Das Projekt Trinity sollte mit eigener Produktion zum großen Wurf von VW werden. Doch die Software-Entwicklung bleibt schwieriger als gedacht. Der neue Konzernchef baut nun kräftig um.
VW hat für die geplante Trinity-Fabrik etwa zwei Milliarden Euro veranschlagt.
(Bild: Volkswagen)
Wegen der milliardenteuren Verzögerungen in der Entwicklung eigener Fahrzeug-Software könnte Volkswagen den Bau des neuen Werks in Wolfsburg für das künftige Kernmodell Trinity doch noch abblasen. Das Unternehmen hatte schon die Planungsrunde zu den mittelfristigen Investitionen verschoben – nun deuteten Konzernchef Oliver Blume und Markenchef Thomas Schäfer gegenüber der Belegschaft an, dass das wichtigste Vorhaben der nächsten Jahre abermals einer Bewertung unterzogen wird: „Wir nutzen aktuell die Gelegenheit, alle Projekte und Investitionen anzuschauen und auf Tragfähigkeit zu prüfen.“
Dabei bezogen sich die beiden Manager am Donnerstag (17. November) in einem internen Schreiben ausdrücklich auch auf die Systeme, die im bislang ab 2026 vorgesehenen Trinity zum Einsatz kommen sollten. „Als Erstes treffen wir gemeinsam die Entscheidung zum weiteren Software-Fahrplan und Zuschnitt der Plattformen“, erklärten Blume und Schäfer. „Darauf folgt die Ausarbeitung der Produktstrategie mit den konkreten Projekten der einzelnen Marken für die nächsten Jahre.“
Trinity soll wohl verschoben werden
Nach Informationen aus Unternehmenskreisen geht es keineswegs um eine Absage des Trinity oder der Großserien-Plattform SSP für 40 Millionen Fahrzeuge – wohl aber um eine deutliche Verschiebung. Die Rede ist vom „Ende des Jahrzehnts“ statt bisher 2026. Die Argumentation: Wenn man ohnehin noch so viel mehr Zeit brauche, lasse sich das Projekt vielleicht doch auf dem Gelände des Stammwerks unterbringen.
Im März hatte der Volkswagen-Aufsichtsrat den Beschluss für einen separaten Standort im benachbarten Stadtteil Warmenau durchgewunken. Eine zentrale Begründung war, dass die alternative E-Umrüstung des Hauptwerks für Trinity bei fortlaufender Fertigung anderer Modelle zu komplex und teuer gewesen wäre. Einzelne Bereiche werden dort jetzt allerdings schon zur Mitproduktion weiterer Baureihen vorbereitet.
Aus von Trinity-Fabrik noch nicht entschieden
Aus dem Konzernumfeld war zu hören, die zeitliche Lücke, die ein verspäteter Trinity reißen würde, könnte die Chancen des Stammsitzes auf „zusätzliche und bislang nicht vorgesehene Elektromodelle“ sogar erhöhen. Dann kämen für das alte Werk womöglich Varianten infrage, die auf dem aktuellen E-Baukasten MEB basieren. Wolfsburg war zuletzt chronisch unterausgelastet. Am Trinity hängen hier zudem weitere Teilprojekte bei den Themen Batterie, Laden und Digitalisierung.
Wie das „Manager-Magazin“ berichtete, soll der gesamte Kurs unter Blume nun neu abgesteckt werden. So habe der Konzernchef gegenüber Vertrauten bereits klar gemacht, dass die in Warmenau geplante Trinity-Fabrik wohl nicht mehr gebaut werde. Losgehen sollte es dort ursprünglich im kommenden Frühjahr, VW veranschlagte dafür gut zwei Milliarden Euro. Formal entschieden ist das Aus jedoch noch nicht. Die Manager betonten: „Wir treffen die Entscheidungen gemeinsam – im Vorstand, aber auch in enger Abstimmung mit der Arbeitnehmerseite.“
Blume ist seit September an der Spitze von Deutschlands größtem Unternehmen. Sein umstrittener Vorgänger Herbert Diess hatte Trinity maßgeblich vorangetrieben, war aber über Reibereien rund um die Software-Sparte Cariad und Verspätungen bei Modellanläufen gestürzt.
Audi und Porsche entwickeln eigene Software weiter
Die Töchter Audi und Porsche mahnten wiederholt, sie könnten nicht bis zum Abschluss der gänzlich neuen Programmversion 2.0 warten. Ihre Software wird daher als Version 1.2 parallel zum markenübergreifenden Konzept weiterverfolgt. Die Abstimmungs- und Entwicklungsprobleme hatten unter anderem dazu geführt, dass die Markteinführung der Elektroausgabe des Porsche Macan empfindlich nach hinten rutschte.
Blume ist weiterhin auch Chef der Porsche AG. Er hat sich nach eigenen Worten einen klaren Zeitplan für schnelle Entscheidungen verordnet – jüngst beendete er zusammen mit dem US-Partner Ford etwa das kostspielige Projekt für autonomes Fahren bei der Beteiligung Argo AI. Volkswagen musste dafür 1,9 Milliarden Euro abschreiben.
Cariad-Chef: „Konzern hält an Einheits-Software fest.“
Zur Lage in Wolfsburg betonten Blume und Schäfer: „Selbstverständlich haben wir auch die Situation des Stammwerkes und die dortige Beschäftigungssicherung weiter fest im Blick.“ Die Überarbeitung der Investitionsplanung laufe derzeit noch. Am 7. Dezember steht eine Betriebsversammlung an. Aus der Belegschaftsvertretung hieß es: „Konzernvorstand, Markenvorstand und Arbeitnehmerseite sind zu allen Themen in einem engen, vertrauensvollen und konstruktiven Austausch.“
Auch Cariad-Chef Dirk Hilgenberg wandte sich an die Beschäftigten. „An der Einheits-Software für alle Marken hält der Konzern fest, aber wir gewinnen etwas Zeit“, schrieb er. „Für weitere Details ist es an dieser Stelle noch etwas zu früh.“ Unter lokalen Bürgerinitiativen gab es Widerstand und Protestmahnwachen gegen den Wolfsburger Neubau.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.