Fahrbericht Kleinspannung beim Alfa – Modell Junior wird Mildhybrid

Von Hanno Boblenz/sp-x 3 min Lesedauer

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Bisher gab es den kleinsten Alfa Romeo nur mit E-Antrieb. Nun kommt der Junior als Hybrid mit Ottomotor.

Bei dem 29.500 Euro teuren Ibrida handelt es sich nicht um einen Vollhybriden, sondern um ein Antriebssystem mit 48-Volt-Technik.(Bild:  Alfa Romeo)
Bei dem 29.500 Euro teuren Ibrida handelt es sich nicht um einen Vollhybriden, sondern um ein Antriebssystem mit 48-Volt-Technik.
(Bild: Alfa Romeo)

Es läuft gut für Alfa. Schon Ende November 2024 wurden in Deutschland die Vorjahresverkäufe erreicht. Dabei ist der neue Junior noch nicht richtig auf dem Markt angekommen. Von dem kleinen Einstiegsmodell erwarten sich die Italiener viel. Er soll 2025 die Verkaufszahlen um gut 20 Prozent pushen. Doch bisher hat sich der sportliche SUV-Flitzer nur als E-Modell bei den Händlern sehen lassen. Und Elektro, das weiß jeder, zieht derzeit nicht wirklich bei den Kunden.

Zumal der E-Alfa mindestens 39.500 Euro, die Sport-280 PS starke Version Veloce sogar knapp unter 48.500 Euro kostet. Nicht gerade wenig, aber für ein knapp 4,20 Meter langes E-Autos im Format eines Opel Mokka oder Volvo EX30 heute ziemlich normal.

Junior Ibrida kein Vollhybrid

Deshalb schiebt Alfa einen 136 PS starken Benziner nach. Genauer, den „Ibrida“. Das klingt hipper als „Hybrid“ und weniger nach Toyota. Wobei die Assoziation sowieso falsch wäre. Denn bei dem 29.500 Euro teuren Ibrida handelt es sich nicht um einen Vollhybriden, sondern um ein Antriebssystem mit 48-Volt-Technik (sog. Mildhybrid). Was nichts anderes bedeutet, als dass der kleine Alfa zwar auch einen E-Motor hat, aber nicht wirklich elektrisch fahren kann. Vielmehr ist das E-System dazu gedacht, den Verbrenner beim Anfahren oder beim Rollen ohne Last mit bis zu 55 Nm kurzzeitig zu unterstützen.

Und so funktioniert das: Unter der Motorhaube des knapp 4,20 Meter langen Junior steckt ein Turbomotor mit 1,2 Litern Hubraum, ein im Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe integrierter, 21 kW starker E-Motor sowie eine kleine 48-Volt-Batterie. Produktionstechnisch ist das Ganze für Alfa kein Problem, denn E-Modell und Benziner laufen gemeinsam vom gleichen Band, sodass die Italiener die Produktion einfach entsprechend der Nachfrage steuern.

Doch wie fährt sich das Ganze? Ziemlich unspektakulär. Vor allem im Stadtverkehr, wo das System den kleinen Akku beim Bremsen immer wieder blitzschnell nachlädt, ist der E-Anteil recht hoch. Alfa verspricht sogar, dass man dort rund die Hälfte der Strecke elektrisch fährt. Immer wieder schiebt der E-Motor ein paar Meter, bis der Verbrenner wieder anspringt. Das Zusammenspiel von E-Motor und Verbrenner klappt gut. Nur bei ganz langsamer Fahrt ruckelt das System ein wenig, wenn der Benziner übernimmt. Nach einer normal gefahrenen Runde über Stadt- und Landstraßen pendelte sich der Bordcomputer bei ordentlichen 6,1 Liter ein.

Nur zügiges Vorankommen

Beim kräftigen Tritt aufs Gas geht’s nicht rasant, aber doch zügig voran, vor allem im Dynamic-Modus der drei Fahrprogramme. Allerdings klingt der etwas rau laufende Dreizylinder beim Beschleunigen ein wenig angestrengt, was sich ab Tempo 100 im Fahrtwindgeräusch verliert.

8,9 Sekunden braucht der kleine Alfa aus dem Stand auf 100 km/h, bei Vollgas ist bei 200 km/h Schluss. Wer will, kann die Gänge mithilfe der Lenkradwippen durchschalten. Sportfeeling kommt eher wegen des Fahrwerks auf. Direkt abgestimmte Lenkung, straffes, aber nicht zu hartes Fahrwerk und sportlich geformte Sitze sind die Ingredienzien, die sich echte Alfisti wünschen.

Stark im Design

Genauso wie die Optik: Design war schon immer die Stärke der Italiener und dürfte bei der Fangemeinde ankommen. Die Liebe zum Detail ist sichtbar. Momentan empfiehlt sich das Einführungsmodell Speciale für 31.500 Euro. Es hat einige hübsche Extras, etwa ein mit Leder bezogenes Armaturenbrett, Leder-Armauflagen in den Türen sowie elektrisch verstellbare Sportsitze mit Stoff-Lederpolstern und 19 Zoll großen Rädern.

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Selbst das Basismodell ist ansehnlich ausgestattet, mit zwei Zehn-Zoll-Bildschirmen für Instrumente und Infotainment, Alurädern und LED-Scheinwerfern. Ein fürstliches Raumangebot darf man allerdings nicht erwarten. Der Junior ist ein ausgesprochenes Fahrerauto mit viel Platz vorne und kaum Beinfreiheit auf der Rückbank. Dafür kann man im überdurchschnittlich großen Kofferraum mehr Gepäck unterbringen als bei der Konkurrenz.

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