Produktion VW in China trennt sich vom umstrittenen Werk in Xinjiang

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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VW verkauft sein umstrittenes Werk in Xinjiang an ein chinesisches Staatsunternehmen. Der Standort war wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik. Auch andere Werke sind auf dem Prüfstand.

VW trennt sich von seinem Werk in Xinjiang.(Bild:  Volkswagen China)
VW trennt sich von seinem Werk in Xinjiang.
(Bild: Volkswagen China)

Volkswagen zieht sich aus seinem umstrittenen Engagement in der chinesischen Uiguren-Region Xinjiang zurück. Das Werk in Urumqi, das mit dem chinesischen Staatskonzern SAIC als Partner betrieben wurde, sei verkauft worden, teilte der Volkswagen-Konzern am Mittwoch (27.11.) mit. Käufer ist das chinesische Staatsunternehmen SMVIC, das im Gebrauchtwagengeschäft tätig ist.

Der Standort Urumqi im Nordwesten Chinas war wegen Menschenrechtsverletzungen an Mitgliedern der Uiguren-Minderheit lange in der Kritik. Mit einer Untersuchung ging VW den Vorwürfen nach. Als Grund für den Verkauf wurden wirtschaftliche Gründe genannt. Über die Zukunft des Werkes war monatelang verhandelt worden. Seit 2019 werden in Xinjiang keine Autos mehr gebaut.

Kooperationsvertrag verlängert

Die Wolfsburger verlängerten zugleich am Dienstag ihren Kooperationsvertrag mit SAIC um weitere zehn Jahre bis 2040. Zwischen dem Rückzug aus Xinjiang, der vor wenigen Tagen besiegelt worden sei, und der Vertragsverlängerung bestehe allerdings kein Zusammenhang, hieß es bei Volkswagen.

VW will in China eine neue Produktoffensive ab 2026 starten und bis Ende der Dekade mit SAIC 18 neue Modelle der Kernmarke Volkswagen und von Audi auf den Markt bringen. Davon seien 15 exklusiv für den chinesischen Markt. Bis 2030 will der VW-Konzern jährlich vier Millionen Autos verkaufen und so in China auf einen Marktanteil von 15 Prozent kommen. Im vergangenen Jahr lag der Anteil nach VW-Angaben bei 14,5 Prozent.

Volkswagen hatte das Werk in der Provinzhauptstadt Urumqi 2013 mit SAIC eröffnet – mit einer damals geplanten Vertragslaufzeit bis 2029. Laut VW hatte SAIC die Kontrollmehrheit an dem Standort, an dem einst Fahrzeuge montiert wurden, um sie im Westen Chinas zu verkaufen. Doch das Vorhaben auf dem schwächer als erwarteten Markt scheiterte.

Käufer übernimmt Mitarbeiter

Der Käufer des Werkes in Urumqi sowie der beiden Teststrecken in Turpan und Anting mit seinen verblieben etwas mehr als 170 Mitarbeitern ist ein Staatsbetrieb aus Schanghai. Der neue Besitzer habe die Übernahme der verbliebenen Angestellten zugesichert, hieß es.

VW hatte das Werk auch wegen des schwachen Fahrzeugmarktes in der Gegend und der Corona-Pandemie Probleme bereitet. Schon seit 2019 wurden dort keine Autos mehr produziert. Zuletzt kümmerte sich die Belegschaft, von der laut älteren VW-Angaben knapp ein Viertel einer ethnischen Minderheit angehörten, um die technische Inbetriebnahme von Fahrzeugen wie den VW Passat oder Lavida, also stellten etwa das Fahrwerk ein oder führten weitere Prüfungen durch. Zu seinen Hochzeiten zwischen 2015 und 2019 hatte das Werk laut VW-Angaben ungefähr 650 Beschäftigte.

Weitere Werke möglicherweise auf dem Prüfstand

VW will über Xinjiang hinaus sein Produktionsnetz weiter anpassen, wie es hieß. Die Standorte sollen für den Fokus auf die Elektrifizierung umgebaut werden. Laut VW ist dies allerdings nicht für alle Werke möglich. In der Vergangenheit hatte es bereits Gerüchte gegeben, VW könnte sich von seinem Werk im ostchinesischen Nanjing trennen.

Laut Experten versäumte der Konzern in China jedoch den Start der E-Mobilität, hatte hohe Kosten bei schwacher Auslastung. VW zog mit eigens für den chinesischen Markt gebauten Elektroautos nach, doch im erbitterten Preiskampf der chinesischen Konkurrenz fahren Marken wie BYD oder Li Auto bislang davon. 2025 wird laut Volkswagen deshalb noch schwierig. Ab 2026 soll der Trend dann wieder nach oben zeigen.

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