Volkswagen „Alleingänge einzelner Marken können wir uns schlicht nicht mehr leisten“

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Daniela Cavallo hat das VW-Management aufgefordert, gemeinsame Ziele für die Konzernmarken stärker aus Wolfsburg zu steuern. Es fehle im Unternehmen an Disziplin.

Daniela Cavallo hat bei einer Betriebsversammlung von Volkswagen mehr Disziplin bei dem Autohersteller angemahnt. Im Bild: Cavallo bei einer Veranstaltung im Jahr 2023.(Bild:  Volkswagen)
Daniela Cavallo hat bei einer Betriebsversammlung von Volkswagen mehr Disziplin bei dem Autohersteller angemahnt. Im Bild: Cavallo bei einer Veranstaltung im Jahr 2023.
(Bild: Volkswagen)

VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo hat den Konzernvorstand aufgefordert, Töchter wie Audi und Porsche an die kürzere Leine zu nehmen. „Wolfsburg muss wieder stärker Dreh- und Angelpunkt für den gesamten Konzernverbund sein“, sagte sie auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg laut Redemanuskript, das der dpa in Auszügen vorliegt. „Alleingänge einzelner Marken können wir uns schlicht nicht mehr leisten. Im Moment ist das oft Kraut und Rüben“, kritisierte sie. „Es mangelt an Disziplin!“

Die Konzernspitze um Oliver Blume fordert sie auf, Machtworte zu sprechen, „um Marken-Egoismen einzufangen“. Nur so ließen sich Synergien im Konzern nutzen. „Es braucht gemeinsame Ziele.“ Dafür brauche es klare Vorgaben und den nötigen Durchgriff aus dem Konzernvorstand.

Markenchef Schäfer: „Die Richtung stimmt“ 

Markenchef Thomas Schäfer sprach mit Blick auf die ein halbes Dutzend Weltpremieren 2026 von einem entscheidenden Jahr für Volkswagen. „Die Marke Volkswagen kommt voran, die Zahlen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte er laut Mitteilung. „Diesen Stand haben wir uns hart erarbeitet. Die Richtung stimmt, aber wir sind noch nicht im Ziel und dürfen jetzt nicht nachlassen.“

Konzernchef Oliver Blume, der eigentlich nicht auf der Rednerliste stand, wandte sich ebenfalls mit einem kurzen Statement an die Belegschaft. „Wir gehen voran in der Mobilität der Zukunft“, sagte er laut Mitteilung. Das sei der Erfolg der gesamten Belegschaft und zugleich Ansporn für den Konzern. „Dafür sage ich euch Danke von Herzen – im Namen des gesamten Vorstands.“

Ausblick auf den Golf 9

Erstmals gezeigt wurde auf der Betriebsversammlung die Silhouette des künftigen Elektro-Golf 9 – als schwarz-weißer Umriss auf der Großbildleinwand. Das Seitenprofil sieht dabei fast genauso aus wie beim Golf 8. VW will die Produktion des aktuellen Modells 2027 nach Mexiko verlagern, um in Wolfsburg Platz zu machen für den Umbau für E-Modelle.

Ende des Jahrzehnts soll im Stammwerk dann der vollelektrische Nachfolger anlaufen. Damit, so Cavallo, bleibe der Golf auch in der neunten Generation ein Wolfsburger.  Sorgen, dass VW die Pläne noch einmal ändere, müsse sich niemand machen, sagte Cavallo. Der E-Golf aus Wolfsburg sei „jetzt schon verbindlich beschlossen – ohne Wenn und Aber“.

Noch keine Entscheidung gibt es nach Aussage Cavallos über die von ihr geforderte Anerkennungsprämie für alle Tarifbeschäftigten bei VW. Der Vorstand werde darüber erst nach der Betriebsratswahl – die kommende Woche stattfindet – entscheiden, sagte sie. Hintergrund für die Forderung ist die überraschend gute Kassenlage, die der Konzern im Januar gemeldet hatte. Cavallo hatte daraufhin gefordert, die Belegschaft an den sechs Milliarden Euro Cashflow zu beteiligen.

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