Connectivity

Vodafone: „Wir bieten Ende-zu-Ende Lösungen für das vernetzte Auto“

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Game-Changer 5G

Die Netzabdeckung ist in Deutschland im globalen Vergleich noch ein Knackpunkt. Spüren Sie einen erhöhten Druck von Seiten der Hersteller hier nachzuschärfen, um die vernetzten Anwendungen flächendeckend abzusichern?

Die Netzabdeckung ist in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern sehr gut. So versorgen wir 99 Prozent der Bevölkerung in Deutschland mit dem Mobilfunkstandard GSM, 83 Prozent mit UMTS und bieten auf 78 Prozent der Fläche Deutschlands bereits LTE, den neuesten und derzeit schnellsten Mobilfunkstandard mit Geschwindigkeiten von bis zu 225 Mbit/s. Und wir modernisieren und bauen unsere Netze kontinuierlich aus. Als Vodafone-Gruppe investieren wir alleine zwischen 2014 und 2016 rund 23 Milliarden Euro in unsere Netze. Dabei wird auch der LTE-Ausbau in ganz Europa vorangetrieben. Und wenn wir auf das Thema autonomes Fahren blicken, dann sprechen wir über die nächste Mobilfunkgeneration 5G. Denn selbst wenn das heutige LTE-Netz komplett ausgebaut wäre, benötigt man für Echtzeit-Anwendungen ein komplett neues und anderes Netz. Ein Beispiel: Soll bei einem Unfall in Echtzeit das eigene Fahrzeug die anderen Fahrzeuge in der Nähe warnen, wäre die Latenz bei LTE zu hoch, um einen weiteren Unfall zu vermeiden. Dies wird erst 5G mit einer Verzögerungszeit von einer Millisekunde leisten, also Internet nahezu in Echtzeit.

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Zur Person

Erik Brenneis ist seit 2009 als Group Director Machine-to-Machine für das weltweite M2M- Geschäft von Vodafone verantwortlich. Dazu gehört auch das im vergangenen Jahr erworbene Vodafone Automotive Business, vormals Cobra Automotive Technologies. Zuvor war er in verschiedenen Managementpositionen in der Industrie und bei Technologieunternehmen tätig, unter anderem bei der Siemens AG und dem Schweizer Unternehmen Landis & Gyr, einem der weltweit führenden Anbieter von integrierten Energiemanagement-Lösungen.

Brenneis hat an der Universität Karlsruhe Elektroingenieurswesen studiert und verfügt zudem über einen Abschluss in Betriebswirtschaftslehre.

In ungefähr fünf Jahren soll 5G auf dem deutschen Markt starten. Ist das dann flächendeckend oder wie bei den meisten Systemen der Vergangenheit zuerst nur in Ballungszentren?

Derzeit befinden wir uns noch in einem frühen Stadium und arbeiten gemeinsam mit der TU Dresden und führenden Forschern an der Entwicklung des neuen Standards. 5G ist nicht nur ein Thema für die Automobilbranche sondern insgesamt für den gesamten Telekommunikationsmarkt ein Game-Changer. Eine wichtige Voraussetzung für die Verfügbarkeit von 5G sind ausreichend Frequenzen: Tiefe Frequenzen für die ländlichen Gebiete einerseits und hohe Frequenzen für Gebiete mit einer hohen Bevölkerungsdichte. Mit den vor kurzem erst ersteigerten Frequenzen haben wir hier beste Voraussetzungen für die Zukunft geschaffen. Wir rechnen damit, dass wir ab 2020 mit 5G starten.

Wollen Sie im Automotive Bereich noch Kompetenzen hinzugewinnen? Sind dafür auch weitere Zukäufe angedacht?

Heute sind wir im Automobilbereich sehr gut aufgestellt, da wir sowohl für die Hard- und Software als auch für die Netzinfrastruktur das passende Portfolio und die entsprechenden Kompetenzen im eigenen Haus haben. Unser Ziel ist es, den Wachstumskurs der vergangenen Jahre weiter voranzutreiben und das Internet im Auto mit den entsprechenden Services flächendeckend einzuführen. In Europa sind wir bereits Marktführer und Lieferant von rund 80 Prozent der Automobilhersteller in den Bereichen elektronische Systeme, Telematik-Lösungen oder Konnektivität. Zudem wollen wir mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G das autonome Fahren voranbringen. Hier werden wir weitere Partnerschaften eingehen.

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Über den Autor

 Christian Otto

Christian Otto

stellvertretender Chefredakteur, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE