Tesla Hersteller erneuert Bekenntnis zu Grünheide

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Tesla will die Fabrik in Grünheide weiterhin ausbauen, sagte Werkleiter André Thierig. Er sieht viele Falschinformationen als Nährboden für die Proteste. Doch wer trägt daran die Schuld?

Tesla will wachsen und braucht dazu auch mehr Produktion in Grünheide.(Bild:  Tesla)
Tesla will wachsen und braucht dazu auch mehr Produktion in Grünheide.
(Bild: Tesla)

Der US-Elektroautobauer Tesla will sich vom wachsenden Protest, der Anfang März in einem Brandanschlag gipfelte, nicht vertreiben lassen. „Wir sind hier nicht zu stoppen“, sagte Werksleiter André Thierig dem Rundfunk Berlin-Brandenburg in der Reportage „Kampf um Tesla“, die seit Dienstag online zu sehen ist. „Wir sind letztlich hierhergekommen, um zu bleiben und die Fabrik auszubauen und den Wandel zur Elektromobilität, nachhaltigen Mobilität auch aus Grünheide heraus voranzutreiben.“

Tesla eröffnete das einzige europäische Werk vor rund zwei Jahren in Grünheide in Brandenburg. Umweltschützer und Anwohner haben große Bedenken. Das Gelände liegt teils im Wasserschutzgebiet. Bisher unbekannte Täter hatten am 5. März Feuer an einem Strommast auf einem frei zugänglichen Feld gelegt, der Teil der Stromversorgung des Tesla-Werks ist. Wegen eines Stromausfalls lag die Autoproduktion fast eine Woche lang auf Eis, der Ausfall traf auch ein Edeka-Verteilzentrum. Die sogenannte „Vulkangruppe“ erklärte, sie sei für den Anschlag verantwortlich. Der Generalbundesanwalt ermittelt.

Tesla führt die wachsende Kritik auf falsche Darstellungen über sich zurück. „Dieser Nährboden, der sich da gebildet hat über die vergangenen Wochen und Monate, der letztlich diese ganzen Bewegungen auch füttert und untermauert, basiert sehr, sehr viel auf Falschinformationen“, sagte der Werksleiter. Es liege an der Politik und den Medien, sie kritisch zu hinterfragen und korrekt darzustellen. „Dann, glaube ich, nimmt man diesen Bewegungen auch den Schwung.“ Das Unternehmen hatte Vorwürfe und auch die Angst vor hohem Wasserverbrauch stets zurückgewiesen.

Tesla muss besser kommunizieren

Allerdings steht das Unternehmen wegen seiner Kommunikation grundsätzlich in der Kritik. Laut Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) hätten die Regierungsspitzen von Brandenburg und Berlin Tesla-Chef Elon Musk aufgefordert, dass sich Tesla mehr nach außen öffnet. „Wir haben ihn davon überzeugen können, dass Tesla seine Öffentlichkeitsarbeit noch mal deutlich verändern muss, sich mehr öffnen muss, deutlich mehr Bestandteil auch der Kommune werden muss.“ Jüngst hatte auch Alexander Schirp, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, den Autobauer öffentlich zu einer besseren Kommunikationsstrategie aufgefordert.

Musk hatte sich unter anderem mit Steinbach, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zum Gespräch in Grünheide getroffen. Dabei habe er „schon sehr deutlich gemacht, was er von uns erwartet“, sagte Steinbach dem RBB. „Nämlich, dass er sagt: Ihr müsst es irgendwo hinkriegen, dass ihr dieser Attentäter dort habhaft werdet, dass die Leute nicht das Falsche daraus lernen, wenn sie davonkommen.“

Musk habe es positiv aufgenommen, dass die Bundesanwaltschaft die Übermittlungen nach dem Anschlag übernommen hat. „Das hat er durchaus als vertrauensbildend empfunden“, sagte der Minister.

Proteste gehen weiter

Bisher peilt Tesla eine Produktion von 500.000 Autos im Jahr in Grünheide an, diese Zahl soll sich noch verdoppeln. Derzeit sind es hochgerechnet rund 300.000 Autos im Jahr. Die Vorsitzende der Bürgerinitiative Grünheide gegen Tesla, Manu Hoyer, sagte dem RBB: „Wir kämpfen dafür, dass dieser Ausbau nicht weitergeht.“

Gegen die geplante Erweiterung gibt es seit Ende Februar Proteste von Umweltaktivisten mit einem Camp mit Baumhäusern. Das Verwaltungsgericht Potsdam hatte nach einem Eilantrag der Aktivisten wegen der Auflagen zugunsten des Protestcamps entschieden, dagegen legte die Brandenburger Polizei Beschwerde ein. Eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg steht noch aus. Das Camp hat nach Angaben der Initiative „Tesla stoppen“ mit dem Anschlag nichts zu tun. Bei einem Bürgerentscheid der Gemeinde Grünheide hatte eine Mehrheit gegen die Erweiterung gestimmt.

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