Modellpflege VW Golf VIII: Der letzte mit Verbrenner

Von Hanno Boblenz/SP-X 3 min Lesedauer

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Vor fünf Jahren hatte der VW Golf VIII einen holprigen Start hingelegt. Nun bügelt eine umfangreiche Modellpflege die Bedien- und Softwareschwächen aus.

Mit dem Facelift zum 50. Jahr läutet VW nun die letzte Phase des Golfs mit Verbrennungsmotor ein.(Bild:  Volkswagen AG)
Mit dem Facelift zum 50. Jahr läutet VW nun die letzte Phase des Golfs mit Verbrennungsmotor ein.
(Bild: Volkswagen AG)

Es fühlt sich an wie ein Déja-vu, ist aber in Wirklichkeit doch nur die Erinnerung an frühere Zeiten. Genauso hat sich Golf-Fahren immer angefühlt. So normal, unaufgeregt und unkompliziert. Das muss man ja betonen in diesen Zeiten neuer Autos, die uns das Fahren mit vielen neuen Assistenten erleichtern sollen, es aber meist eher verkomplizieren.

Mit dem Facelift zum 50. Jahr läutet VW nun die letzte Phase des Golfs mit Verbrenner ein. Die Nummer 9 wird es nur noch mit E-Antrieb geben. Und so besteigen wir mit etwas Wehmut den hübsch in der neuen Farbe Eisblau lackierten Testwagen und nehmen Platz auf den bequemen Ergonomiesitzen.

Neues Infotainmentsystem

Der Blick schweift über das digitale Cockpit und den riesigen Bildschirm des komplett neuen Infotainmentsystems. Und wir erinnern uns an die Software-Eskapaden und die umständliche Bedienung bei der Einführung des aktuellen Golfs vor fünf Jahren. Klappt das jetzt besser?

Auf jeden Fall. Die neue Technik, die auch in den anderen aktuellen VW-Modellen verwendet wird, überzeugt sofort. Ihre Oberfläche lässt sich individuell einrichten, bietet direkten Zugriff auf häufig benutzte Funktionen. Selbst die jetzt beleuchteten Slider für Lautstärke und Temperatur funktionieren gut, da sie nicht mehr so empfindlich reagieren.

Wir tippen ein wenig auf dem 32,2 Zentimeter großen Display herum, scrollen durchs Menü und erinnern uns gelesen zu haben, dass die integrierte Sprachhilfe IDA nun mit Hilfe von Chat GPT „Fakten zu allen erdenklichen Wissensbereichen“ parat habe.

KI an Bord

Echt jetzt? „Hey IDA, erzähle mir etwas über den VW Golf“. Die Antwort kommt prompt „Der Golf zählt zu den technischen Meisterwerken deutscher Ingenieurskunst der Nachkriegszeit und kam 1974 mit einem 50 PS starken Motor auf den Markt.“

Nicht schlecht, und auch ein wenig passend zum Antriebsprogramm, mit dem der VW ins Jahr 2025 geht. Es gibt beispielsweise Plug-in-Antriebe mit einer so großen Batterie, dass man über 140 Kilometer weit elektrisch fahren kann. Um sie anschließend an der Ladesäule in etwas über 20 Minuten wieder auf 80 Prozent aufzuladen. Dazu gibt’s die bewährten Diesel und Benziner, als Handschalter oder mit DSG, mit und ohne 48-Volt-Unterstützung.

Antriebe mit bis zu 245 kW Leistung

Die Leistungsdaten reichen vom 85 kW/115 PS starken Einstiegsmodell über den GTI bis zum Golf R mit 245 kW/333 PS. So präsentiert sich der Golf VIII weiterhin volkstümlich oder mit sportlichem Ehrgeiz, als „Mehr-braucht-kein-Mensch“-Fünftürer beziehungsweise als Kombi mit Ladekapazitäten für Familien und Gewerbetreibende – ein echter Volks-Wagen eben.

Der Rest ist schnell erzählt: Die Designer durften ein paar neue Räder entwerfen, die Ingenieure integrierten neue Scheinwerfer mit Matrix-Technik, und quer über die etwas glatter gezogene Front zieht sich eine Lichtspange mit beleuchtetem VW-Logo.

Grundausstattung wieder verfügbar und aufgewertet

Auch die Ausstattungslinien hat Volkswagen überarbeitet. Nachdem bedingt durch den Chipmangel die günstigen Einstiegsversionen weggefallen sind, war der Golf zuletzt ein kostspieliges Vergnügen geworden. Jetzt gibt es wieder eine Grundausstattung „Golf“, die nicht nur Hinz und Kunz glücklich macht. Serienmäßig lässt sich ein Smartphone kabellos integrieren, was die teure Navigation erspart.

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Ab 28.330 Euro fährt der Wagen als handgeschalteter Benziner mit 115 PS vor, samt Klimaautomatik, Parksensoren, Verkehrszeichenerkennung, digitalem Cockpit und LED-Scheinwerfern.

Kupplung treten, Gang rein – fühlt sich an wie immer. Rückwärts raus aus der Einfahrt, die Kamera wäre eigentlich nicht nötig: Der Golf ist ein übersichtliches Auto. Wir fädeln ein in den Verkehr, tippen die Cockpitansicht über die griffigen Lenkradtasten zurecht, welche die unpraktischen Touchflächen ersetzen. Entspannt cruisen wir übers Land und stellen fest: Der Golf ist noch immer das, was er eigentlich immer war. Einfach gut.

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