Gefahren Volvo XC90: Hybrid-Flaggschiff im zweiten Frühling

Von Daniel Killy/SP-X 3 min Lesedauer

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Fast zehn Jahre alt, aber frischer denn je: Der Volvo XC90 scheint nicht zu altern. Das große SUV aus Schweden zeigt nach dem umfangreichen Relaunch seine Ähnlichkeiten mit dem neuen EX90.

Der Volvo XC90 macht mit seinem Allradantrieb und dem Offroadmodus auch im Schnee wie hier auf der Roßfeldpanoramastraße bei Berchtesgaden eine gute Figur.(Bild:  Timo Wendt/Volvo)
Der Volvo XC90 macht mit seinem Allradantrieb und dem Offroadmodus auch im Schnee wie hier auf der Roßfeldpanoramastraße bei Berchtesgaden eine gute Figur.
(Bild: Timo Wendt/Volvo)

Man hat sich wirklich angestrengt in Göteborg – und siehe da: die mittlerweile bald ein Jahrzehnt alte zweite Generation des XC90 ist mit dem 2026er-Upgrade geradezu in einen Jungbrunnen gefallen. Eigentlich stand er nach Volvos resoluten Elektrifizierungsplan zur Ablösung bereit. Doch er verkaufte sich einfach zu gut – knapp eine Million Mal seit 2015. Und dann verlängerte die politische und ökonomische Realität den Lebenszyklus des Verbrenners, was wiederum zu einem Hoch der Hybrid-Antriebe führte. Gerade nach dem Ende des Diesels bei den Schweden ist die vermeintliche Brückentechnik wieder begehrt – nicht nur bei Flottenkunden.

Schon bei der Parallelpremiere des EX90 und des überarbeiteten XC90 im vergangenen Herbst wurde eine Angleichung der Optik deutlich. Zwar sind die Vorderflächen unterschiedlich. Statt der geschlossenen Fläche bei den E-Modellen springt beim XC90 der neue Kühlergrill mit zwei gegenläufigen Streben-Konstruktionen ins Auge, die vom Volvo-Logo geteilt und gleichzeitig zusammengeführt werden. Ein schlichter wie eleganter Designschachzug, der die Vorderpartie des XC90 deutlich aufwertet und zudem bis zu den Scheinwerfern ausdehnt. Dazu passt die schmalere Augenpartie, die durch die neuen Leuchten konturiert werden.

Edel-reduzierte Atmosphäre

Auch die Rückleuchten wurden angepasst – ihre leicht modifizierte Linienführung und Farbgebung wirkt dynamischer und filigraner zugleich. Auch hier hat eine behutsame Annäherung an die Konturensprache des EX90 stattgefunden. Gleiches gilt für das Interieur. Natürlich lässt sich die Kardanwelle nicht komplett verstecken. Doch der Vorderbereich des neuen XC90 wirkt deutlich reduzierter, luftiger und aufgeräumter als bisher. Die Armaturentafel ist horizontaler gestaltet, die Materialien – unter anderem Naturholz-Intarsien und auf Wunsch auch noch Nappaleder – verbreiten eine edel-reduzierte Atmosphäre. Und natürlich sind sie nachhaltiger als bisher. Das neu entwickelte Lederimitat Nordico (unter anderem aus Kiefernöl) kommt ebenso zum Einsatz wie recycelte Textilien.

Auch das hoch auflösende Zentraldisplay (11,2"-Touchscreen, 31,2 cm Diagonale) wurde den neu entwickelten Elektro-Modellen EX30 und EX90 entnommen. Die Bedienlogik ist gleich und überzeugt durch eine intuitive Struktur. So lässt sich mit einem Fingerdruck beim Plug-in-Hybrid von Hybrid auf vollelektrische Fahrweise umschalten. Unterwegs besticht das neue Spitzenmodell, der T8 AWD Plug-in-Hybrid, durch ein Fahrwerk, das den üblicherweise reparaturbedürftigen Straßenbelag deutscher Landstraßen ohne spürbare Mühe wegbügelt – auf Wunsch auch mittels adaptivem Luftfahrwerk, mit dem unser Testfahrzeug ausgestattet war.

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Die rein elektrische Reichweite von 70 Kilometern erreichten wir bei recht kalten Temperaturen im Alpenvorland zwar nicht. Aber für die üblichen Wege unter der Woche sollte die Elektro-Reichweite reichen, auch wenn es auf dem Markt mittlerweile eher Mode ist, bei neuen Plug-in-Hybriden 100-km-Reichweiten anzubieten.

Verbrauch von 1,5 Litern

Im Mix mit dem per Standard-Einstellung stets aktiven Hybrid-Antrieb erreicht das beinahe 2,3 Tonnen schwere Benziner-Flaggschiff von Volvo auf dem Papier Werte von deutlich unter zwei Litern. In der Praxis bestätigte sich bei einem Verbrauch um die 1,5 Liter auf 100 km der sparsame Eindruck. Ist der Akku (18,8 kWh) allerdings leer, schießt naturgemäß der Verbrauch in die Höhe. Dann geht’s bei forscher Fahrt schon mal an die 7,5 Liter/100 km, was bei dem Gewicht des Fahrzeugs aber noch kommod ist.

Wer die direkte Kommunikation mit der Straße schätzt, sollte die Lenkung auf „sportlich“ stellen. Von den Fahrmodi ist „Power“ sicherlich der mit dem größten Spaßfaktor, wenn der XC90 seine ganze Systemleistung von 335 kW/455 PS ausspielen kann. Bei dem teilweise starken Schneefall rund um Berchtesgaden war bei einigen windungsreichen Bergstraßen durchaus der Offroadmodus eine Option.

Volvo XC90: Stolzer Preis

Der neue XC90 ist der beste, den Volvo je gebaut hat – auch im Wortsinn, denn an Bord sind alle nur erdenklichen Accessoires, die beim Fahren das Risiko Mensch auf ein Minimum reduzieren. Aber es ist auch der teuerste. Binnen knapp zweier Jahre verteuerte sich der T8 von gut 77.000 Euro auf 87.500 Euro. Ganz zu schweigen von unserem top-ausgestatteten Testwagen. Der kommt mit 107.000 Euro in die Gefilde des elektrischen Topmodells EX90 in Bestausstattung.

Wer die Qualität des XC90 zu einem etwas erträglicheren Tarif genießen möchte, ist wahrscheinlich mit dem XC90 B5 Mildhybrid mit 184 kW/250 PS und dem 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder besser bedient: Den gibt es für „nur“ 79.900 Euro.

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