VW aktualisiert seinem Bestseller zum 50. Geburtstag. Künftige Kunden können unter neun Antriebsvarianten wählen – darunter ein Plug-in-Hybrid, der für gut 100 Kilometer rein elektrisch unterwegs sein kann.
VW hat den Golf umfangreich überarbeitet.
(Bild: VW)
Auch im vergangenen Jahr war der VW Golf mit rund 81.000 Einheiten wieder das meistverkaufte Auto in Deutschland. Seine Zulassungszahlen schrumpfen zwar Jahr für Jahr. Aber gegen die hauseigene Konkurrenz der SUV-Modelle Tiguan und T-Roc und gegen die E-Autos von VW konnte sich die Ikone in der Gunst der Kunden knapp behaupten. Nach vier Jahren kommt nun bei nahezu unveränderten Abmessungen eine weitreichende Weiterentwicklung mit vielen Details. „Mehr Effizienz, Komfort, Wertigkeit und ein neues Bedienkonzept. Mehr Golf geht nicht“, sagt Markenchef Thomas Schäfer.
In der Tat haben die Ingenieure aus Wolfsburg aus Fehlern beim derzeitigen Golf 8 und der Kundenkritik gelernt. Ein Beispiel hierfür sind die „Touchslider“ genannten Schieberegler für Temperatur- und Lautstärkeeinstellung. Sie sind jetzt besser bedienbar und vor allem endlich wieder beleuchtet. Das Herzstück ist der schwebend angebrachte 12,9-Zoll-Zentralmonitor (10,4 Zoll im Basismodell).
Umfangreiche Anpassungen im Cockpit
Die Software wurde komplett neu gestaltet, die Prozessoren arbeiten schneller als bisher. Wichtige Funktionen sind in einer oberen Touchpad-Leiste gebündelt, auf der oft benutzte Apps direkt angewählt werden können. Das bislang umständliche Suchen auf dem Display entfällt. Die untere Drucktasten-Reihe dient dem direkten Zugriff auf Klima und Sitzheizung. Verbessert wurde auch die Spracherkennung.
Der zweite Bildschirm (10,2 Zoll) hinter dem Lenkrad kann frei gestaltet werden. So werden entweder klassische Rundinstrumente optisch nachempfunden oder wichtige Infos in Kacheln dargestellt. In den Raum dazwischen kann zum Beispiel die Navi-Karte des Zentraldisplays gespiegelt werden. Auch ein Head-up-Display ist bestellbar.
All die Elektronik ist verknüpft mit einer Fülle von Assistenzsystemen. Neu ist das ferngesteuerte Ein- und Ausparken per Handy-App, bei dem der Fahrer sein Auto von außen in eine enge Parklücke oder in die schmale Garage bugsiert. Im neuen „Area-View“ erscheint auf dem Monitor ein Live-Bild des Autos aus der Vogelperspektive, virtuell erzeugt durch das Zusammenschalten von drei Kameras.
Neun verschiedene Antriebsvarianten
Aufhorchen lässt die Vielfalt des Angebots im Motorraum. Gestartet wird mit vier 1,5-Liter-Benzinern, die für Limousine und den Variant genannten Kombi zur Verfügung stehen. Die Basismodelle mit Handschaltung leisten 85 kW/115 PS oder 110 kW/150 PS. Gleich große Triebwerke können auch mit einem Mild-Hybrid-System kombiniert werden. An Bord sind dann ein 48-Volt-Bordnetz und Zylinderabschaltung. Eine kleine Zusatzbatterie übernimmt die Versorgung des Startergenerators.
Das Ergebnis soll ein deutlich geringerer Verbrauch sein, über dessen Daten VW noch nichts preisgibt. Bekannt ist aber, dass die „milden“ Hybride serienmäßig über eine Siebengang-DSG-Automatik geschaltet werden. Erst ab dem Jahr 2025 ist dann der 2,0 TSI mit Allradantrieb zu haben. Er ist stärker als das heutige Modell mit diesem Kürzel, leistet dann 150 kW/204 PS. Mit Zwei-Liter-Motoren mit 85 kW/115 PS oder 110 kW/150 PS warten zwei Varianten auf die Dieselfans.
Plug-in-Hybrid fährt 100 Kilometer rein elektrisch
Wer zumindest zeitweise rein elektrisch fahren will, kommt an den beiden Hybridmodellen nicht vorbei. Sie kombinieren den schon erwähnten 1,5-Liter-Benziner mit einem E-Antrieb, dessen Akku fast 20 kWh speichert. Das soll für eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern sorgen. Zusammen kommen die beiden Antriebe auf 150 kW/204 PS. Geladen werden kann an der Wallbox, öffentlichen Wechselstrom-Zapfstellen mit bis zu elf kW (bisher waren es nur 3,6 kW), aber auch an einer DC-Schnellladesäule mit bis zu 50 kW.
Die gleiche Technik nutzt der neue „Super-Hybrid“ mit dem Kürzel GTE. Mit 200 kW/272 PS ist er der Champion auf dem Golfplatz. Damit stellt er sogar den klassischen GTI mit seinem Zwei-Liter-Benziner in den Schatten, der zwar um 10 kW/14 PS auf 195 kW/265 PS zulegt, aber dem Teilzeitstromer gegenüber das Nachsehen hat.
Wer nach äußeren Merkmalen der neuen Golf-Generation sucht, wird vor allem nachts fündig: Er sieht neue Rückleuchten mit LED-Technik sowie LED-Scheinwerfer, die in Richtung des VW-Logos deutlich schmaler werden. Wer sich gegen Aufpreis für die prägnanteren „Performance“-Leuchten oder gar für die futuristischen „IQ.LIGHT – LED-Matrixscheinwerfer“ (bis zu 500 Meter weites Fernlicht) entscheidet, bekommt ein besonderes Bonbon. Eine LED-Querspange sorgt für einen weiteren Aha-Effekt. Erstmals wird dann auch das Markenzeichen als neues Erkennungszeichen beleuchtet.
Stand: 08.12.2025
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Genaue technische Daten behält VW derzeit noch für sich. Erste Fahrzeuge sollen noch im ersten Quartal des Jahres ausgeliefert werden. Auch die Preise der vier Ausstattungsvarianten bleiben ein Rätsel. Das Basismodell startet derzeit bei gut 29.000 Euro. Zu erwarten ist ein leicht höherer Preis, der wegen der vielen Innovationen an die 30.000-Euro-Marke heranrücken könnte.