Der Autozulieferer vom Bodensee baut rigoros um. Das kostet, ZF weist für 2025 einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro aus. Doch die Bilanz weist auch eine Rekordzahl aus.
Der Autozulieferer ZF steckt in der Umstrukturierung. Die kostet Geld, weshalb der Konzern für 2025 hohe Verluste ausweist.
(Bild: ZF Friedrichshafen AG)
Der Autozulieferer ZF ist im vergangenen Jahr vor allem wegen eines Sondereffekts beim Konzernumbau noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust verdoppelte sich auf 2,1 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr, wie das Unternehmen in Friedrichshafen mitteilte. Schon im Jahr 2024 schrieb der Konzern rote Zahlen. Damals betrug der Verlust knapp über eine Milliarde Euro.
„Die Abschreibungen unprofitabler Projekte haben einen Einmaleffekt auf unsere Bilanz für 2025. Aber so nehmen wir Steine aus dem Rucksack für den Aufstieg in den kommenden Jahren“, sagte ZF-Chef Mathias Miedreich. Die einmalige Sonderbelastung liege bei 1,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen hatte sich mit verschiedenen Kunden darauf geeinigt, mehrere Projekte vorzeitig zu beenden, die aufgrund des langsameren Hochlaufs der E-Mobilität nicht die erwartete Profitabilität erreichten.
Operativ habe ZF Fortschritte erzielt. Das bereinigte operative Ergebnis sei von 1,47 Milliarden auf 1,75 Milliarden Euro gestiegen.
ZF bleibt hoch verschuldet
Damit bleibt der Zulieferer hoch verschuldet. Zwar habe ZF im vergangenen Jahr seine Finanzverbindlichkeiten um 250 Millionen Euro reduziert. Es bleibt aber eine Nettoverschuldung in Höhe von 10,2 Milliarden Euro. Laut Finanzvorstand Michael Frick flossen im vergangenen Jahr 745 Millionen Euro an Zinszahlungen ab. Der Abbau der Schuldenlast sei daher enorm wichtig. Außerdem sank die Eigenkapitalquote 2025 um mehr als fünf Prozentpunkte auf gut 13 Prozent. Die Quote gilt als eine der zentralen Kennzahlen für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens.
„Uns ist bewusst, dass wir einen Stand erreicht haben, der möglichst nicht weiter unterschritten werden soll“, sagte Frick. Ziel sei, die Quote wieder zu stärken. Daher werde auch keine Dividende bezahlt. Die Stabilität der Firma sei wichtiger, ergänzte Miedreich.
ZF mit stabilem Umsatz
ZF bleibt mit 38,8 Milliarden Euro Umsatz einer der weltweit größten Automobilzulieferer. Das ist ein Rückgang von rund sechs Prozent oder 2,6 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Finanzvorstand Frick begründet das mit Wechselkurseffekten und Umsatz, der nun im ausgegliederten Unternehmen ZF Foxconn Chassis Modules verortet wird. Dennoch sagt der CFO: „Wir sehen keine durchgreifende Belebung der Nachfrage“, sagte Finanzvorstand Frick. Es gelte, in einer Situation ohne nennenswertes Marktwachstum zu bestehen.
CEO Miedreich hob insbesondere den freien Barmittelzufluss (free cash flow) hervor: dieser stieg um eine Milliarde Euro auf 1,4 Milliarden Euro. Während die Bilanz die Vergangenheit zeige, so Miedreich, stehe die operative Leistung für die Zukunft des Unternehmens.
Ende 2025 beschäftigte der Konzern laut Mitteilung weltweit etwas über 153.000 Menschen – etwa 9.000 beziehungsweise rund fünf Prozent weniger als im Vorjahr. In Deutschland habe sich die Mitarbeiterzahl nominell ebenfalls um rund fünf Prozent auf etwas mehr als 49.000 verringert. Damit liege ZF auf Kurs beim Stellenabbau.
Verhaltener Ausblick mit vielen Zielen
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern nicht wirklich mit einer Besserung der Lage. Bei stabilen Wechselkursen geht ZF für das Jahr 2026 von einem Umsatz von über 38 Milliarden Euro aus. „Wir werden uns Schritt für Schritt wieder die Profitabilität erarbeiten“, so Vorstands-Chef Miedreich, der seit Oktober 2025 an der Spitze des Zulieferers steht.
ZF wolle sich wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren. Das Unternehmen hat neben Automatik- und Schaltgetrieben unter anderem Fahrwerkskomponenten, Lenksysteme, Antriebe, Bremsen und Sicherheitstechnik im Angebot. Das Ziel sei auch, effizienter zu werden. Man wolle sich nicht mehr auf Markt- oder Umsatzwachstum verlassen, sondern schneller und ertragreicher zu arbeiten, betonte Miedreich. Der Konzern müsse agiler werden, deutlich weniger Bürokratie haben und Zahl der Führungskräfte reduzieren. Das seien die Schritte für die kommenden zwei Jahre.
Stand: 08.12.2025
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