Tesla Musk will „revolutionäres“ Produktionssystem entwickeln

Von dpa 3 min Lesedauer

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Die vollmundigen Ankündigungen von Tesla-Chef Elon Musk sind wieder da. Auf konkrete Prognosen für 2024 verzichtet er, sieht das US-Unternehmen dennoch auf dem Weg zu neuen Bestwerten. Bestimmte Konkurrenten machen ihm aber Sorgen.

Tesla wächst – nach Stückzahlen und nach Umsatz. Doch für 2024 sind die Ziele noch nicht recht klar. Gleichzeitig wächst der Druck aus China.(Bild:  Grimm – VCG)
Tesla wächst – nach Stückzahlen und nach Umsatz. Doch für 2024 sind die Ziele noch nicht recht klar. Gleichzeitig wächst der Druck aus China.
(Bild: Grimm – VCG)

Teslas rasantes Wachstum flaut ab. Im vergangenen Quartal verfehlte der Elektroauto-Hersteller die Erwartungen der Wall Street, ein Absatzziel für dieses Jahr gibt es nicht – aber das Eingeständnis, dass die Auslieferungen merklich langsamer wachsen werden. Dennoch zeichnet Firmenchef Elon Musk ein rosiges Bild der Zukunft: Tesla sei nur zwischen zwei Wachstumswellen, entwickele ein „revolutionäres“ Produktionssystem und könne zum wertvollsten Unternehmen der Welt werden.

Das neue Produktionsverfahren ist das Herzstück von Tesla, um bald ein günstiges Kompaktmodell zu bauen, das etwa 25.000 US-Dollar kosten soll. Die Fertigung solle nach aktueller Planung bereits im zweiten Halbjahr 2025 im texanischen Austin beginnen, sagte Musk. Zugleich schränkte er ein: „Ich bin oft optimistisch, was die Zeit angeht.“ Damit bestätigte er im Kern Informationen, die bereits am Vortag durchgesickert waren.

Verfehlte Markterwartungen

Das günstigere Modell ist wichtig für Tesla: Denn die Konkurrenz durch chinesische Hersteller nimmt zu. Im vergangenen Quartal verkaufte der Hersteller BYD mehr Elektroautos als der E-Auto-Pionier. Im gesamten Jahr 2023 lag Tesla mit 1,81 Millionen Fahrzeugen zwar noch vorn – aber es ist absehbar, dass BYD die Nummer eins werden wird. Früher hatte Musk schon einmal die Vision entworfen, dass Tesla mit weiteren Modellen auf fünf Millionen Neuwagen im Jahr kommen wolle.

Teslas Umsatz stieg im Jahresvergleich um drei Prozent auf gut 25 Milliarden Dollar. Der Tesla-Gewinn im vergangenen Quartal sprang trotz der Preissenkungen im Jahresvergleich von 3,7 auf 7,9 Milliarden Dollar hoch. Musk gab keine Prognose für Auslieferungen im laufenden Jahr ab. Analysten hatten sich auf eine Schätzung von rund 2,1 Millionen Fahrzeuge eingestellt. Im vergangenen Jahr hatte Tesla das Auslieferungsziel von 1,8 Millionen Elektroautos (+ 38 %) nur nach mehreren Preissenkungen geschafft.

Warnung vor China – Handelsschranken nötig

Chinesische Autohersteller seien so stark, dass der Großteil der Branche ohne Handelsbarrieren keine Chance gegen sie hätte, warnte Musk. „Sie sind extrem gut“, sagte er in der Telefonkonferenz. „Wenn es keine Handelsschranken gibt, werden sie die meisten anderen Autofirmen in der Welt so ziemlich zerstören.“ In den USA hält ein Einfuhrzoll von 25 Prozent chinesische Autobauer vom Markt fern.

Auf der gleichen technischen Basis wie das günstigere Modell will Musk nach früheren Angaben auch ein Robotaxi ohne Lenkrad und Pedale bauen. Dafür müsste Tesla aber zunächst einmal die von Musk schon seit Jahren in Aussicht gestellte Technik zum autonomen Fahren entwickeln.

Tesla hat zwar eine fortgeschrittene Version seines Assistenzsystems „Autopilot“ mit der Bezeichnung „Full Self-Driving“ (FSD, „komplett selbstfahrend“). Anders als der Name verspricht, macht die Technik einen Tesla aber nicht zum wirklich autonomen Auto: Der Fahrer trägt immer noch die Verantwortung und muss jederzeit bereit sein, die Kontrolle zu übernehmen. Aber FSD ist immerhin darauf trainiert, etwa Ampeln und Vorfahrt-Regeln zu beachten. Allerdings ist die Software weiterhin in einer Testphase und macht Fehler – während Musk immer wieder verspricht, dass sie bald fertig sein werde.

Doch kein OEM-Kunde für FSD-System

Vor einem halben Jahr sorgte Musk für Aufsehen mit der Mitteilung, dass Tesla in Gesprächen mit einem großen Hersteller sei, der Interesse am Einsatz der FSD-Software habe. Jetzt sagte er auf Nachfrage, man habe sich nur herangetastet: „Ich denke, sie glauben, dass es noch nicht real ist.“ Dieses Jahr werde man aber den Beweis liefern, versicherte er.

Zugleich musste Musk wieder einmal von ihm selbst geweckte Ungeduld bremsen. Seit er in Aussicht gestellt hatte, dass einmal der humanoide Roboter „Optimus“ an Teslas Produktionslinien arbeiten wird, wollen Investoren wissen, wann es soweit ist. Auch diesmal wich Musk aus. Er stellte immerhin in Aussicht, dass im kommenden Jahr erste Optimus-Roboter gebaut werden könnten.

Musk will mehr Stimmrechte bei Tesla

Musk bekräftigte, dass er sich erst wohl damit fühlen werde, bei Tesla Software mit Künstlicher Intelligenz und Roboter zu entwickeln, wenn er mehr Einfluss bei der Firma bekomme. Aktuell hält er rund zwölf Prozent der Anteile und Stimmrechte – andere Investoren könnten ihn damit ausbooten, argumentierte Musk. Er strebt ein Viertel der Stimmrechte an. Ideal seien dafür Aktien mit mehr Stimmrechten, sagte er nun. Mit solchen Aktien schützen Gründer wie Mark Zuckerberg beim Facebook-Konzern Meta oder Larry Page und Sergey Brin bei der Google-Mutter Alphabet ihre Kontrolle über die Unternehmen. Musk sagte, er wolle „starken Einfluss, aber keine Kontrolle“.

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