Volvo nutzt Recycling-Stahl von SSAB in der Serienfertigung

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

Volvo will künftig recycelten und nahezu emissionsfreien Stahl in der Serienfertigung seiner Fahrzeuge verbauen. Beim Grünstahl aus Deutschland hat inzwischen ein Stahlhersteller seinen Invest gestoppt.

Volvo will künftig Grünstahl von SSAB in seinen Modellen verbauen.(Bild:  Volvo)
Volvo will künftig Grünstahl von SSAB in seinen Modellen verbauen.
(Bild: Volvo)

Volvo will künftig recycelten und nahezu emissionsfreien Stahl von SSAB für die Serienproduktion nutzen. Der mit dem schwedischen Stahlunternehmen unterzeichnete Vertrag sieht eine Lieferung noch 2025 vor. Volvo will mit der erweiterten Zusammenarbeit eine Kreislaufwirtschaft aufbauen: Der Automobilhersteller erwirbt recycelten Stahl und verkauft Stahlschrott. Dadurch kann Volvo nach Unternehmensangaben in einem geschlossenen Kreislaufsystem den höchsten Materialwert über einen längeren Zeitraum hinweg erzielen. Laut Volvo-Produktionschefin Francesca Gamboni „macht Stahl für die Fertigung unserer Fahrzeuge durchschnittlich 25 Prozent aller materialbezogenen Emissionen eines neuen Volvo-Modells aus“. Den recycelten Stahl will Volvo im vollelektrischen SUV EX60 einsetzen; außerdem in weiteren Modellen auf der SPA3-Fahrzeugarchitektur der nächsten Generation.

EU-Länder wollen Recyclingquote für Neufahrzeuge

Verglichen mit traditionell in Europa hergestelltem Stahl verursacht der SSAB-Stahl aus nahezu vollständig recycelten Materialien fast 100 Prozent weniger CO2-Emissionen im Betrieb. Volvo will bis zum Jahr 2030 durchschnittlich 30 Prozent recycelte Materialien in der gesamten Flotte verwenden. Die EU-Länder planen zudem eine Recyclingquote für neue Autos. Demnach sollen diese künftig so konzipiert werden müssen, dass Teile leichter entfernt und ersetzt werden können. Außerdem soll der Mindestanteil an recyceltem Kunststoff in Fahrzeugen steigen: 15 Prozent bis sechs Jahre nach dem Inkrafttreten der Verordnung sind vorgesehen. Nach acht Jahren soll der Anteil bei 20 und nach zehn Jahren bei 25 Prozent liegen. Die Verständigung der Länder geht auf einen Vorschlag der EU-Kommission zurück. Diese hatte die neuen Vorgaben bei der Konstruktion von Fahrzeugen unter anderem vorgeschlagen, um Rohstoffe wie Stahl, Aluminium oder Kunststoffe besser zurückzugewinnen.

Arcelor Mittal stoppt Invest in Grünstahlwerke in Deutschland

In Deutschland ist inzwischen ein großer Stahlhersteller aus den Plänen für grünen Stahl ausgestiegen. Arcelor Mittal  hat laut der Deutschen Presse-Agentur bekanntgegeben, dass es seine Grünstahlpläne in Deutschland vorerst gestoppt hat. Der Konzern will laut der Agentur die Produktion seiner Stahlwerke in Bremen und Eisenhüttenstadt doch nicht klimaschonend umbauen. Marktsituation und fehlende Wirtschaftlichkeit einer CO2-reduzierten Stahlproduktion seien Gründe für die Entscheidung.

Thyssenkrupp hält an Grünstahl fest

Deutschlands größter Stahlproduzent Thyssenkrupp Steel will hingegen in Duisburg weiterhin eine Anlage für sogenannten grünen Stahl errichten: „Wir halten an unserem Plan fest, die erste Direktreduktionsanlage in Duisburg fertigzustellen“, sagte ein Firmensprecher auf Anfrage der Agentur. Aber: Auch er wies darauf hin, dass sich das Unternehmen „mit dem Projekt an der Grenze der Wirtschaftlichkeit" bewege – und begründet das vor allem mit dem Mangel an genügend bezahlbarem Wasserstoff und an einer Aussicht auf langfristig wettbewerbsfähige Energiepreise.

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