Neue Modelle Toyota C-HR+: Mut zur Lücke

Von Hanno Boblenz/SP-X 3 min Lesedauer

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2025 soll für Toyota das Jahr der E-Autos werden. Von den drei neuen Modellen dürfte der extrovertierte Crossover C-HR+ das größte Potenzial haben. Allerdings müssen sich Interessenten noch gedulden.

Toyota bietet den C-HR künftig auch als E-Auto an.(Bild:  Toyota)
Toyota bietet den C-HR künftig auch als E-Auto an.
(Bild: Toyota)

Dass ausgerechnet der C-HR zum Trendsetter wird, damit haben 2017 selbst die kühnsten Produktplaner von Toyota nicht gerechnet. C-HR steht für Coupé High Rider, was in etwa so eigenwillig klingt wie der Wagen aussieht. Nämlich wie ein etwas gestauchter, hochgelegter SUV. Das mutige Konzept mit bulliger Front, wilden Sicken und Kanten und dem arg beengten Fond mag nicht wirklich praktisch sein, kommt aber vor allem bei jüngeren Kunden gut an. Fast eine Million verkaufte C-HR sprechen für das Konzept.

Ausgerechnet dieses Modell soll die japanische Marke nun weiter in die Elektromobilität transportieren? Der Schritt ist nachvollziehbar. Toyota ist bisher in Sachen batterieelektrischer Autos eher zaghaft und mit dem Crossovermodell bZ4X zumindest in Deutschland wenig erfolgreich unterwegs. 2025 wollen die Japaner das ändern. Der nur 4,29 Meter kurze Crossover Urban Cruiser startet im Herbst, parallel zum umfangreich überarbeiteten bZ4X. Die Lücke dazwischen soll zum Jahresende der expressive vollelektrische C-HR+ füllen, der das in Europa am besten laufende Kompaktsegment abdeckt.

Mehr als ein Ableger

Allerdings handelt es sich beim 4,52 Meter langen Stromer nicht einfach um einen Ableger der 2024 eingeführten zweiten Generation des Crossovermodells, nur mit E-Antrieb statt Hybridmotor. Vielmehr haben die Designer die Optik dezent verändert, ihm eine neue Front mit modifizierten Stoßfängern, Kühler und Scheinwerfern verpasst. Die typische Silhouette mit steiler Heckscheibe, integriertem Spoiler und charakteristischem Entenbürzel-Heck bleibt erhalten. Innen unterscheidet sich der Stromer mit neuem Cockpit samt überarbeiteter Mittelkonsole, den ein 14 Zoll großer Touchscreen dominiert.

Natürlich werden wie mittlerweile üblich recycelte Materialien verwendet. Ob Sitzpolster aus PET-Flaschen oder aus Kunststoffresten granulierte Teile des Interieurs. Elektroautos sollen eben nicht nur im Antrieb etwas mehr öko sein als ein Verbrenner.

Unterm Blech sitzt der gleiche elektrischer Antriebsstrang, den im Herbst der überarbeitete bZ4X bekommt. Die sogenannte eTNGA-Architektur erlaubt den Einbau von zwei Batteriegrößen sowie Front- oder Allradantrieb. Auf die Transportkapazität hat der Antrieb kaum Einfluss. Der Kofferraum fasst gut 400 Liter. Das sind etwa 20 Prozent mehr als beim aktuellen C-HR mit Plug-in-Hybrid-Antrieb und nur ein paar Liter weniger als bei den Modellen mit normalem Hybridmotor.

600 Kilometer Reichweite

Den Einstieg bildet ein 123 kW starker E-Motor in Kombination mit einer knapp 60 kWh bietenden Batterie. Darüber platzieren die Japaner den 73 kWh großen Akku, der in Kombination mit Frontantrieb und einer 165 kW starken E-Maschine für circa 600 Kilometer Reichweite gut sein soll.

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Das Topmodell mit großer Batterie und Allradantrieb wird von einem 252 kW starken Motor angetrieben. Er sprintet in 5,2 Sekunden auf 100 km/h und kann einen 1.500 Kilo schweren Hänger an den Haken nehmen. Abgesehen von den GR Performance Modellen sind C-HR+ und bZ4X damit die stärksten aller in Europa verkauften Toyotas.

Verkürzte Ladestopps

Lobenswert: Der Akku lässt sich automatisch oder manuell konditionieren, um Ladestopps zu verkürzen. Während in den Basisversionen die Leistung am AC-Lader auf elf 11 kW begrenzt ist, sollen zumindest die teureren Varianten einen 22-kW-Bordlader bekommen. Die auf maximal 150 kW begrenzte DC-Ladeleistung dürfte die Kunden dagegen nicht vom Hocker reißen. Mit dem neuen Antrieb führen die Japaner eine bessere Routenplanung ein, die automatisch Ladestopps berücksichtigen soll.

Preise wollen die Japaner noch nicht verraten. Aber Konkurrenten wie beispielsweise der neue Kia EV3 starten deutlich unter 40.000 Euro. Diese Marke dürfte der Toyota C-HR+ nicht knacken, trotz der üppigen Garantie von bis zu 15 Jahren.

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