Energie Deutsches Was­ser­stoff-Kern­netz darf gebaut werden 

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Die Bundesnetzagentur hat den Antrag der Fernleitungsbetreiber für ein Wasserstoff-Kernnetz in Deutschland genehmigt. Die Bauarbeiten können beginnen.

Die Bundesnetzagentur hat das beantragte Wasserstoff-Kernnetz genehmigt. Im Bild: eine Elektrolyse-Anlage der WUN H2 GmbH.(Bild:  Swen Gottschall/Zukunft Gas)
Die Bundesnetzagentur hat das beantragte Wasserstoff-Kernnetz genehmigt. Im Bild: eine Elektrolyse-Anlage der WUN H2 GmbH.
(Bild: Swen Gottschall/Zukunft Gas)

Die Bundesnetzagentur hat das von den Fernleitungsnetzbetreibern vorgeschlagene Wasserstoff-Kernnetz genehmigt. Insgesamt enthält das Netz 9.040 Kilometer Leitungen, die nach und nach bis zum Jahr 2032 in Betrieb gehen sollen. Rund 60 Prozent davon werden von Erdgas auf Wasserstoff umgestellt, 40 Prozent werden neu gebaut. Die erwarteten Investitionskosten betragen laut der Bundesnetzagentur 18,9 Milliarden Euro.

„Die Genehmigung der Bundesnetzagentur für das Wasserstoff-Kernnetz ist ein wichtiger Meilenstein und gibt den Fernleitungsnetzbetreibern die nötige Klarheit, um nun mit der Umstellung und dem Neubau der Leitungen beginnen zu können. Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Bundesnetzagentur den Antrag der Fernleitungsnetzbetreiber rasch genehmigt hat und die operative Umsetzung des Kernnetzes somit wie geplant im nächsten Jahr beginnen kann“, kommentierte Timm Kehler, Vorstand des Branchenverbandes Zukunft Gas.
Gleichzeitig wies er darauf hin, „dass im nächsten Schritt aber auch das Verteilnetz angeschlossen werden muss“. Hier fehle aktuell die nötige Klarheit und auch das Signal der Politik, dass Mittelstand und dezentrale Stromerzeugung künftig mit klimaneutraler Energie versorgt werden. 
Derzeit versorgen die Gasverteilnetze laut des Verbands rund 20 Millionen Haushalte, etwa 1,8 Millionen mittelständische Betriebe und die verarbeitende Industrie. Sie sind außerdem wichtig für die Nah- und Fernwärmeversorgung, die künftig mittels Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen mit Wasserstoff, seinen Derivaten oder Biomethan erfolgen soll.

Nur notwendige Leitungen genehmigt

Das Wasserstoff-Kernnetz ist die Basis für den Aufbau eines deutschlandweiten Wasserstoffnetzes. Das Wasserstoff-Kernnetz verbindet deutschlandweit die künftigen Wasserstoffcluster miteinander. In diesen bündeln sich regionale und lokale Wasserstoffprojekte, zum Beispiel in Industrie- oder Gewerbeparks. 
Das Kernnetz berücksichtigt auch die Verbindung mit den Nachbarstaaten. Die Bundesnetzagentur genehmigte den Antrag mit kleineren Anpassungen: Sie genehmigte nur Leitungen, die für die Transportaufgabe des Wasserstoff-Kernnetzes notwendig sind.

Wasserstoff-Kernnetz im Frühjahr 2023 beschlossen

Bereits in den letzten beiden Netzentwicklungsplänen „Gas 2020“ und 2022 führten die Fernleitungsnetzbetreiber Marktabfragen zu Wasserstofferzeugung und -bedarf durch. Außerdem legten sie fest, welche Leitungen von Erdgas auf Wasserstoff umgestellt werden können. Anschließend entwickelten sie eine eigene, noch unverbindliche Wasserstoffmodellierung im Netzentwicklungsplan Gas. Dieser wies auch erste Wasserstoffcluster in Deutschland aus.
Für den Aufbau und die Inbetriebnahme des Netzes war mehr Verbindlichkeit auf der Produzenten- und Nachfrageseite notwendig, außerdem der Bau von Leitungen. Deshalb beschloss die Bundesregierung im Frühjahr 2023 das Wasserstoff-Kernnetz. Ziel sollte sein, deutschlandweit die wesentlichen Wasserstoffproduktions-, Import- und Verbrauchspunkte zu verbinden.

Korrekturen mit der Bundesnetzagentur

Parallel zum Gesetzgebungsverfahren für die rechtliche Grundlage veröffentlichten die Gas- Fernleitungsnetzbetreiber, FNB, im Juli 2023 ihren Planungsstand. Dieser wurde gemeinsam von den FNB und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz konsultiert. In diesem Rahmen wurden die Kriterien für das Wasserstoff-Kernnetz veröffentlicht. Zudem konnten zum Beispiel Betreiber von Gasverteilernetzen mögliche Leitungsstrukturen einbringen.
Im November 2023 reichten die FNB den Antragsentwurf für das Wasserstoff-Kernnetz bei der Bundesnetzagentur ein. Korrekturen umfassten laut der Bundesnetzagentur einzelne Leitungen, die den Plänen hinzugefügt oder gestrichen wurden. Der Antrag wurde am 22. Juli 2024 fristgerecht von den Fernleitungsnetzbetreibern bei der Bundesnetzagentur eingereicht.

Alle Infos zum Wasserstoff-Kernnetz

Alle Informationen zum Wasserstoff-Kernnetz, eine Karte mit den geplanten Leitungen und sonstige Details gibt es auf der Webseite der Bundesnetzagentur zum Wasserstoff-Kernnetz.

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