Fahrbericht

Skoda Rapid 130 Coupé: Tschechischer Youngtimer

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Auf zur Probefahrt

Also auf zur Probefahrt. Abgesehen vom etwas eng geschnittenen Fußraum ist schnell eine angenehme Sitzposition gefunden. Der Einspunktdrei startet ohne mucken und fällt in einen sauberen Leerlauf. Dass der konstruktionsbedingt nicht allzu drehfreudige Otto mit etwas rauer Stimme spricht, macht ihn geradezu sympathisch. Man muss natürlich schmunzeln über die Fahrgeräusche, die der Skoda vor allem um Landstraßentempo herum von sich gibt. Immerhin war er mit seinen 4,20 Längenmetern stramm in Richtung Mittelklasse unterwegs, die es besser können sollte – und selbst eine Kompaktklasse westlicher Herkunft war merklich leiser.

Dafür läuft das ungewöhnliche Coupé ordentlich geradeaus und kann einigermaßen federn. Also doch in die Ferien mit dem Rapid 130? Zwei Personen könnten es sich überlegen, die dritte wird garantiert verneinen. Schuld ist der Radstand von 2,40 m – da bieten selbst heutige Kleinwagen mehr. Das Ergebnis ist ein knapp bemessener Fond, in dem selbst kleine Menschen nicht länger als nötig ausharren möchten. Andererseits muss ein Coupé auch kein Raumprofi sein, also sei dem Skoda noch einmal verziehen. Dafür hat er andere Qualitäten.

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Rassige Einzelskalen und Drehzahlmesser

Zum Beispiel das Cockpit. Rassig aussehende Einzelskalen und sogar ein Drehzahlmesser verleihen ihm einen Hauch von Rennflair. Vor allem der Tourenzähler muss für Ost-Verhältnisse schierer Luxus gewesen sein. Der „Rapid“-Schriftzug auf der Armaturentafel wirkt zudem nobel und weckt Reminiszenzen an deutlich teurere Autos. Während der Rapid in der Bundesrepublik als Lachnummer durchging, dürften seine Besitzer in der DDR – er gehörte zwar nicht zum dortigen Import-Programm, doch die Genex machte vieles möglich – reichlich stolz gewesen sein. Denn im Gegensatz zum verbreiteten Trabant und selbst zum Wartburg war der vergleichsweise schnittig gezeichnete Zweitürer ein feiner Wagen.

Kaum mehr als 30.000 Exemplare

Ein seltener übrigens auch, denn es wurden kaum mehr als 30.000 Exemplare gefertigt. Wer heute nach einem Rapid Coupé Ausschau hält, wird naturgemäß vorwiegend im Osten fündig. Für ein gutes Exemplar können schon einmal 7.000 Euro über die Ladentheke wandern. Dann erhält man einen wahren Exoten, der insbesondere im Westen kaum bekannt ist. Die Blicke der Passanten indes sind ihm sicher, diese Erfahrung kann man schon während einer kurzen Runde sammeln.

Skoda Rapid 130 Coupé – Chronik

  • 1984: Der Skoda Rapid kommt als Nachfolger des Garde auf den Markt
  • 1985: Es gibt serienmäßig fünf Gänge
  • 1990: Der Rapid läuft aus

Skoda Rapid 130 Coupé – Technische Daten

  • Mittelklasse-Coupé
  • Länge: 4,20 Meter, Breite: 1,61 Meter, Höhe: 1,38 Meter, Radstand: 2,40 Meter
  • 1,3-l-Vierzylinder-Otto mit Vergaser, 45 kW/62 PS
  • maximales Drehmoment: 97 Nm bei 2.850 U/min
  • Vmax 150 km/h, 0-100 km/h in 15 s

Ehemaliger Neupreis (1987): ab 10.990 DM

Heutiger Marktpreis nach Classic Data:

  • Note 1: 6.400 Euro
  • Note 2: 3.900 Euro
  • Note 3: 2.300 Euro

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