Der Skoda Scala G-Tec erfreut das grüne Gewissen: er verbrennt Erdgas – und reiht sich damit in eine überschaubare Modellgruppe ein.
Der Skoda Scala G-Tec ist eines der seltenen Exemplare, die ab Werk mit Erdgas fahren können.
(Bild: Auto-Medienportal.Net/Michael Kirchberger)
Die Zeiten sind hart für die CNG-Modelle der Hersteller, jener überschaubaren Gruppe von Automobilen, die von Erdgas (CNG, Compressed Natural Gas) angetrieben werden. Dank niedrigerer Besteuerung kostet ein Kilogramm CNG an den Zapfsäulen in Deutschland aktuell zwischen 1,12 und 1,15 Euro. Eine Weile zumindest lag der Benzinpreis teilweise darunter. Dafür ist die Energiedichte von Erdgas höher als die von Benzin, zumindest wenn es das höherwertige H-CNG ist („H“ für High Energie). Tankt der Fahrer L-CNG („L“ für Low) verbraucht der Motor wegen der geringeren Energiedichte des Kraftstoffs mehr, die Reichweite sinkt und die Tankstopps häufen sich.
Auch wenn die Zahl der Erdgas-Tankstellen in den letzten Jahren leicht auf etwa 800 Stützpunkte in Deutschland gesunken ist, herrscht bei der Suche kaum Verdruss. Denn wenn das CNG verbraucht ist, schaltet die Maschine automatisch auf Benzinbetrieb um. Beim Skoda Scala, den es erst ab der mittleren Ausstattungsstufe Ambition für wenigstens 22.200 Euro mit einem Erdgasmotor gibt, sind neun Liter davon an Bord.
Das steigert seine Gesamtreichweite bei 14,6 Kilogramm Gasvorrat theoretisch auf rund 600 Kilometer. In der Praxis sieht das anders aus, 4,1 statt der Normangabe von 3,5 Kilogramm CNG wurden im Durchschnitt konsumiert, der Benzinverbrauch lag im Mittel bei 5,5 Liter auf 100 Kilometer. Das ergibt dann eine Reichweite von knapp 520 Kilometern.
Dennoch beruhigt der Erdgas-Einsatz das grüne Gewissen ein wenig. Entstehen bei seiner Verbrennung immerhin 25 Prozent weniger CO2-Emissionen, auch der Ausstoß von Stickoxid und Feinstaub strebt gegen Null. Allerdings sollte jeder, der aus diesen Gründen immer rechtzeitig Gas tankt, beachten, dass Benzin nicht unbegrenzt haltbar ist. Nach etwa zwölf Monaten beginnt seine Zündfähigkeit zu sinken, bis es schließlich nicht mehr für die gewünschte Kraftentfaltung im Brennraum sorgen kann. Hin und wieder sind der Benzinbetrieb und das Nachtanken von frischem Sprit also empfehlenswert.
Drei Zylinder und Schaltgetriebe
Der Erdgas-Skoda erfreut auf vielerlei Art. Zwar ist er mit seinen Fahrleistungen nicht gerade auf Kurs zu Klassenrekorden, doch stellt der aufgeladene Ein-Liter-Dreizylinder seine Drehmomentspitze von überschaubaren 160 Newtonmeter bereits bei 1.900 Umdrehungen pro Minute bereit. Das erlaubt zumindest auf der Landstraße muntere Überholvorgänge und beschwingte Kurvenfahrten.
Die Lenkung ist feinfühlig, die Bremsen sprechen ebenfalls angenehm präzise an. Vor allem aber die Federung sorgt für Langstreckenkomfort, zusammen mit den anständigen Sitzen taugt der Scala für weite Fahrten. Allerdings darf man bei 90 PS/66 kW nicht zu viel erwarten, in der Längsbeschleunigung zeigt sich der kleine Kombi daher eher von der gemütlichen Seite. 12,4 Sekunden vergehen beim Standardsprint, 182 km/ sind als Spitze möglich. Das manuelle Getriebe mit sechs Gängen ist alternativlos, eine Automatik nicht im Angebot.
Gastanks lassen Kofferraum schrumpfen
Zugeständnisse muss der Fahrer im Scala G-Tec beim Gepäcktransport machen. Wegen der drei Gastanks verkleinert sich das Kofferraumvolumen verglichen mit den Benziner- oder Dieselversionen um rund 120 auf 339 bis 1.282 Liter. Auch ist der Kofferraumboden nicht variabel, ein Reserverad nicht an Bord. Im Pannenfall müssen Dichtmittel und Kompressor herhalten. Ebenso ist der Gespannbetrieb nicht möglich, selbst das kleinste Anhängerchen kann der Gas-Scala nicht ziehen, weder Stütz- noch Anhängelast werden für ihn ausgewiesen.
Dafür ist die Sicherheitsausstattung mit allen gängigen Assistenten weitgehend komplett. Aufpreis kosten Extras wie Parksensoren, Rückfahrkamera und Navigation. Nur der Spurhalteassistent nervt, weil er sich nach jedem Neustart des Motors eigenständig einschaltet, auch wenn er bei der vorigen Fahrt deaktiviert wurde.
Spätestens in Baustellen oder auf schmalen Landstraßen überrascht er dann mit beherztem Eingriff ins Lenkrad. Ungewöhnlich ist, dass es für den Scala nicht nur die verbreitete Tieferlegung um 1,5 Zentimeter per Sportfahrwerk gibt, sondern Skoda auch eine Erhöhung um das gleiche Maß anbietet. Dann bekommt der Motor eine Schutzwanne gegen Grundberührung; so wird der kleine Kombi tauglich für den Schlechtwege-Einsatz.
Obwohl der Erdgas-Scala 1.050 Euro mehr kostet als der vergleichbare fünf PS stärkere Benziner, rechnet sich die Anschaffung des CNG-Modells. Er schafft die 100-Kilometerstrecke für 4,71 Euro, beim Benziner sind auch beim aktuellen Niedrigpreis für Treibstoff 6,87 Euro zu veranschlagen. Rein rechnerisch würde sich der Mehrpreis zwar erst nach rund 50.000 Kilometer amortisieren, doch bieten zahlreiche Gasversorger Förderprämien an.
Stand: 08.12.2025
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Bei einzelnen liegt die bei 800 Euro Zuzahlung, andere gewähren 500 Kilogramm Erdgas als Tankgutscheine. Und irgendwann wird auch der Benzinpreis den Weg aus seinen derzeitigen Niederungen zurück zu alten, schmerzhaften Höhen finden.
Technische Daten Skoda Scala G-Tec
Länge x Breite x Höhe (m): 4,36 x 1,79 x 1,50 Radstand (m): 2,64 Motor: R3-Erdgas-Benziner, 999 ccm, Turbo, Direkteinspritzung Leistung: 66 kW / 90 PS bei 5.500 U/min Max. Drehmoment: 160 Nm bei 1.800 U/min Höchstgeschwindigkeit: 182 km/h Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 12,4 Sek. WLTP-Durchschnittsverbrauch: 3,6 kg Testverbrauch 4,1 kg Effizienzklasse: A+ CO2-Emissionen: 98 g/km (Euro 6d Temp) Leergewicht / Zuladung: min. 1.310 kg / max. 518 kg Kofferraumvolumen: 339–1.282 Liter Max. Anhängelast: n..a. Wendekreis: 10,8 m Bereifung: 205/50 R 17 Luftwiderstandsbeiwert: 0,305 cW Wartungsintervalle: 30.000 km Garantie: 24 Monate Basispreis: 22.200 Euro Testwagenpreis: 26.470 Euro