Strafzölle Tesla warnt vor steigenden Preisen

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Wenn die Strafzölle für E-Autos aus China kommen, wäre das Tesla Model 3 betroffen. Der Cybertruck käme dagegen aus den USA – zu einem Vertrieb in Europa hat sich Elon Musk nun geäußert.

Tesla könnte wegen der China-Strafzölle Probleme bekommen, das Model 3 könnte sich deutlich verteuern.(Bild:  Seyerlein – VCG)
Tesla könnte wegen der China-Strafzölle Probleme bekommen, das Model 3 könnte sich deutlich verteuern.
(Bild: Seyerlein – VCG)

Tesla baut im ersten europäischen Werk in Grünheide bei Berlin den auf dem Model 3 basierenden Kompakt-SUV Model Y. Das Model 3 – bisher das günstigste Tesla-Fahrzeug – wird unterdessen aus der chinesischen Fabrik in Shanghai geliefert. „Der Preis für das Model 3 wird sich aufgrund der erwarteten Einfuhrzölle ab dem 1. Juli 2024 voraussichtlich erhöhen“, hieß es am Freitag (14.6.) auf der Tesla-Website. Die Einfuhrzölle würden „wahrscheinlich auf alle in China hergestellte und in der EU verkaufte Elektrofahrzeuge erhoben“.

Die EU-Kommission hatte am Mittwoch mit zusätzlichen Einfuhrzöllen auf in China gebaute Elektroautos in Höhe von bis zu 38,1 Prozent gedroht. Ob sie tatsächlich gezahlt werden müssen, hängt den Angaben zufolge davon ab, ob mit China eine andere Lösung gefunden werden könne. Die Kommission war nach einer monatelangen Untersuchung zu der vorläufigen Schlussfolgerung gekommen, dass die Wertschöpfungskette für batteriebetriebene Elektrofahrzeuge (BEV) in China von einer unfairen Subventionierung profitiere.

Konkret steht für den Hersteller BYD ein Zoll von 17,4 Prozent, für Geely 20 Prozent und für SAIC 38,1 Prozent im Raum. Für andere Produzenten sind 21 Prozent vorgesehen, und für Firmen, die bei der Untersuchung nicht kooperiert hatten, würde ein Zoll in Höhe von 38,1 Prozent fällig. In welche der Kategorien Tesla fallen könnte, war zunächst unklar.

Das Model 3 ist auf der Tesla-Website aktuell mit einem Preis von knapp 41.000 Euro gelistet, das Model Y kostet 4.000 Euro mehr. Der Konzern, der zuletzt langsamer wuchs als in den vergangenen Jahren, bietet bei Auslieferung im Juni noch einen als „Tesla Umweltprämie“ bezeichneten Rabatt in Höhe von 6.000 Euro an.

Europäische Version des Cybertrucks

Tesla wird seinen Elektro-Pick-up Cybertruck nach Einschätzung von Firmenchef Elon Musk erst umgestalten müssen, um ihn in Europa verkaufen zu können. Das werde erst bei höheren Produktionszahlen sinnvoll sein, sagte Musk am Donnerstag auf der Tesla-Hauptversammlung nach einer Aktionärsfrage. Möglicherweise werde man eine Zertifizierung des Fahrzeugs für andere Länder „irgendwann im kommenden Jahr“ erreichen.

Der Cybertruck sei an die Vorgaben in Nordamerika angepasst worden, betonte Musk. Die internationalen Anforderungen zu beachten, hätte zusätzliche Einschränkungen mit sich gebracht. „Ich denke, wir werden eine spezielle Version machen müssen, die chinesischen Vorgaben entspricht, die europäischen Vorgaben entspricht“, prognostizierte Musk.

Nach jahrelanger Verzögerung hatte Tesla Ende 2023 mit der Auslieferung des Pick-ups mit markanter Edelstahl-Karosserie begonnen. Musk hatte für die Zukunft eine Jahres-Produktion von rund 250.000 Cybertrucks in Aussicht gestellt – aber es ist unklar, wann Tesla die Marke erreichen könnte. Nach jüngsten Angaben von April kann Tesla rund 1.000 Wagen des Modells pro Woche bauen.

Viel Geld für Musk

Tesla-Aktionäre haben unterdessen erneut einem Riesen-Aktienpaket im Wert von mehreren Dutzend Milliarden Dollar für Firmenchef Elon Musk zugestimmt. Der ursprünglich bereits 2018 genehmigte Vergütungsplan war im Januar von einem US-Gericht gekippt worden. Die aktuelle Entscheidung zeigt, dass Musk weiter das Vertrauen eines Großteils der Tesla-Aktionäre genießt – obwohl es Kritik an seinem manchmal unberechenbaren Verhalten, kontroversen politischen Äußerungen und dem Fokus auf andere Unternehmen wie die Online-Plattform X gibt.

Das neue Votum bedeutet allerdings nicht, dass Musk das Aktienpaket nun automatisch bekommt. Doch es verbessert seine Chancen darauf in dem Rechtsstreit. Bei der ersten Abstimmung 2018 wurde das Aktienpaket mit einer Mehrheit von 73 Prozent gebilligt. Doch ein Aktionär klagte dagegen – und eine Richterin in Delaware gab ihm Recht. Sie kam zu dem Schluss, dass Musk enge Beziehungen zu Mitgliedern des Tesla-Verwaltungsrates pflegte, mit denen er die großzügige Vergütung ausgehandelt hatte. Die Aktionäre seien vor der ersten Abstimmung aber über die Verstrickungen im Dunkeln gelassen worden.

Der Vergütungsplan gewährte Musk das Recht, nach und nach gut 300 Millionen Tesla-Aktien zum Preis von 2018 zu erwerben, wenn die Firma in einem Zeitraum von bis zu zehn Jahren hochgesteckte Ziele erfüllt. Dazu gehörte, dass der Börsenwert von damals gut 50 Milliarden Dollar auf 650 Milliarden Dollar steigt. Ausgehend aus dieser Zielmarke wurde der potenzielle Wert des Pakets auf rund 56 Milliarden Dollar beziffert.

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