Menschenrechte VW verhandelt über Zukunft des Werks in Xinjiang

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Volkswagen befindet sich nach eigenen Angaben in Gesprächen mit seinem Joint Venture in der chinesischen Region Xinjiang. Es geht um das Werk vor Ort und künftige Aktivitäten.

Volkswagen prüft nach eigenen Angaben eine Neuordnung seiner Aktivitäten in der chinesischen Provinz Xinjiang. Symbolbild: Blick in die Fertigung im Werk in Anting bei Shanghai.(Bild:  Volkswagen AG)
Volkswagen prüft nach eigenen Angaben eine Neuordnung seiner Aktivitäten in der chinesischen Provinz Xinjiang. Symbolbild: Blick in die Fertigung im Werk in Anting bei Shanghai.
(Bild: Volkswagen AG)

Volkswagen prüft eine Neuordnung seiner Aktivitäten in der chinesischen Region Xinjiang. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Hintergrund sind Berichte über mögliche Menschenrechtsverletzungen. „Der Volkswagen-Konzern befindet sich derzeit in Gesprächen mit dem nicht kontrollierten Joint Venture Saic-Volkswagen über die künftige Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten in der Provinz Xinjiang“, sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch (14. Februar) der dpa. 

„Derzeit werden verschiedene Szenarien intensiv geprüft.“ Ob dabei auch ein Rückzug aus der Region zur Diskussion steht, ließ der Sprecher auf Nachfrage offen. Zum Inhalt der laufenden Gespräche äußere man sich nicht.

VW hatte externe Prüfer beauftragt

Der im Jahr 2013 eröffnete VW-Standort Urumqi steht wegen möglicher Menschenrechtsverletzungen in der von Uiguren bewohnten Provinz in der Kritik. Der Autokonzern hatte im Sommer ein Unternehmen beauftragt, die Arbeitsbedingungen in dem umstrittenen Werk in Xinjiang auf Menschenrechtsverletzungen hin zu untersuchen. Die Prüfer teilten im Dezember mit, es gebe keine Hinweise auf oder Belege für Zwangsarbeit bei den Mitarbeitenden.

VW hatte bisher darauf verwiesen, dass es sich bei dem Werk Urumqi in Xinjiang um ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Partner Saic handele, bei dem der Partner die Kontrollmehrheit habe. Der Vertrag läuft eigentlich noch bis 2029. Am Standort Urumqi arbeiten nach früheren VW-Angaben nur noch rund 197 Menschen. Sie bereiten ausschließlich Fahrzeuge für die Auslieferung vor. Die Autoproduktion wurde am Standort inzwischen eingestellt, die Anzahl der Beschäftigte sank von einst 650 auf unter 200.

BASF kündigt Rückzug aus Xinjiang an

Der BASF-Konzern hatte vergangenen Freitag angekündigt, Anteile an seinen beiden Joint Ventures im chinesischen Korla im Zentrum der Region Xinjiang zu verkaufen. Das Unternehmen verwies dabei auch auf jüngste Berichte über mögliche Menschenrechtsverletzungen. Mehrere Politiker hatten daraufhin Volkswagen aufgefordert, dies ebenfalls zu tun.

Uiguren, Angehörige anderer Minderheiten und Menschenrechtsorganisationen berichten seit Jahren, dass Hunderttausende Menschen in Xinjiang gegen ihren Willen in Umerziehungslager gesteckt, zum Teil gefoltert und zu Zwangsarbeit gezwungen würden. Die chinesische Regierung bestreitet diese Vorwürfe.

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