Neue Modelle Skoda Elroq – der Golf unter den E-Autos

Von sp-x 4 min Lesedauer

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Wie viel Auto braucht man? Was ist vernünftig? Fragen, die man sich vor dem Autokauf gerne mal stellt, aber schnell vergisst, wenn Emotionen dazu kommen. Unser Testkandidat setzt auf Vernunft als Image.

Das neue Kompakt-SUV der Tschechen teilt sich die Technik mit seinem großen Bruder Enyaq.(Bild:  Skoda)
Das neue Kompakt-SUV der Tschechen teilt sich die Technik mit seinem großen Bruder Enyaq.
(Bild: Skoda)

Irgendwann im Leben huscht jedem Autofahrer einmal der Gedanke durch den Kopf, dass ein Golf eigentlich ein völlig ausreichendes und vernünftiges Auto ist und man mehr wirklich nicht braucht. Der Golf des E-Auto-Zeitalters ist aber nicht der VW ID 3. Wir leben schließlich im 21. Jahrhundert und da haben SUV normale Pkws längst abgehängt. Der Golf der Neuzeit kommt von Skoda und heißt Elroq.

Das neue Kompakt-SUV der Tschechen teilt sich die Technik mit seinem großen Bruder Enyaq und mit allen anderen Modellen aus dem mittleren Stromer-Baukasten des VW-Konzerns. Folglich kommt einem einiges bekannt vor. Angefangen bei den technischen Daten bis hin zum Bedienkonzept. Der Elroq 85, der uns zu einem ersten Test zur Verfügung stand, hat den 77-kWh-Akku an Bord. Dessen Energievorrat reicht für 580 WLTP-Normkilometer, die dank 210 kW an der Hinterachse und 545 Newtonmetern Drehmoment recht spaßig absolviert werden können. Aber dazu später mehr.

Klassisch wirkende Instrumenteneinheit

Zunächst einmal ist der Elroq mit 4,49 Metern Länge zwei Handbreit kürzer als ein Enyaq und passt damit noch in die Kompaktklasse. Das merkt man im Innenraum aber nicht. Vorn wie hinten sitzt man auch als groß gewachsener Mensch gut. Unterschiede zu einem parallel bewegten VW ID 4 – noch ein Verwandter – ergaben sich nur durch das sportlichere Gestühl im Skoda. Natürlich macht Skoda einiges anders als VW, was sich vornehmlich im Bedienkonzept und in den Details der Ausstattung zeigt. Statt des kleinen aufgesteckt wirkenden Displays in ID 3 und 4 nutzt Skoda eine klassisch wirkende Instrumenteneinheit vor dem Fahrer, hinter der allerdings das gleiche Display steckt wie bei VW, nur schöner verpackt.

Das große Display zeigt Fortschritte im Detail. Zwar gibt es immer noch den großen Slider für die Lautstärkeregelung, aber dazu wieder einige physische Tasten für den Schnellzugriff auf die Klimasteuerung oder die Assistenten. Apple Carplay verbindet sich schnell und stabil. Die Steuerung ist wie gewohnt einfach und übersichtlich. Weil wir diesbezüglich gerne im Apfel-Modus bleiben und das Testfahrzeug nicht neu konfigurieren wollten, haben wir Laura, die bordeigene KI-Assistentin, nicht ausprobiert.

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Richtige Knöpfe für wichtige Funktionen

Natürlich bietet Skoda allerlei Untermenüs, um sich das Fahrzeug zu individualisieren in Sachen Ambiente-Licht, Displayfarben und dergleichen. Wichtiger ist, dass die wesentlichen Funktionen einfach zu bedienen sind. Wie zum Beispiel die Sitzheizung. Die ist mit einem Button direkt zu erreichen und muss nicht über irgendwelche Shortcuts aktiviert werden. Für die Lenkradheizung, ein durchaus wichtiges Utensil in der winterlichen Testzeit, gibt es einen richtigen Knopf am Lenkrad!

Überhaupt hat Skoda verstanden, dass Touch-Funktionen am Lenkrad generell ziemlicher Mist sind und konsequent auf Tasten und Drehregler gesetzt. Das ist für sich genommen schon ein Grund, dieses Auto zu wählen statt einen VW. Auch den Unsinn, bei den Fensterhebern eine Taste zu sparen und stattdessen zwischen vorn und hinten mittels Touchfeld zu wechseln, hat Skoda vermieden.

Nichts zu meckern innen? Fast. Das Kofferraumvolumen schrumpft gegenüber dem großen Bruder auf nurmehr 470 Liter. Um diesen Wert einmal zu relativieren: Vor nicht allzu langer Zeit galten 500 Liter in einer Oberklasselimousine als üppig. Den Raum hinter den Radkästen hat Skoda mit kleinen Regalen für ebenso kleine Utensilien aufgefüllt. Clevere Idee. Noch cleverer: Das Ladekabel ist in einem Netz in der Kofferraumklappe untergebracht und muss so nicht unterwegs unter dem Gepäck gesucht werden.

Ausstattung treibt den Preis deutlich nach oben

Wie eingangs erwähnt, macht der Elroq unterwegs durchaus Spaß. Die Leistung lässt sich gut in Vortrieb umsetzen, weshalb wir häufig schneller unterwegs waren, als wir es üblicherweise mit E-Modellen handhaben. Der Preis des Fahrspaßes ist an der Ladesäule zu entrichten. Wer zumindest gelegentlich die möglichen 180 km/h Höchstgeschwindigkeit ausreizt, hat keine Chance, nur in die Nähe der Normreichweite zu kommen.

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Wir erfuhren Verbrauchswerte zwischen 19 und 22 kWh. Entsprechend zeigte der Bordcomputer eine maximale Reichweite von rund 420 Kilometern an, was angesichts von vorherrschenden Minustemperaturen in der Testzeit absolut in Ordnung geht. Bei Frühlingstemperaturen und leichtem Gasfuß sollten Werte um die 500 Kilometer möglich sein. Andererseits ist das nicht wirklich notwendig. Wenn man bei der Urlaubsfahrt nach zwei bis drei Stunden einen Schnelllader aufsucht, schafft der Elroq zumindest am Anfang 175 kW-Ladeleistung und braucht eine knappe halbe Stunde, um von 10 auf 80 Prozent Batteriekapazität zu laden. Es gibt Autos, die das schneller können, aber im Alltag ist das völlig ausreichend. Golf-Klasse eben.

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Die wird beim Preis nicht ganz gehalten, jedenfalls nicht in unserer Testversion. In der Top-Ausführung mit der großen Batterie und dem 285-PS-Motor gibt es den Elroq ab knapp 44.000 Euro. Durch ein paar zusätzliche Häkchen in der Liste der Extras kommen schnell Werte um 50.000 Euro zustande. Dann hat man aber ein Auto mit so ziemlich allem, was man brauchen kann: von Matrix-Licht über Head-up-Display, einem Soundsystem von Canton bis zu den üblichen Clever-Lösungen des Hauses.

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