Kooperation Rivian erhält weitere Milliarde von VW

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Volkswagen nutzt die Software-Kompetenz von Rivian. Das Start-up erhält so frisches Kapital. Nun wurde ein Meilenstein erreicht, der dem Start-up einen weiteren, vereinbarten Milliardenbetrag sichert.

Volkswagen stockt seine Anteile an Rivian auf.(Bild:  Rivian)
Volkswagen stockt seine Anteile an Rivian auf.
(Bild: Rivian)

Volkswagen stockt die Beteiligung an Rivian auf. Nachdem das US-Unternehmen Anfang Mai die Voraussetzungen erfüllt hatte, wird an diesem Montag nun eine zweite Zahlung in Höhe von einer Milliarde US-Dollar (ca. 850 Millionen Euro) fällig, mit der sich VW an Rivian beteiligt. Bereits im vergangenen Jahr war VW dort mit einer Milliarde Dollar eingestiegen und hält laut Geschäftsbericht seither 8,6 Prozent an dem US-Unternehmen.

Die Geldspritzen sind Teil der Kooperation zwischen beiden Firmen. Volkswagen hatte im vergangenen Jahr zugesagt, bis zu 5,8 Milliarden Dollar in das Projekt zu investieren. Die Wolfsburger bekommen dadurch Zugang zur Elektronik-Architektur von Rivian und erhoffen sich davon Hilfe bei der Lösung ihrer Software-Probleme. Rivian verschaffen die Milliarden aus Deutschland Luft, um zum kommenden Jahr die Produktion eines günstigeren Modells hochzufahren, das die Verkäufe steigern soll.

Geld für VW-Rivian-Gemeinschaftsunternehmen

Von den bis zu 5,8 Milliarden Dollar, die Europas größter Autobauer für das Projekt ausgeben will, entfallen 3,5 Milliarden Dollar auf Rivian-Anteile. Die erste Milliarde floss im vergangenen Jahr sofort. Weitere drei Raten folgen, sobald fest vereinbarte Projektfortschritte erreicht wurden. Im Gegenzug erhöht sich jedes Mal der Anteil, den VW an Rivian hält. Am Ende könnte Volkswagen größter Einzelaktionär bei Rivian sein. Bisher ist das Amazon.

Daneben fließen 2,3 Milliarden Dollar in das Ende 2024 gestartete Gemeinschaftsunternehmen Rivian Volkswagen Technologies. Das Gros davon geht am Ende wieder an den US-Partner – für den Kauf von Technik und Software, die die Amerikaner in das Projekt einbringen. Das Gemeinschaftsunternehmen soll auf Basis der Rivian-Technik eine neue E/E-Architektur und Software für E-Autos entwickeln, die dann bei beiden Partnern zum Einsatz kommen kann.

Die Wolfsburger haben seit Jahren mit Problemen bei der hauseigenen Software-Entwicklung zu kämpfen, immer wieder kam es zu Terminverschiebungen. Dadurch verzögerten sich bereits mehrere Modellstarts, zum Teil um mehrere Jahre. Das Start-up Rivian konnte dagegen eine von Grund auf neue Architektur entwickeln, in der die Auto-Elektronik in mehrere Zonen mit eigenen Computern aufgeteilt wird und die dadurch mit deutlich weniger Steuergeräten auskommt.

Erst bei VW, dann bei Audi und Porsche

Erstes VW-Modell mit der neuen Rivian-Technik soll 2027 der Elektro-Kleinwagen ID 1 werden, von dem VW im März die Studie ID Every1 gezeigt hatte. Gebaut werden soll das Auto im portugiesischen VW-Werk in Palmela. Angepeilter Kaufpreis: 20.000 Euro. Der Einsatz der Rivian-Technik soll dabei helfen, den Preis entsprechend zu drücken. Dank großer Stückzahlen gebe es hier Kostenvorteile, hieß es bei VW.

Anschließend möchte Konzernchef Oliver Blume die Rivian-Technik dann konzernweit ausrollen. Nach der Kernmarke VW soll Audi folgen, später Porsche „und danach kommen alle anderen Marken“, hatte Blume im November beim Start des Joint Ventures angekündigt. Auch die neue US-Marke Scout soll 2027 bereits mit Rivian-Technik starten. Nicht zum Einsatz kommt sie in China: Dort setzt VW auf eine Kooperation mit dem Elektroautohersteller Xpeng. Und auch Verbrenner bleiben außen vor: Die neue E/E-Architektur ist rein auf E-Autos ausgelegt.

Rivian in roten Zahlen

Dass Rivian die Hürde für die zweite Milliardenspritze aus Wolfsburg nahm, hat aber noch nichts mit dem technischen Fortschritt bei dem Projekt zu tun. Voraussetzung war nur das Erreichen finanzieller Gewinnziele beim Partner. Die im Jahr 2009 gegründete Firma hat seit Jahren mit roten Zahlen zu kämpfen, konnte nun aber zwei Quartale in Folge mit einem Bruttogewinn abschließen.

Das öffnete die Tür für die Zahlung aus Wolfsburg. Unterm Strich schrieb Rivian aber auch im vergangenen Quartal rote Zahlen. Immerhin: Der Nettoverlust konnte deutlich verringert werden – von gut 1,4 Milliarden auf 540 Millionen Dollar.

Für die nächsten beiden Überweisungen aus Wolfsburg muss dann bei der Technik geliefert werden. Die nächste Milliarde soll Mitte 2026 fließen, wenn bestimmte technologische Meilensteine erreicht werden. Weitere 500 Millionen Dollar sind dann 2027 als Schlusszahlung vorgesehen, sobald der erste VW mit Rivian-Technik in Serie geht.

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