgestone-Gruppe gehörenden Reifenhersteller datiert jedoch schon auf einen Zeitpunkt vor fast zwei Jahren. Im Skandal um Sicherheits-Mängel beim Ford Explorer hatten sich beide Unternehmen gegenseitig beschuldigt, verantwortlich für 271 Todesfälle zu sein. Firestone kündigte daraufhin für Nordamerika die Verträge mit Ford - lieferte jedoch für einige Modelle noch bis zum 31.03.2003 Pneus aus.
Nun ist also Schluss, jedenfalls vorläufig. Firestone-Pressesprecherin Christine Karbowiak wollte jedoch nicht ausschließen, dass beide Unternehmen schon bald wieder Geschäfte miteinander machen: "Man soll ja bekanntlich niemals nie sagen. Es gibt Gespräche auf unterschiedlichen Ebenen, es ist allerdings sehr schwer, die Zukunft vorauszusagen. Aber Beziehungen verlaufen schließlich meist zyklisch!"