Start-up CPU, GPU, DSP, FPGA auf einem Universalprozessor

Von Sven Prawitz 3 min Lesedauer

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Das Düsseldorfer Start-up Ubitium hat einen Prozessor angekündigt, der alle denkbaren Rechenlasten auf einem einzigen Chip vereinen soll – also CPU, GPU, DSP und FPGA in einer Architektur.

Eine Workloadunabhängige Prozessorarchitektur, die alles kann – und den Einsatz spezialisierter Chips wie GPU, FPGA oder DSP unnötig macht. Nichts geringeres verspricht der angekündigte „Universalprozessor“ des Düsseldorfer Startups Ubitium.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Eine Workloadunabhängige Prozessorarchitektur, die alles kann – und den Einsatz spezialisierter Chips wie GPU, FPGA oder DSP unnötig macht. Nichts geringeres verspricht der angekündigte „Universalprozessor“ des Düsseldorfer Startups Ubitium.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Das Versprechen, mit dem Ubitium seinen RISC-V-Chip ankündigt, klingt geradezu revolutionär: „Die 500-Milliarden-Dollar-Prozessorindustrie ist auf restriktiven Grenzen zwischen Rechenaufgaben aufgebaut“, sagt Hyun Shin Cho, CEO von Ubitium. „Wir heben diese Grenzen auf. Unser Universalprozessor kann alles – CPU, GPU, DSP, FPGA – in einem Chip, einer Architektur.“

Mit diesem Versprechen hat das fünf Monate alte Düsseldorfer Start-up gerade eine Finanzierungsrunde mit einem eingespielten Gesamtkapital von 3,7 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Führende Investorengruppen sind Runa Capital, Inflection und der KBC Focus Fund.

Arbeitslastunabhängige Mikroarchitektur

Die Gründer von Ubitium sind langjährige Veteranen der Halbleiterindustrie. CTO Martin Vorbach soll bereits seit 15 Jahren an der Entwicklung einer solchen rekonfigurierbaren Computing-Technik gearbeitet haben. Auf Basis seiner Forschungen sei es ihm gelungen, eine arbeitslastunabhängige Mikroarchitektur zu entwickeln. Diese ermöglicht es, dieselben Transistoren für verschiedene Verarbeitungsaufgaben wiederzuverwenden. Der Bedarf an mehreren spezialisierten Kernen für bestimmte Aufgaben – etwa paralleles Computing oder Signalprozessoren – könne somit entfallen. Davon würden natürlich insbesondere besonders rechenintensive Anwendungen wie künstliche Intelligenz profitieren.

Mitgründer und CEO von Ubitium ist Hyun Shin Cho. Der gebürtige Koreaner bekleidete zahlreiche Positionen bei Thyssenkrupp, zuletzt als Head of Digital Transformation in der Aufzugssparte TK Elevator. Vervollständigt wird das Gründungstrio durch den Vorsitzenden Peter Weber, der mit Stationen bei Intel, Texas Instruments und Dialog Semiconductor auf langjährige Erfahrung bei führenden Halbleiterunternehmen zurückblickt,

Drastisch reduzierte Kosten

„Viel zu lange haben wir akzeptiert, dass intelligente Geräte komplex sein müssen“, sagt Hyun Shin Cho. „Mehrere Prozessoren oder Prozessorkerne, mehrere Entwicklungsteams, endlose Integrationsherausforderungen – heute ist das anders.“ Der RISC-V-basierte „Universalprozessor“ verspricht arbeitslastunabhängige und KI-fähige Rechenfunktionen für Edge-Geräte mit einem einzigen Prozessor. Das Wort „System-on-Chip“ findet in der entsprechenden Ankündigung keine Erwähnung. Es soll wie betont ein einzelner, lastunabhängiger Prozessor auf Basis von RISC-V sein.

Zunächst für embedded systems und Robotik

Das würde die Kosten drastisch reduzieren. In KI-lastigen Anwendungen entsteht durch das Hinzufügen von spezialisierten Recheneinheiten für extremes paralleles Computing wie GPUs, DSPs oder FPGAs zusätzlicher Hardware-und Entwicklungsaufwand. Dieser könne hier entfallen.

Die Technik von Ubitium zielt zunächst auf embedded systems und Robotik ab. Durch die Vereinfachung von Systemarchitekturen und die Senkung der Kosten soll der geplante Universalprozessor aber letztendlich fortschrittliche Rechenkapazitäten für alle Branchen zugänglich machen, ohne dass spezielle Hardware für jede Anwendung erforderlich wäre.

Ein neuer Standard ohne spezialisierte Chips?

Ubitium plant die Entwicklung eines vollständigen Portfolios an Chips auf Basis derselben Mikroarchitektur und mit einem vereinheitlichten Software-Stack, die sich je nach Komplexität der Anwendung in ihrer Array-Größe unterscheiden. Dieser Ansatz soll es Kunden ermöglichen, ihre Anwendungen je nach Bedarf ab- oder aufzuskalieren, ohne dabei den Entwicklungsprozess ändern zu müssen. Das RISC-V-basierte, Workload-agnostische Design wiederum stelle sicher, dass sich der Prozessor an jede Aufgabe ohne zusätzliche Hardware-Modifikationen oder Integration heterogener IP-Cores anpassen kann.

Ziel des Unternehmens ist nichts Geringeres, als seinen Universalprozessor als neuen Standard zu etablieren. Man wolle hiermit die Kosten- und Komplexitätsbarrieren durchbrechen, die „den Einsatz von fortschrittlichen Rechen- und KI-Funktionen in verschiedenen Branchen eingeschränkt“ haben. „Wir stellen uns eine Zukunft vor, in der jedes Gerät autonom arbeitet, intelligente Entscheidungen in Echtzeit trifft und die Art und Weise, wie wir mit Technik interagieren, verändert“, fügt Hyun Shin Cho hinzu.

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