Energiewende EU-Kommission genehmigt Förderung für Wasserstoffprojekt

Von Thomas Günnel 3 min Lesedauer

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Die EU-Kommission hat Mitte Februar die Förderung für „Hy2Infra“ genehmigt, das dritte europäische Vorhaben in der Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Es umfasst einen umfangreichen Infrastrukturausbau.

Die EU-Kommission hat die Förderung eines europäischen Infrastrukturprojektes für die Wasserstoff-Wertschöpfungskette genehmigt.(Bild:  EWE Hydrogen)
Die EU-Kommission hat die Förderung eines europäischen Infrastrukturprojektes für die Wasserstoff-Wertschöpfungskette genehmigt.
(Bild: EWE Hydrogen)

Deutschland und weitere EU-Staaten dürfen ein europäisches Wasserstoffvorhaben mit bis zu 6,9 Milliarden Euro unterstützen. Dem hat die EU-Kommission am Donnerstag (15. Februar) zugestimmt. Mit der Förderung soll die Energiewende unterstützt werden. Die Kommission rechnet laut einer Mitteilung mit zusätzlichen privaten Investitionen von 5,4 Milliarden Euro durch die Förderung.

Das Projekt mit der Bezeichnung „IPCEI Hy2Infra“ umfasst 33 Vorhaben von 32 Unternehmen, darunter fünf kleine und mittlere Unternehmen, aus sieben Mitgliedstaaten: Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Polen, Portugal und Slowakei.

„Wasserstoff bis Mitte 2027 verfügbar“

Hy2Infra ist auf Infrastruktur ausgerichtet und besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil umfasst den Bau von Infrastrukturen in regionalen Clustern. Dazu zählen der Bau von Großelektrolyseuren mit einer Kapazität von 3,2 Gigawatt, der Bau von etwa 2.700 Kilometern neuer und umgenutzter Fern- und Verteilerleitungen für Wasserstoff, der Bau großer Wasserstoffspeicheranlagen mit einer Kapazität von bis zu 370 Gigawattstunden – und der Bau von Umschlagterminals und zugehöriger Hafeninfrastruktur für Wasserstoffträger.

Im zweiten Teil sollen die Teilnehmer mit Blick auf die Interoperabilität zusammenarbeiten. Das soll künftige Verbindungen erleichtern das Entwickeln gemeinsamer technischer Normen voranbringen. Beispiel: Mehrere Teilnehmer des Clusters „Westdeutschland“ werden drei Elektrolyseure im Rhein-Ruhr-Gebiet bauen. Diese Wasserstoffinfrastruktur wird mit drei Fernleitungsvorhaben und einer Speicheranlage verbunden sein.

„Bis Mitte 2027 wird der erzeugte Wasserstoff Unternehmen der Stahl-, Zement-, Chemie- und Raffineriebranche sowie der Mobilitätsbranche zur Verfügung stehen“, sagte Margrethe Vestager, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, dazu in einem Statement.

Energiequellen diversifizieren

Hy2Infra soll Europa laut EU-Kommission auch dabei helfen, Energiequellen zu diversifizieren und weniger fossile Brennstoffe zu importieren. Teilnehmer von Hy2Infra werden dafür eine Hafeninfrastruktur in den Niederlanden entwickeln, die für Wasserstofflieferungen aus dem Ausland geeignet ist: zum Beispiel aus Portugal „oder anderen Teilen der Welt“, teilte die EU-Kommission mit.

Darüber hinaus umfasst Hy2Infra eine Fernleitung zum niederländischen Wasserstoffnetz, ein Offshore-Fernleitungsvorhaben in Deutschland zum Transport von erneuerbarem Wasserstoff aus Windparks in der Nordsee – und ein Fernleitungsvorhaben in der Slowakei: Es soll den Weg ebnen für künftige Wasserstoffeinfuhren aus der Ukraine.

Sicherheit für Erzeuger und Kunden

„Für den Aufbau der für den ökologischen Wandel benötigten Wasserstoffinfrastruktur müssen anfangs umfangreiche öffentliche Mittel bereitgestellt werden, um die mit Pioniervorhaben verbundenen finanziellen Risiken zu mindern“, erklärte Vestager. „Zudem trägt die Zusammenarbeit im Rahmen des IPCEI dazu bei, den Kunden die Gewissheit zu geben, dass genügend erneuerbarer Wasserstoff für ihre wasserstoffbasierten Technologien verfügbar sein wird, und bei den Erzeugern Vertrauen darauf zu schaffen, dass genügend Nachfrage bestehen und die erforderliche Transport- und Speicherinfrastruktur verfügbar sein wird.“

Förderung nur für wichtige Projekte

Weil die Produktion von Wasserstoff offiziell als gemeinsames europäisches Interesse bestimmt wurde, ist das Vorhaben als sogenanntes „Important Project of Common European Interest“ (IPCEI) ins Leben gerufen worden. Dadurch gelten weniger strenge Regeln, wenn Unternehmen mit Staatsgeldern unterstützt werden.

Die genehmigte Beihilfe je Beihilfeempfänger ist aber auf die sogenannte „Finanzierungslücke“ begrenzt. Das heißt: Die staatliche Beihilfe ermöglicht das Durchführen von Vorhaben, die für die EU von großer Bedeutung sind. Gleichzeitig werden nur solche Vorhaben unterstützt, die ohne öffentliche Förderung nicht durchgeführt würden. „Bei diesen Vorhaben haben wir dafür gesorgt, dass die öffentliche Unterstützung private Investitionen nicht verdrängt, sondern mobilisiert“, kommentierte die EU-Kommission.

Hy2Infra ergänzt zwei zuvor genehmigte IPCEI in der Wasserstoff-Wertschöpfungskette: „Hy2Tech“, ein Forschungs-IPCEI, und „Hy2Use“, das Forschungsvorhaben und Vorhaben zum Erzeugen von Wasserstoff umfasst. Ein ähnliches IPCEI gibt es zur Unterstützung der europäischen Batterieindustrie.

Mit Material von dpa

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