Weniger Absatz, Kritik am Firmengründer, ein eingebremstes Autopilot-System – Tesla läuft den eigenen Zielen hinterher. 2025 soll es besser werden. Elon Musk kündigt neue Technologien an.
Die Tesla-Verkaufszahlen haben zuletzt den Wachstumskurs verlassen. Doch Elon Musk produziert neue Phantasien für die Börse.
(Bild: Grimm – VCG)
Selbstfahrende Taxis und Roboter: Nach mäßigen Quartalszahlen hat Tesla-Chef Elon Musk Anleger mit Zukunftsvisionen überschüttet. Unter anderem kündigte er den Start des ersten Robotaxi-Dienstes des Elektroauto-Konzerns in der US-Stadt Austin für Juni an – und bis Ende kommenden Jahres in vielen Ländern der Welt.
Musk verspricht schon lange, dass alle Teslas autonom fahren werden. So kündigte er bereits für 2018 an, dass ein Tesla fahrerlos von einer US-Küste zur anderen fahren werde. Das ist immer noch nicht passiert. Bisher braucht auch die fortgeschrittene Version von Teslas „Autopilot“-System mit dem Beinamen „Full Self-Driving“ (FSD, komplett selbstfahrend) menschliche Aufsicht. Die Google-Schwesterfirma Waymo bietet unterdessen Robotaxi-Dienste ohne Menschen am Steuer in mehreren US-Städten an.
Zuletzt hatte Tesla die Erwartungen der Wall Street verfehlt. Der Umsatz des Elektroauto-Herstellers legte im Schlussquartal 2024 im Jahresvergleich zwar um zwei Prozent auf 25,7 Milliarden Dollar zu. Doch Analysten hatte im Schnitt eher mit rund 27,3 Milliarden Dollar gerechnet. Der Umsatz im reinen Autogeschäft sackte um acht Prozent auf 19,8 Milliarden Dollar ab. Der Quartalsgewinn fiel um 71 Prozent auf gut 2,3 Milliarden Dollar.
Tesla hatte 2024 den ersten Rückgang der Auslieferungen seiner Elektroautos seit mehr als einem Jahrzehnt erlitten. Der von Tech-Milliardär Elon Musk geführte US-Hersteller lieferte knapp 1,79 Millionen Fahrzeuge an die Kunden aus. Das waren 19.355 weniger als 2023. Musk hatte einen leichten Anstieg in Aussicht gestellt. Dafür hätte Tesla aber im Schlussquartal noch 515.000 Autos zu den Kunden bringen müssen. Trotz einer Verkaufsoffensive wurden es am Ende nur 495.570 Fahrzeuge – immerhin ein Rekordwert, wenn auch unter den durchschnittlichen Schätzungen der Marktbeobachter.
Streit um die richtige Technik
Die Tesla-Aktie war seit der US-Präsidentenwahl im November auf einem Höhenflug. Auslöser ist die Nähe von Musk zu US-Präsident Donald Trump. Musk selbst sprach davon, dass er Tesla „zwischen zwei Wachstumswellen“ sehe. Er setzt dafür vor allem auf Technologie zum autonomen Fahren und stellte im Oktober den Prototypen eines Robotaxis ohne Lenkrad und Pedale vor.
Mit der Nähe zu Trump könnte Musk Druck für günstigere Regulierungsbedingungen für selbstfahrende Autos aufbauen. Kritiker von Tesla verweisen unterdessen auf eine alternde Modellpalette des Branchen-Vorreiters, bei dem zuletzt mit dem Elektro-Pick-up Cybertruck nur ein Nischen-Modell hinzukam.
Zudem steht eben die Frage im Raum, wie verlässlich Teslas Technologie zum autonomen Fahren ist. Denn anders als ein Großteil der Branche beharrt Musk darauf, dass selbstfahrenden Autos Kameras ausreichen – und sie nicht die teureren Laser-Radare brauchen, auf die unter anderem Waymo setzt.
Funktioniert das, hat Tesla einen enormen Kostenvorteil und könnte tatsächlich mehrere Millionen Fahrzeuge per Software-Update zu selbstfahrenden Autos machen. Doch Experten befürchten Abschläge bei der Sicherheit, denn die auch unter dem Namen Lidar bekannten Laser-Radare tasten die Umgebung der Fahrzeuge dreidimensional ab, wie es Kameras nicht vermögen.
Skepsis in der Branche
Andere Hersteller lehnen es kategorisch ab, autonome Autos nur mit Kameras auf die Straße zu schicken. So hakte BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber jüngst ab: „Für uns ist das völlig klar, dass das nicht geht.“ Eine Kamera würde zum Beispiel eine Palette nicht erkennen, die vor dem Auto auf der Fahrbahn liege, argumentierte er am Rande der Technik-Messe CES. Auch der Chef des Elektroautobauers Polestar, Michael Lohscheller, sagte kürzlich, man halte am Lidar in den Fahrzeugen fest.
Musk hingegen bekräftigte am Mittwoch seine Position: „Menschen fahren, ohne Laserstrahlen aus ihren Augen herauszuschießen.“ Laser-Radare seien nicht die richtige Technologie für den Straßenverkehr. Und Tesla hält daran fest, dass die Produktion von Robotaxis ohne Lenkrad und Pedale im kommenden Jahr beginnen soll.
Angeblich zu viele Regeln in Europa
Beim Zeitplan für Europa kritisierte Musk, dass es zu viele Regeln gäbe. Deswegen spotte man, dass Amerika Innovationen entwickele und Europa reguliere, sagte er. So werde die Zulassung von „Full Self-Driving“ in Europa erst im Mai in die nächste Instanz gehen, „obwohl es wirklich gut funktioniert“.
Stand: 08.12.2025
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Bei der aktuellen Version des „selbstfahrenden“ Systems müssen die Fahrer in den USA allerdings Berichten zufolge oft eingreifen. Waymo kündigte unterdessen wenige Stunden vor Teslas Telefonkonferenz an, Testfahrzeuge in weitere zehn US-Städte loszuschicken.
Roboter für 20.000 Dollar
Musk schwärmte auch erneut von Teslas humanoiden Robotern mit dem Namen Optimus. Sie hätten präzise funktionierende mechanische Hände, so dass sie Nähgarn in eine Nadel einfädeln oder Klavier spielen könnten, sagte er. Und bei einer Produktionsrate von einer Million Robotern jährlich werde man die Herstellungskosten unter 20.000 Dollar drücken.
Auf Autonomie und Roboter stützt Musk die Aussicht, dass Tesla das mit Abstand wertvollste Unternehmen der Welt sein könne. Bei Anleger funktionierte das: Die Aktie legte im nachbörslichen Handel um vier Prozent zu.