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50 Jahre Automatgetriebe von ZF

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2001: 6HP – von Grund auf neu

Mit dem 6HP26 – dem weltweit ersten Pkw-Automatgetriebe mit sechs Gängen – leitete ZF im Jahr 2001 eine radikale Trendwende ein: Es war um 15 Prozent und damit fast 13 Kilogramm leichter, bis zu sieben Prozent sparsamer und wesentlich leiser als der Vorgänger mit fünf Gängen. Zudem lieferte es bessere Beschleunigungswerte. Technisch hatten die ZF-Ingenieure dafür in nur vier Jahren Entwicklungszeit keinen Baustein auf dem anderen gelassen. Das 6HP verfügte über ein neues Radsatzkonzept auf Lepelletier-Basis, das sich mit bis zu 30 Prozent weniger Bauteilen begnügte. Dieses Konzept ermöglichte es, Radsatz-Baugruppen mehrfach zu nutzen. Aber auch alternative Materialien trugen zur hohen Gewichtsersparnis bei: etwa Aluminium anstelle von Grauguss beim Getriebegehäuse oder Kunststoff statt Metall für die Ölwanne. Premiere feierte das 6HP auf der IAA 2001 im neuen 7er BMW.

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Die Nachfrage stieg schnell: Das 6HP gewann immer mehr Kunden und eroberte neue Fahrzeugsegmente. Das galt nicht nur für die erste Generation, sondern auch für die 2006 präsentierte Weiterentwicklung: Sie überzeugte unter anderem durch Reaktionszeiten unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle sowie ein weiteres Kraftstoff-Sparpotenzial von drei bis sechs Prozent. Um das breite Einsatzspektrum bei insgesamt 16 OEMs abzudecken, stand das 6HP in insgesamt elf Varianten zur Verfügung. Die sehr erfolgreiche Ära seiner 6-Gang-Automatgetriebe beendete ZF im März 2014 nach exakt 7.050.232 Einheiten; zumindest am Standort Saarbrücken, denn im ZF-Getriebewerk in Shanghai rollt das 6HP für den chinesischen Markt weiterhin vom Band.

2009: 8HP – mehr als nur mehr Gänge

Schon 2009, fünf Jahre vor dem 6HP-Auslauf, war ZF mit dem 8HP in den Markt gestartet. Es handelte sich dabei um die Weltpremiere eines 8-Gang-Automatgetriebes für Pkw. Die ZF-Entwickler untersuchen dafür Millionen von möglichen Kombinationen. Dass es acht Gänge würden, stand nicht von vorne herein fest, auch Sieben-, Neun- und Zehngänger wurden untersucht. Am Ende zeigte sich: Unter Kosten-Nutzen-Aspekten sind für den Längseinbau acht Gänge das Optimum. Diese wurden mit vier Radsätzen und fünf Schaltelementen realisiert. Tatsächlich stieg nicht einmal die Gesamtzahl der Bauteile und – für den raschen Erfolg am Markt nicht unerheblich – auch die Einbaumaße nicht.

Das mit dem 6HP begonnene Baukastensystem war auch beim 8HP die Maßgabe für die Konstruktion aller Bauteile. Die insgesamt vier Baugrößen deckten ein Drehmomentspektrum von 300 bis 1.000 Nm ab. Mindestens 50 Prozent der Bauteile waren für alle Getriebevarianten identisch. Auf Basis des flexiblen Baukastensystems machte es auch Hybrid- und Allradvarianten möglich, sparte Gewicht, war als erstes seiner Art Start-Stopp-fähig und erlaubte eine neuerliche Verbrauchseinsparung um bis zu elf Prozent gegenüber dem 6HP der zweiten Generation. Die 8HP-Vollhybrid-Variante, unter anderem im BMW ActiveHybrid 3 und im Audi Q5 hybrid quattro, steigerte die Effizienz sogar um bis zu 25 Prozent. Die Absatzzahlen verdeutlichen den Erfolg des 8HP: Das 6-Gang-Automatgetriebe wurde über einen Zeitraum von zwölf Jahren – bis zum Auslaufen der Produktion in Europa – insgesamt mehr als sieben Millionen Mal produziert. Das 8-Gang-Getriebe kam hingegen bereits in den ersten fünf Jahren auf eine Stückzahl von fünf Millionen Einheiten. Heute fertigt ZF pro Jahr mehr als 2,6 Millionen 8-Gang-Automatgetriebe.

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