E-Mobilität Chipfabrik von Wolfspeed im Saarland verschiebt sich

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Für das saarländische Ensdorf plant Wolfspeed die weltgrößte Fabrik für Siliziumkarbid-ICs, unter Minderheitenbeteiligung des Zulieferers ZF. Der Baubeginn verschiebt sich laut „Reuters“ auf frühestens 2025.

Die SiC-Fab von Wolfspeed sollte sich den ursprünglichen Plänen zufolge bereits im Bau befinden - bislang steht aber die Finanzierung noch auf tönernen Füßen.(Bild:  Wolfspeed)
Die SiC-Fab von Wolfspeed sollte sich den ursprünglichen Plänen zufolge bereits im Bau befinden - bislang steht aber die Finanzierung noch auf tönernen Füßen.
(Bild: Wolfspeed)

Aktuellen Berichten der Nachrichtenagentur Reuters zufolge verschieben sich die Pläne für die Errichtung der Wolfspeed-Fabrik für Siliziumkarbid-ICs in Ensdorf im Saarland. Der Baubeginn hätte nach der Ankündigung Anfang 2023 so früh wie möglich beginnen sollen. Passiert ist bislang nichts. Die Fab, die auf dem Gelände des stillgelegten Ensdorfers Kraftwerks errichtet werden soll, hat ohnehin noch keinen Platz.

Denn noch steht das Kohlekraftwerk. Wie der saarländische Rundfunk im Mai 2024 festhielt, sollen der 120 Meter hohe Kühlturm, die zwei Schornsteine (150 und 180 Meter hoch) und eine Entstickungsanlage am 30. Juni 2024 gesprengt werden. Man wolle das auch im Livestream übertragen.

Schwierigkeiten bei der Finanzierung

Ein Grund für die Verzögerung sollen Schwierigkeiten bei der Finanzierung sein. Die EU hat die Finanzierung im Rahmen des IPCEI (Important Projects of Common European Interest) bisher nicht endgültig genehmigt, was den Fortschritt der Pläne von Wolfspeed und ZF behindert. ZF würde mit einer Minderheitsbeteiligung am Werk involviert sein, und könnte obendrein Arbeitskräfte aus der Region stellen.

Bei Wolfspeed hingegen sollen einem Medienbericht zufolge die Verantwortlichen unter Druck eines Geldgebers geraten sein, der das Bauvorhaben im Saarland hinterfrage. Ein Sprecher von Wolfspeed hat gegenüber Reuters erwähnt, dass die Pläne für das Werk nicht aufgegeben worden seien. „Das geplante Werk im Saarland, in dem Computerchips für Elektroautos hergestellt werden sollten, wurde nicht ganz aufgegeben, das Unternehmen bemüht sich weiterhin um eine Finanzierung“, sagte ein Sprecher. Da Wolfspeed mit Sitz in North Carolina nach der Schwäche des europäischen und amerikanischen Marktes für Elektroautos seine Investitionen gekürzt hat, konzentriert sich das Unternehmen nun auf den Ausbau der Produktion in New York, so der Sprecher weiter. Das Unternehmen werde mit dem Bau in Deutschland frühestens Mitte 2025 beginnen, zwei Jahre später als ursprünglich geplant.

Noch zu viel Konkurrenz und Zurückhaltung?

Wolfspeed ist nicht das einzige Unternehmen, das Produktionskapazitäten für SiC-Chips im europäischen Raum aufbauen möchte. Kürzlich wurde der SiC-Campus von ST Microelectronics genehmigt, der mit Subventionen durch den italienischen Staat sowie der EU auf Sizilien errichtet wird. Onsemi, ebenfalls ein Mitbewerber im SiC-Markt, will eine Fab in Tschechien hochziehen. Vishay plant in Itzehoe die Produktion von SiC-Chips.

Gleichzeitig stagnieren die Verkaufszahlen im E-Auto-Markt oder sind sogar rückläufig. Gründe für das verhaltene Kundeninteresse sind unter anderem der Preis der Fahrzeuge, Unsicherheiten wegen staatlicher Zuschüsse sowie des Netzausbaus.

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