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Vier Sekunden bis zur Hundert
Untermalt wird die Leistungsexplosion von einer Geräuschkulisse, die eher an einen großvolumigen V8-Ottomotor als an einen braven Turbodiesel erinnert. Ohne Nachhilfe funktioniert das allerdings nicht; Audi hat – wie schon beim 313-PS-Biturbo – links und rechts zwei Lautsprecher in der Auspuffanlage platziert, die das Umfeld mit grollendem Bass erfreuen. Die Fahrleistungen des Prototyps sprechen ebenfalls für sich: Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in vier Sekunden, 160 km/h sind in weniger als zehn Sekunden erreicht, und die 200-km/h-Marke wird in unter 16 Sekunden durchmessen. Schluss ist erst bei 280 km/h – und da gibt es noch Raum nach oben.
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48 Volt erforderlich
Die enorme Leistung des RS5 TDI führt übrigens zu keinem erhöhten Verbrauch. Tatsächlich konnte der Spritverbrauch gegenüber dem regulären V6-Biturbo sogar nochmals abgesenkt werden. Unter dem Strich dürften je nach Fahrzeugklasse im Zyklus sogar weniger als fünf Liter pro 100 Kilometer in die Brennkammern injiziert werden. Voraussetzung für die elektrische Aufladung ist ein separates 48-Volt-Bordnetz, mit dem bei zukünftigen Fahrzeugen auch noch weitere Verbraucher betrieben werden können. Momentan ist das System relativ aufwendig – und damit auch nur für Premiumfahrzeuge prädestiniert. Wie etwa die zweite Modellgeneration des Geländewagens Q7, in dem die erste Applikation des neuen Motors erwartet wird. Später dürfte er auch in A6 und A7 angeboten werden.
Ein Serienmodell?
Audi hat den Motor nicht zufällig in einem RS5-Prototypen verbaut. Vor allem wolle man Faszination wecken und Kundenreaktionen ausloten, sagt Dr. Stefan Knirsch, Leitung Aggregate. Doch die Kombination von agilem Turbodiesel und extrem sportlichem RS5 passt so gut, dass sich die Frage nach einem RS-Modell mit hochaufgeladenem TDI geradezu aufdrängt. Ausschließen will der Entwickler so ein Modell nicht: Ähnliche Diskussionen habe es bereits beim SQ5 gegeben, der in Europa mit dem 313-PS-Biturbo-TDI angeboten wird – mit spektakulärem Erfolg.
Diesel und „S“ passt also zusammen; ob ein Selbstzünder auch mit „RS“zusammengeht, darüber wird sich Heinz Hollerweger, frischgebackener Chef der quattro GmbH, in den nächsten Monaten vermutlich Gedanken machen. Der Abgesang auf den Diesel – er war wohl tatsächlich weit verfrüht.
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