CES 2025 Asimo statt Auspuff: Honda plant Befreiungsschlag

Von sp-x 3 min Lesedauer

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Die künftige Modellstrategie des japanischen Herstellers bei E-Autos wird konkreter. Das Ziel: Autos, die ohne menschlichen Blick auf die Straße fahren können.

Die beiden seriennahen Demos auf der CES 2025 sind weiterentwickelte Konzeptfahrzeuge, die Honda Anfang des vergangenen Jahres vorstellte.(Bild:  Honda)
Die beiden seriennahen Demos auf der CES 2025 sind weiterentwickelte Konzeptfahrzeuge, die Honda Anfang des vergangenen Jahres vorstellte.
(Bild: Honda)

Honda hat einen festen Stellplatz in unserem automobilen Koordinatensystem. 1967 war die Marke von Soichiro Honda der erste Japaner auf dem deutschen Markt. Modelle wie der Civic CRX, Prelude oder NSX prägten das sportliche Image, der Accord wurde zum Bestseller.

In den vergangenen Jahren aber verschwanden die Hondas von unseren Straßen. In Deutschland beträgt der Marktanteil gerade noch 0,23 Prozent. Auf der CES in Las Vegas setzt Honda den Blinker und geht in den Überholmodus. Zwei neue Modelle, ein Crossover und eine vanartige Limousine sollen ab 2026 das Gesicht des neuen Elektro-Labels Honda 0-Series prägen.

Sieben Modelle bis 2030

Bis 2030 plant Honda sieben elektrische Modelle (BEV) auf den Markt zu bringen und investiert dafür 60 Milliarden US-Dollar. Inklusive einer neuen Fabrik im kanadischen Alliston/Ontario, in der ab 2028 jährlich 240.000 Autos vom Band laufen sollen. Bis 2040 will Honda dann global zu 100 Prozent nur noch Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge verkaufen. 2050 soll Honda komplett CO2-neutral sein. Ein Paradigmenwechsel für den derzeit noch größten Motorenbauer der Welt.

Die beiden seriennahen Demos auf der CES sind konsequent weiterentwickelte Konzeptfahrzeuge, die Honda im Jahr 2024 vorstellte. Vor allem die fast fünf Meter lange Van-Limousine, die nur mit feinem Pinselstrich verändert wurde, zeigt wieder diesen Mut, der Honda lange fehlte. Ein futuristisches Design, wie aus der Hand von Altmeister Bertone. Kantig, extravagant und reduziert, nicht wirklich hübsch, aber vielleicht wegweisend.

Vieles an diesem Raumschiff ist für die Zeit des automatisierten Fahrens ausgelegt. Konsequenter Leichtbau, niedrige Produktionskosten und gute Raumnutzung standen ganz oben auf der To-Do-Liste. Über einer extrem flachen Batterie im Untergeschoss ist nach oben viel Platz für beste Unterhaltung im Auto-Modus.

Ungewöhnliches Crossover-SUV

Der zweite Messestar im Bunde ist ein Crossover, der zwischen den Welten kreuzt. Vorne glatt und bündig wie ein moderner Botschafter der elektrischen SUV-Zunft, hinten mit einem mächtigen Rucksack gesegnet, als wolle er Gesteinsproben auf dem Planeten Jupiter einsammeln. Ein Überbleibsel der Space-Hub-Studie. Wer heute mit dem Design fremdelt, findet es morgen vielleicht schon genial. Wer weiß?

Unterm Blech sind beide Stromer identisch und basieren auf der neuen EV-Architektur von Japans Nummer zwei. Höflich, aber bestimmt äußert sich Honda zu technischen Details noch nicht. Es konkretisiert sich aber, dass zwei kompakt gebaute E-Motoren über 300 PS an beide Achsen verteilen. Ein klassischer Lithium-Ionen-Akku mit voraussichtlich 80 kWh soll für etwa 500 Kilometer Reichweite gut sein. Um die Preise möglichst attraktiv zu halten, räumen die Ingenieure ein, dass momentan nur eine 400 Volt-Ladearchitektur vorgesehen ist. Das wäre schon heute kaum mehr State-of-the Art.

Aus Asimo wird Betriebssystem

Punkten will Honda offensichtlich auf dem Gebiet der Software, unterstützt von selbstlernender, künstlicher Intelligenz. Und dafür holen die Japaner Asimo an Bord. Der kultige, humanoide Roboter, der in den Zweitausendern zum Star der Robotik wurde, gibt dem neuen Betriebssystem der 0-Serie seinen Namen: Asimo OS.

Kontinuierlich in Richtung Verhaltenssteuerung weiterentwickelt, hat sich Asimo genau „angeschaut“, was Kollege Mensch so treibt, was er wünscht, wie er sich verhält. Das neue, im Hause entwickelte System soll die Grundlage für automatisiertes Fahren nach Level 3 schaffen. Hierbei übernimmt das Fahrzeug das Steuer, der Fahrer kann sich anderen Dingen widmen. Die KI lernt derweil mit jedem Kilometer Mensch, Maschine und konkrete Fahrsituationen besser einzuschätzen.

Schöne neue Welt, der Honda auch mit Hilfe der künftigen Kooperationspartner Nissan und Mitsubishi in Zukunft wieder seinen Stempel aufdrücken möchte. Auf der CES erklärten die Japaner, so gar nicht asiatisch zurückhaltend, dass sie der erste Automobilhersteller werden wollen, der das Fahren ohne jeglichen Augenkontakt zur Straße unter allen erdenklichen Fahrsituationen ermöglichen will.

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