Zulieferer Strategischer Investor übernimmt Fischer Oberflächentechnologie

Von Lina Demmel 2 min Lesedauer

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Ein Investor aus der Schweiz übernimmt den insolventen Automobilzulieferer Fischer Oberflächentechnologie. Alle aktuell Beschäftigten bleiben an Bord.

Der Automobilzulieferer Fischer Oberflächentechnologie mit Sitz in Katzenelnbogen wird sich nach der Übernahme in Zukunft DKS Surface GmbH nennen.(Bild:  Fischer Oberflächentechnologie)
Der Automobilzulieferer Fischer Oberflächentechnologie mit Sitz in Katzenelnbogen wird sich nach der Übernahme in Zukunft DKS Surface GmbH nennen.
(Bild: Fischer Oberflächentechnologie)

Gute Nachrichten für die Belegschaft des Automobilzulieferers Fischer Oberflächentechnologie mit Sitz in Katzenelnbogen im Rhein-Lahn-Kreis. Im Rahmen eines erfolgreichen Investorenprozesses ist es Insolvenzverwalter Jens Lieser von Lieser Rechtsanwälte aus Koblenz laut Mitteilung gelungen, einen Übernehmer zu finden. Der strategische Investor kommt aus der Schweiz und möchte namentlich nicht genannt werden. Der Käufer hat für den Erwerb eine neue Tochtergesellschaft gegründet, die den Zulieferer künftig unter dem Namen DKS Surface GmbH fortführen wird. Dessen Sitz verbleibt in Katzenelnbogen.

Der Investor ist auf den Erwerb und die Entwicklung von mittelständischen Fertigungs- und Dienstleistungsunternehmen, insbesondere für die Kunststoffverarbeitung im gewerblichen und industriellen Bereich spezialisiert, heißt es weiter in der Mitteilung. Bereits zuvor hatte er weitere Unternehmen aus der Kunststoffverarbeitungsindustrie übernommen. Mit Fischer Oberflächentechnologie will er seine Marktposition in dieser Sparte weiter ausbauen. Der Gläubigerausschuss habe den Kaufvertrag in seiner Sitzung am 20.03.2024 genehmigt. Über den Kaufpreis haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart. Der Kaufvertrag wurde zum 01.04.2024 wirksam.

Fortführung wichtig für die Region

Im Zuge der übertragenden Sanierung wird sowohl der Hauptsitz in Katzenelnbogen sowie der Standort in Seelbach vollumfänglich fortgeführt. Alle aktuell Beschäftigten werden übernommen. Der Insolvenzverwalter und die Geschäftsführung haben die Belegschaft auf einer Betriebsversammlung entsprechend informiert. „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, trotz eines schwierigen Marktumfeldes eine tragfähige und nachhaltige Zukunftslösung für das Unternehmen gefunden zu haben“, sagt Jens Lieser. Der Erhalt von vielen Arbeitsplätzen und die Fortführung des Zulieferers in einer strukturschwachen Region sei für die Menschen vor Ort entscheidend.

Fischer Oberflächentechnologie ist in der Branche als Anbieter für hochwertige Produkte im Chromdesign bekannt und verfügt über eine langjährige Erfahrung und Expertise. Der Investor erhofft sich durch den Erwerb die Möglichkeit, erhebliche Synergien am Markt zu erzielen. Durch die Bündelung von Know-how aus der gesamten Gruppe sollen sich Vorteile und Perspektiven für ein nachhaltiges strategisches Wachstum ergeben.

Gründe für die Insolvenz

Die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Rohstoffpreise etwa für Kupfer, Nickel und Palladium hatten Fischer Oberflächentechnologie große Probleme bereitet, da die Preissteigerungen beim Einkauf der Rohstoffe nicht in Gänze an die Kunden weitergereicht werden konnten. Als im Februar 2022 der Ukraine-Krieg ausbrach und in Folge dessen in kurzer Zeit die Energiepreise um ein Vielfaches in die Höhe schnellten, traf dies den Zulieferer besonders empfindlich. Als produzierendes Unternehmen mit hohem Energiebedarf bei der Erstellung von Kunststoffteilen im Spritzgussverfahren und bei der Galvanisierung erwiesen sich die Mehrkosten beim Energiebedarf als erhebliche finanzielle Last. Somit geriet Fischer in die Verlustzone und musste schließlich beim zuständigen Amtsgericht Montabaur Insolvenz anmelden.

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