Autonomes Fahren Schlafende Fahrer brauchen eine Minute zum Handeln

Von sp-x, gr 2 min Lesedauer

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Nach dem Aufwachen sind noch 60 Sekunden nötig, um wirklich handlungsfähig zu werden. Dieses Kernergebnis liefert das Forschungsprojekt RUMBA.

Lesen, Spielen, Daddeln oder auch Schlafen – automatisiert fahrende Autos sollen das alles möglich machen. Speziell schlafende Autofahrer benötigen aber lange, bis sie am Steuer wieder handlungsfähig sind.(Bild:  Volvo)
Lesen, Spielen, Daddeln oder auch Schlafen – automatisiert fahrende Autos sollen das alles möglich machen. Speziell schlafende Autofahrer benötigen aber lange, bis sie am Steuer wieder handlungsfähig sind.
(Bild: Volvo)

Eine der verlockendsten Vorstellungen vom autonomen Fahren ist wohl die Möglichkeit, während der Fahrt schlafen zu können, weil der Computer das Lenken übernimmt. Das Problem ist allerdings die Frage der Haftung im Falle eines Unfalls. Schlafen ist vorerst nicht drin, denn selbst das weitgehend automatisierte Fahren setzt voraus, dass der Fahrer im Notfall das Steuer wieder übernommen können muss.

Und das ist für Schlafende nicht einfach, wie neue Studienergebnisse zeigen. Wer im vollautomatisierten Auto schläft, ist erst 60 Sekunden nach dem Aufwachen wieder in der Lage, das Steuer zu übernehmen. Dieses Kernergebnis liefert das Forschungsprojekts RUMBA, das die Innenraumgestaltung im Roboterauto der Zukunft untersucht hat (Realisierung einer positiven User Experience mittels benutzerfreundlicher Ausgestaltung des Innenraums für automatisierte Fahrfunktion). Beteiligt waren unter anderem Experten von Bosch, Audi und MAN.

Den Erkenntnissen zufolge muss das Fahrzeug den Nutzer möglichst frühzeitig wecken, damit Zeit zum Orientieren bleibt. Ansonsten drohen Defizite in der Fahrleistung und eine Verschlechterung des subjektiven Empfindens. Berücksichtigt wurden keine Notsituationen, sondern reguläre Übergabevorgänge, etwa wenn das autonom fahrende Auto sich einem Streckenabschnitt nähert, auf dem der Mensch das Steuer übernehmen muss oder will.

Notsituationen sind natürlich noch weitaus problematischer, wie jüngst wieder ein Unfall mit einem autonom fahrenden Tesla in den USA zeigte. Dort war der Fahrer mutmaßlich mit dem eingeschalteten Fahrerassistenzsystem „Autopilot“ unterwegs. Während der Fahrer auf sein Handy schaute, kam es zum Crash mit einem Motorradfahrer, der dabei tödlich verunglückte. Der Fahrer hatte laut einem Pressebericht zugegeben, nicht auf den Straßenverkehr geachtet zu haben. Der Autobauer betont immer wieder, das Fahrassistenzsystem entbinde den Fahrer nicht von der Pflicht, während der Fahrt den Verkehr im Blick zu behalten.

Potenzial und Grenzen des autonomen Fahrens

Im Rahmen des dreieinhalb Jahre dauernden Projekts beschäftigten sich die Entwickler und Designer auch mit der Frage, welche Art Steuer sich am besten für zeitweise autonom fahrende Autos eignet, oder wie sich Reiseübelkeit vermeiden lässt. Auch an der Lkw-Fahrerkabine der Zukunft wurde geforscht. Insgesamt sehen die Experten im autonomen Fahren großes Potenzial. Alles gehe aber nicht: Aus Gründen der Unfallsicherheit und wegen des begrenzten Platzangebots stellten beispielsweise Sitze, die sich während der Fahrt drehen lassen, selbst in großen Fahrzeugen auch in Zukunft eine Herausforderung dar.

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