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Interview

Webasto SE: Die strategischen Eckpfeiler

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Was sind wichtige Technologietrends beim Thema Heizen?

Für uns ist es der Einstieg in das elektrische Heizen. Im Herbst des vergangenen Jahres haben wir mit dem Hochvoltheizer ein neues Heizsystem für Hybrid- und Elektrofahrzeuge vorgestellt. Damit können die Fahrzeuge sowohl beim Ladevorgang vorkonditioniert, als auch der Innenraum während der Fahrt beheizt werden. Die Produktion startet 2015 in unserem Werk in Neubrandenburg.

Der Weltmarkt für Cabriolets stagniert auf einem Volumen von rund 700 Millionen Euro. Was bedeutet das für Webasto, mit etwa 40 Prozent Weltmarktführer für Cabriodächer?

Also zunächst einmal: Das Cabriolet lebt! Auch wenn es in den vergangenen Jahren weltweit einen deutlichen Absatzrückgang gegeben hat, gehen wir fest davon aus, dass die Faszination des „Open-Air-Feelings“ reizvoll bleiben wird. So sehen wir gerade, dass Faltdachvarianten bei kleineren und mittleren Fahrzeugmodellen eine Renaissance erleben.

Erwarten Sie eine weitere Konsolidierung der verbliebenen Anbieter von Cabriodächern?

Wenn der Cabriomarkt sein niedriges Niveau nicht wieder verlassen kann, möchte ich das nicht ausschließen.

Wie reagiert Webasto auf diese Situation?

Die Entwicklung von Cabriodächern ist sehr komplex und erfordert immer mehr Vorleistungen, auch finanziell. Wenn dann die geplanten Stückzahlen nicht kommen, trifft uns das natürlich hart. Dessen ungeachtet ist es unser Anspruch, mit innovativen Ideen in Entwicklung und Produktion auch mit geringeren Stückzahlen profitabel zu sein. Daher konsolidieren wir im niederbayerischen Hengersberg gerade unsere Aktivitäten für Cabriodächer in einem neuen, modernen Vertriebs- und Entwicklungszentrum.

China ist der weltgrößte Automobilmarkt und ein wichtiger Wachstumsmarkt, auch für Webasto. Wie laufen dort die Geschäfte?

China ist unser größter Einzelmarkt für Schiebedächer. In keinem anderen Land sind die Ausstattungsquoten aktuell höher als im Reich der Mitte. Für die Chinesen ist ein Schiebedach ein Prestigeobjekt, ein Must-have. Wir sehen darüber hinaus den Trend, dass in China – wie auch in Europa und Nordamerika – zunehmend großflächige Panoramadächer anstelle klassischer Schiebedächer gefragt sind. Außerdem werden die Ausstattungsquoten auch in den kleineren und günstigen Fahrzeugen steigen.

Wird Webasto seine Kapazitäten in China weiter ausbauen?

Ja, wir folgen dabei unseren Kunden und fertigen mit maximalen Umkreisentfernungen von 500 bis 600 Kilometern. Aktuell investieren wir an vier Standorten in China: Wir bauen ein neues, größeres Werk am bestehenden Standort in Chongqing. Gerade eröffnet wurde unser Werk Xiangyang in Zentralchina. Zusätzlich bauen wir in Wuhan, ebenfalls in Zentralchina, sowie in Shenyang, im Nordosten des Landes. Insgesamt verfügen wir dann im Unternehmensbereich Dachsysteme über zehn chinesische Produktionsstätten.

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