Quartalsbericht Tesla mit guten Zahlen und großen Versprechen

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Beim E-Auto-Hersteller scheint es wieder zu laufen. Der Umsatz ist fast auf Plan und für den Absatz hat Tesla-Chef Elon Musk große Visionen. Allerdings hängt einiges am Ausgang der US-Präsidentschaftswahl.

Tesla-Chef Elon Musk will den Absatz des Autobauers mit dem Robotaxi stark ausweiten.(Bild:  Tesla)
Tesla-Chef Elon Musk will den Absatz des Autobauers mit dem Robotaxi stark ausweiten.
(Bild: Tesla)

Tesla-Chef Elon Musk bleibt bei seinen vollmundigen Versprechen, insbesondere hinsichtlich des Robotaxis, liefert aber zugleich überraschend gute Zahlen. Im vergangenen Quartal verdiente der E-Auto-Hersteller mehr, als von der Wall Street erwartet worden war. Der Aktienkurs legte am Mittwoch im nachbörslichen Handel in New York zeitweise um mehr als neun Prozent zu.

Beim Umsatz verfehlte Tesla nur knapp die Analysten-Prognosen. Die Erlöse stiegen im Jahresvergleich um acht Prozent auf knapp 25,2 Milliarden Dollar. Am Markt waren im Schnitt rund 25,4 Milliarden Dollar erwartet worden. Dabei spielte auch das Geld eine Rolle, das Tesla mit dem Verkauf von CO2-Zertifikaten an Autobauer mit Verbrennungsmotoren einnimmt. Im reinen Autogeschäft stieg der Umsatz um zwei Prozent auf gut 20 Milliarden Dollar.

Beim Auto-Absatz will Musk nachlegen und Tesla zum führenden Anbieter selbstfahrender Autos machen. Man werde jährlich mindestens zwei Millionen Fahrzeuge des spezialisierten Robotaxi-Modells „Cybercab“ bauen, „am Ende vielleicht vier Millionen“, sagte Musk zur Vorstellung frischer Quartalszahlen. Er schränkte ein, dass die Vorhersage seine „bestmögliche Schätzung“ sei. Außerdem werde ohnehin jedes aktuelle Tesla-Elektroauto in der Lage sein, autonom zu fahren.

Hoffnungsträger Robotaxi

Musk bekräftigte, das Robotaxi solle 2026 bereits in größeren Mengen produziert werden. Allerdings verkündet er schon seit 2016 immer wieder, dass Tesla bald autonom fahrende Autos haben werde. Doch bisher ist Teslas „Autopilot“-Software auch in der fortgeschrittenen Version nur ein Fahrassistenz-System, bei dem der Mensch am Steuer in der Verantwortung bleibt und jederzeit bereit sein muss, die Kontrolle zu übernehmen.

Musk hofft, selbstfahrende Autos nur mit Kameras statt mit der teureren Laser-Radar-Technik (Lidar) hinzubekommen. Gelingt das, hätte Tesla einen enormen Kostenvorteil - und bereits mehrere Millionen dazu fähige Fahrzeuge auf der Straße. Allerdings bezweifeln viele Branchenexperten, ob das überhaupt verlässlich möglich ist. Der von Musk vor rund zwei Wochen bei einer Show in Hollywood präsentierte „Cybercab“-Prototyp hatte weder Lenkrad, noch Pedale.

Tesla teste im Silicon Valley bereits intern einen automatisierten Fahrdienst für Mitarbeiter, allerdings mit Sicherheitsfahrern am Steuer. Solche Fahrzeuge können nach bisherigen US-Regeln nur mit spezieller Genehmigung in kleiner Zahl auf die Straßen gebracht werden. Zudem unterscheiden sich die Vorschriften für selbstfahrende Autos von Bundesstaat zu Bundesstaat.

Musk setzt auf Nähe zu Trump

Hier könnte allerdings Musks Unterstützung für den Ex-Präsidenten Donald Trump ins Spiel kommen, der wieder ins Weiße Haus einziehen will. Trump hatte in Aussicht gestellt, bei seinem Wahlsieg Musk an die Spitze eines Gremiums zur Kontrolle der Staatsausgaben zu setzen.

Wenn es dazu komme, werde er sich dafür einsetzen, dass es eine landesweite Regelung zur Zulassung autonomer Autos gibt, „für alle, nicht nur für Tesla“, sagte Musk nun. Er bekräftigte, dass selbstfahrende Teslas im kommenden Jahr in Texas und Kalifornien auf der Straße sein sollen. Absurderweise ist Trump allerdings eher ein Gegner von Elektroautos.

Absatzschub durch günstigeres Modell 2025

Im ersten Halbjahr 2025 will Musk schließlich auch ein günstigeres Tesla-Modell auf den Markt bringen. Das werde das Absatzwachstum im kommenden Jahr auf 20 bis 30 Prozent hochtreiben, jedenfalls solange es keinen „großen Krieg“ oder „himmelhohe Zinsen“ gebe, sagte er. Tesla steigerte die Verkäufe immer wieder rasant – doch 2024 ist unklar, ob die Auslieferungen nicht unter die Vorjahresmarke von gut 1,8 Millionen Fahrzeugen fallen.

„Cybertruck“-Absatz steigt

Im vergangenen Quartal stiegen die Auslieferungen um sechs Prozent auf knapp 463.000 Fahrzeuge. Den Löwenanteil davon machten mit rund 440.000 Wagen die günstigeren Modelle 3 und Y aus. Allerdings folge der neue Elektro-Pickup „Cybertruck“ ihnen nun auf dem dritten Platz in der Rangliste der in den USA verkauften Elektrofahrzeuge, teilte Tesla ohne eine konkrete Absatzzahl mit.

Unterm Strich stieg der Tesla-Gewinn im Jahresvergleich um 17 Prozent auf rund 2,17 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie waren es 72 US-Cent – während Analysten nur mit 58 US-Cent gerechnet hatten.

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