Deep Drive Bayerisches E-Mobility-Start-up sammelt 30 Millionen Euro ein

Von Sven Prawitz 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Deep Drive erhält in einer Series-B-Finanzierungsrunde neues Kapital. Unter den Investoren sind BMW und Continental. Die Mittel sollen in die Entwicklung und Produktionskapazitäten fließen.

Der Radnabenmotor (rechts) von Deep Drive wird mit einer Last beaufschlagt (links).(Bild: DeepDrive)
Der Radnabenmotor (rechts) von Deep Drive wird mit einer Last beaufschlagt (links).
(Bild: DeepDrive)

Das Unternehmen Deep Drive erhält in einer Series-B-Finanzierungsrunde insgesamt 30 Millionen Euro. Neben BMW i Ventures und der Beteiligungsgesellschaft des Zulieferers Continental gehören zu den Investoren Bayern Kapital, Leitmotif (Lead-Investor) und UVC Partners. Laut Mitteilung sollen die Mittel primär in die Produkt- und Prozessentwicklung sowie in den Aufbau von Fertigungskapazitäten fließen.

Das Start-up mit Sitz in Garching bei München arbeitet an der Industrialisierung von Radnabenmotoren. Die Antriebstechnik soll um bis zu 20 Prozent höhere Reichweiten für E-Fahrzeuge ermöglichen. Außerdem hätten Autohersteller im Fahrzeug mehr Platz beispielsweise für Batteriemodule. Die Produktion des neuen Antriebsstrangs soll zudem deutlich kostengünstiger sein als die von vergleichbaren Systemen. Es werden zudem weniger Materialien wie Eisen oder Magnetmaterial und weniger seltene Erden benötigt, teilt Deep Drive mit.

BMW und Continental nutzen Radnabenantrieb

BMW testet den Doppelrotor-Radnabenantrieb momentan in einem Versuchsfahrzeug. Zahlreiche andere OEMs hätten ebenfalls ein Interesse an den Antrieben. Der Zulieferer Continental hat auf der CES 2023 in Las Vegas ein „Corner Module“ vorgestellt. Dieses Modul vereint Antrieb, Lenkung und Radaufhängung in einer Einheit. Denkbare Anwendungen seien nach damaliger Darstellung kompakte Lieferfahrzeuge für Innenstädte. Sie könnten mit den Radmodulen auf sehr engem Raum manövrieren. Als ersten Schritt zu diesem Modul hat Conti mit Deep Drive eine „Antriebs-Bremseinheit“ entwickelt.

„Mit der Unterstützung unserer neuen und bestehenden Investoren sind wir in der Lage, die große Nachfrage der internationalen Automobilbranche nach unseren Lösungen zu adressieren“, sagt Felix Pörnbacher, Mitgründer und Co-Geschäftsführer der DeepDrive GmbH. Er will nichts weniger als „die Automobilbranche revolutionieren“.

Mitarbeiter im Labor von Deep Drive. Das neue Kapital soll zum Teil in die Entwicklung fließen.(Bild:  DeepDrive)
Mitarbeiter im Labor von Deep Drive. Das neue Kapital soll zum Teil in die Entwicklung fließen.
(Bild: DeepDrive)

Im Jahr 2024 erhielt Deep Drive für das Konzept den Deutschen Innovationspreis. Laut Deepdrive funktioniert der Motor mit rund 50 Prozent weniger Magnetmaterial und 80 Prozent weniger Eisen. In Kombination mit einem integrierten SiC-Mosfet-Wechselrichter beziffert Deepdrive den Systemwirkungsgrad auf über 98 Prozent. In der Praxis könne das in bis zu 20 Prozent mehr Reichweite resultieren. Weil weniger teures Rohmaterial notwendig ist, könnte zudem der Fahrzeugpreis sinken.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung