Arbeitszeit Viertagewoche in Deutschland: Pilotprojekt läuft seit Februar

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Vier Tage arbeiten, fünf bezahlt bekommen: Dabei geht es auch um höhere Attraktivität für Unternehmen und bessere Produktivität. In Deutschland testen derzeit Unternehmen, ob das funktioniert.

Viertagewoche in Deutschland: Dazu hat im Februar eine Studie begonnen, an der sich 45 Unternehmen beteiligen.(Bild:  Bosch)
Viertagewoche in Deutschland: Dazu hat im Februar eine Studie begonnen, an der sich 45 Unternehmen beteiligen.
(Bild: Bosch)

Anfang Februar hat in Deutschland ein Pilotversuch zur Viertagewoche begonnen. Dabei sind 45 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, darunter IT & Technologie, Beratungs- und Agenturdienstleistungen, Handel & Verkauf, Medien & Unterhaltung, aber auch Industrie & Fertigung.

Den größten Anteil an der Pilotgruppe haben kleine Unternehmen mit weniger als 49 Beschäftigten. Danach folgen mittlere Unternehmen, bei denen weniger als 249 Menschen arbeiten. Großunternehmen mit mehr als 249 und Kleinstunternehmen mit weniger als neun Beschäftigten sind auf den Plätzen drei und vier im Ranking.

Reduzierte Arbeitszeit bei gleichem Lohn ist die Variante, die die Unternehmen von Februar bis August testen. Konkret: 100 Prozent Leistung in 80 Prozent der Zeit bei 100 Prozent Bezahlung. Das Ziel: herausfinden, welche Anpassungen die Unternehmen vornehmen, um mit der reduzierten Arbeitszeit umzugehen – und wie sich das auf Unternehmen und die Beschäftigten auswirkt.

Wie läuft die Studie ab?

Die Berliner Unternehmensberatung Intraprenör und die gemeinnützige Gesellschaft „4 Day Week Global“ koordinieren den Versuch. Im Pilotzeitraum erhalten die teilnehmenden Unternehmen laut Intreprenör Zugang zu Fachexpertise, Methoden und Tools – und können sich mit anderen Unternehmen austauschen, die die Viertagewoche erproben. Außerdem gibt es Kontakte zu Unternehmen, die die Viertagewoche etabliert haben.

Im Februar sind 29 Unternehmen in die Pilotphase gestartet, sieben Unternehmen haben den Versuch bereits zum Jahreswechsel begonnen. Die verbleibenden neun Unternehmen wollen zum 1. März mit dem Versuch beginnen. Den Unternehmen steht es frei, wie groß die Testgruppe ist. Möglich sind alle Varianten: ein Team, mehrere Abteilungen oder das gesamte Unternehmen.

Frühere Studien zum Beispiel aus Irland und Großbritannien haben vielversprechende Ergebnisse geliefert. „Der Anspruch der deutschen Pilotstudie ist es allerdings nicht, die Studien für Deutschland zu kopieren, sondern diese auf den deutschen Arbeitsmarkt anzupassen“, teilt dazu die Universität Münster mit, die den Versuch wissenschaftlich begleitet. In Deutschland spielen etwa Arbeitnehmervertretungen eine große Rolle. Deshalb sind Gewerkschaftsvertreter im Beirat des Projekts.

Zum Beispiel von der IG Metall. „Wir versprechen uns von der Studie in Deutschland Erkenntnisse darüber, was die Bedingungen für gute Modelle einer Vier-Tage-Woche sind. Aus Sicht der IG Metall muss eine echte Vier-Tage-Woche mit einer Verkürzung der Arbeitszeit verbunden sein und einen Entgeltausgleich enthalten“, erklärte dazu Sophie Jänicke, Ressortleiterin „Tarifpolitische Themen und Handlungsfelder“ beim IG Metall-Vorstand. „Daher gilt unser Augenmerk insbesondere diesen Aspekten sowie den Themen Arbeitsbelastung und tägliche Höchstarbeitszeiten.“

Ergebnisse der Studie im Oktober 2024

Laut des Redaktionsnetzwerks Deutschland haben die meisten teilnehmenden Unternehmen ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Berlin. Aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Bremen und dem Saarland gab es bis zum Dezember 2023 keine Bewerbungen. Die Ergebnisse der Studie sollen voraussichtlich im Oktober 2024 vorliegen.

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