Auto Shanghai VW erwartet „Play-offs“ in China

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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China ist der wichtigste Automarkt der Welt. Mittlerweile mischen allerdings nicht nur reine Fahrzeughersteller mit. Volkswagen rechnet mit starker Konkurrenz.

Ralf Brandstätter sieht VW in China gegen die Konkurrenz gut aufgestellt.(Bild:  Volkswagen AG)
Ralf Brandstätter sieht VW in China gegen die Konkurrenz gut aufgestellt.
(Bild: Volkswagen AG)

Volkswagen erwartet mit der zunehmenden Konkurrenz großer Tech-Unternehmen auf dem chinesischen Automarkt verschärften Wettbewerb. „Das macht uns das Leben nicht leichter“, sagte Volkswagen-Vorstandmitglied für China, Ralf Brandstätter, in Schanghai. VW sehe sich aber mit seinem Stand der Technik für China gegen die Konkurrenz gut aufgestellt und in der Lage, seinen Teil des Marktes zu übernehmen.

„Aus meiner Sicht beginnt jetzt die Play-off-Saison“, sagte Brandstätter in Bezug auf im Sport übliche Ausscheidungsspiele. Manche Marktteilnehmer könnten aufholen, aber nicht alle würden überleben, sagte er.

Neue VW-Modelle

Die Volkswagen-Gruppe hatte für die am Mittwoch beginnende Automesse in Schanghai eine große Produktoffensive angekündigt. Am Vorabend zeigte der Konzern fünf Weltpremieren. Drei Fahrzeuge stellt VW in Schanghai als „Showcars“, also seriennahe Fahrzeuge, vor.

Darunter war ein SUV als sogenannter Range Extender, also ein Auto mit Elektroantrieb, bei dem ein Verbrennermotor die Batterie lädt und mehr Reichweite garantiert. Daneben stellte VW ein vollelektrisches Auto vor, sowie ein Auto im sehr umkämpften Kompaktklasse, das auch preislich der chinesischen Konkurrenz die Stirn bieten soll. Laut Brandstätter würde das Fahrzeug umgerechnet in Euro etwa 17.000 Euro in China kosten.

Unrealistische Preise in China

Die Preise in China seien ein Problem, sagte VW-Markenchef Stefan Mecha. Die Fahrzeuge der Konkurrenz hätten alles an Technik, aber nicht zu einem realistischen Preis. Für ein realitätsnahes Bild müssten die Autos eigentlich das Doppelte kosten.

Die Wolfsburger setzen auf viel Technik in ihren Fahrzeugen und stellen in Schanghai ein selbst entwickeltes automatisiertes Fahrsystem (ADAS) vor. Das Fahrsystem soll eine Fahrfähigkeit bis zu Level 2++ erreichen. Damit fährt das Auto nicht vollständig autonom, aber die Technik bietet Funktionen wie Spurhalteassistent oder Geschwindigkeitskontrolle, was zum Beispiel beim Fahren auf der Autobahn den Fahrer entlasten soll.

Deutlich gesunkenes Ergebnis

Der harte Wettbewerb in China, aber auch hohe Umbaukosten im Unternehmen setzten dem gesamten Volkswagen-Konzern im vergangenen Jahr spürbar zu. Unter dem Strich verdiente VW mit 12,4 Milliarden Euro fast 31 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Vom einstigen Gewinnbringer China kam deutlich weniger Ergebnis.

Vergangenes Jahr verdiente VW mit seinen chinesischen Joint Ventures anteilig 1,7 Milliarden Euro, dieses Jahr haben die Wolfsburger wegen weiterer Investitionen und des harten Preiskampfs nur 0,5 bis eine Milliarden Euro anteiliges Ergebnis eingeplant. Zum Vergleich: In den Jahren 2018 und 2019 hat VW in China operativ jeweils 4,6 und 4,4 Milliarden Euro verdient.

2027 soll das anteilige operative Ergebnis der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen wieder auf mehr als zwei Milliarden Euro steigen, sagte Brandstätter.

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