Zulieferer ZF schließt Werk in Gelsenkirchen

Quelle: Automobil Industrie 1 min Lesedauer

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Bereits 2018 drohte die Schließung der Produktionsstätte. Ende 2024 will der Autozulieferer ZF nun auch die verbliebenen 200 Stellen auflösen.

(Bild:  ZF)
(Bild: ZF)

Der Zulieferer ZF zückt den Rotstift. Man beabsichtige, die verlustreiche Produktion in Gelsenkirchen zum Jahresende 2024 zu schließen, teilte das Unternehmen am Montag in Friedrichshafen mit. In dem Werk sind derzeit noch rund 200 Menschen beschäftigt, sie stellen Lenkungen für Autos und Nutzfahrzeuge her.

Schon 2018 hatte eine Schließung gedroht, damals ging es mit weniger Personal weiter. In der Hoffnung auf Aufträge für Elektrolenkungen für Lastwagen nahm die Firma nach eigenen Angaben Millionenverluste in Kauf. Die erhofften Aufträge kamen aber nicht. Nun soll endgültig die Reißleine gezogen werden.

Die Geschäftsführung will Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern führen. Man wolle „gute Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter“ finden, hieß es dort.

Betriebsrat: „Eine Richtungsentscheidung gegen die Standorte in Deutschland“

Achim Dietrich, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei ZF Friedrichshafen, erklärte sich empört über die Ankündigung des Unternehmens, den Standort Gelsenkirchen-Schalke zu schließen: „Die Beschäftigten und deren Familien gehen verunsichert in die Weihnachtsferien. Wir haben dort engagierte Fachkräfte und eine neu renovierte Infrastruktur. Wenn der Wille im Vorstand bestehen würde, könnte dort die Produktion ausgelastet werden.“

Der ZF-Vorstand habe den „Schalkern“ vor fünf Jahren ein Zielbild für eine langfristige Perspektive zugesagt. Im Gegenzug hätten die Kolleginnen und Kollegen auf tarifliche und übertarifliche Leistungen verzichtet. Die Belegschaft habe ihre Zusagen eingehalten, das Management nicht. „Meines Erachtens geht es bei der Schließung von Schalke um eine Richtungsentscheidung des Vorstands gegen die Standorte in Deutschland“, so Dietrich.

Der Konzern mit Sitz am Bodensee hat weltweit rund 165.000 Beschäftigte, davon 53.000 in Deutschland. Der Jahresumsatz 2022 lag bei 43,8 Milliarden Euro.

Mit Material von dpa

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