Logistik Audi forscht am KI-gestützten Pick-Prozess

Von Lina Demmel 2 min Lesedauer

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Audi erforscht zusammen mit zwei Fraunhofer-Instituten Pick-Prozesse mit KI und mobiler Robotik. Dazu gehören Eye-Tracking-Brillen für die Beschäftigten. 

Die Erprobung des Pick-Prozesses der Zukunft findet auf einer eigens eingerichteten Reallabor-Fläche in den Böllinger Höfen statt.  (Bild:  Audi AG)
Die Erprobung des Pick-Prozesses der Zukunft findet auf einer eigens eingerichteten Reallabor-Fläche in den Böllinger Höfen statt.
(Bild: Audi AG)

Audi Sport erforscht gemeinsam mit den Instituten Fraunhofer IAO und IPA die Zukunft des Pick-Prozesses in der Automobilfertigung. Der manuelle Kommissionierprozess, das Picking, beschreibt das Entnehmen und Zusammenstellen von Fahrzeugteilen aus verschiedenen Logistikbehältern – dem sogenannten „Supermarkt“ – zur Versorgung der Produktionslinie. Die Partner erforschen, welche technischen Ansätze sich für den Pick-Prozess bestmöglich in den Arbeitsalltag integrieren lassen – zum Beispiel, um die Auswahl falscher Teile zu minimieren, die Produktionsversorgung zu verbessern und die Beschäftigten körperlich zu entlasten.

Eine Besonderheit des Forschungsprojekts ist die sogenannte vorgeschaltete Bedürfnisanalyse. Dabei führten Beschäftigte den Pick-Prozess mit einer Eye-Tracking-Brille durch, die mithilfe von Infrarotkameras die Position und Bewegung der Augen erfasst. Durch die Brille lassen sich Daten ermitteln: zum Beispiel die Pupillendurchmesser und die Blickrichtung. So ist nachvollziehbar, wohin der Proband genau geschaut hat und welche Tätigkeiten mental am anstrengendsten sind.

Einsatzpotenziale von KI und mobiler Robotik

Die Erprobung findet auf einer eigens eingerichteten Reallabor-Fläche in den Böllinger Höfen statt. Auf einer abgegrenzten Fläche im Logistikbereich testen die Forschungspartner in einer realitätsgetreuen Kopie des „Supermarkts“, in dem der Pick-Prozess stattfindet, verschiedene technische Hilfsmittel und Ansätze. Das Ziel: Herausfinden, welche Einsatzpotenziale KI im manuellen Picking bietet – und wie sie den Menschen bestmöglich unterstützen kann.

Zum anderen prüfen die Forschungspartner die Einsatzpotenziale von mobiler Robotik. Die autonomen mobilen Knickarmroboter sind mit verschiedenen Greifern und einer 3D-Sensorik ausgestattet. Als Testbeispiele dienen echte Fahrzeugaufträge, um den Einsatz der KI- und Robotik-Systeme realitätsnah zu simulieren. Durch das wiederholte Testen und Evaluieren im realen Umfeld lassen sich die tatsächlichen Anforderungen an den Praxiseinsatz laut Audi besser erfassen und in den Entwicklungsprozess einbinden.

„Die Kleinserienfertigung in den Böllinger Höfen ist für solche Forschungszwecke ideal geeignet“, sagt Alexander Müller, Leiter Logistik der Audi Sport GmbH. „Wir produzieren unter anderem die Audi E-Tron GT-Familie. Diese Fahrzeuge haben einen hohen Individualisierungsgrad, was den Pick-Prozess durch die hohe Anzahl an unterschiedlichen Teilen besonders komplex und herausfordernd macht.“

Kompetenznetzwerk „AI25“ 

Mit dem Projekt baut Audi nach eigenen Angaben auf laufende Aktivitäten und die erfolgreiche Zusammenarbeit im Rahmen der Automotive Initiative 2025, AI25, auf. Sie besteht seit 2021 mit dem Fraunhofer IAO und weiteren Partnern. Die AI25 versteht sich laut Audi als Kompetenznetzwerk, um die digitale Transformation der Automobilfertigung voranzubringen. Im Reallabor Böllinger Höfe werden Lösungen aus der Zusammenarbeit in den Forschungsprojekten getestet und zur Serienreife entwickelt. Die Initiative ist laut Audi Teil eines ganzen Ökosystems, das in der Region Heilbronn rund um den Innovationspark für Künstliche Intelligenz entsteht. (thg)

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