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Video-Fahrbericht und -Interview Audi RS5 TDI Concept: Der Diesel auf der Überholspur

| Autor/ Redakteur: Jens Meiners / Thomas Günnel

Mit einem elektrisch und konventionell aufgeladenen Biturbo-TDI zeigt Audi, wieviel Potential noch im Diesel steckt.

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Mit einem elektrisch und konventionell aufgeladenen Biturbo-TDI zeigt Audi, wieviel Potential noch im Diesel steckt. Der RS5 TDI Concept hinterlässt dabei den deutlichen Eindruck, dass der Diesel noch lange nicht am Ende ist.
Mit einem elektrisch und konventionell aufgeladenen Biturbo-TDI zeigt Audi, wieviel Potential noch im Diesel steckt. Der RS5 TDI Concept hinterlässt dabei den deutlichen Eindruck, dass der Diesel noch lange nicht am Ende ist.
(Foto: Alexander Herold)

Eine Zeit lang schien es so, als sei der Dieselmotor schon wieder im Abstieg begriffen. Mit Turboaufladung und Direkteinspritzung technisch ausgereizt, unter hohen Baukosten und Gewichten leidend und inzwischen mit einer Abgasnachbehandlung belastet, die von Spöttern als „Chemiewerk“ bezeichnet wird, schien die jahrelange Diesel-Dominanz so langsam wieder dahinzuschmelzen. Und der Ottomotor, ohnehin mit größerer Drehfreudigkeit und spontanerem Antritt gesegnet, holt nun auch bei der Effizienz mit großen Schritten auf.

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Das Diesel-Potenzial

Jetzt zeigt Audi mit einem Hochleistungs-Dieselkonzept auf Basis des extrem sportlichen RS5 Audi, was aus dem Selbstzünder nach zukünftigem Stand der Technik herauszuholen ist. Schon die Eckdaten beeindrucken: 385 PS Spitzenleistung und 750 Newtonmeter Drehmoment aus glatten drei Litern Hubraum – damit lässt der neue Motor den 313 PS starken, bisherigen Spitzen-V6-TDI weit hinter sich und übertrifft sogar leicht den Reihen-Sechszylinder-Diesel von BMW, der mit drei sequentiell geschalteten Turboladern 381 PS und 740 Nm aus ebenfalls drei Litern Hubraum holt.

Im Gegensatz zum BMW bleibt der Audi beim Biturbo-Konzept, allerdings ergänzt um einen zusätzlichen elektrischen Kompressor, der beim Anfahren und beim Gasgeben zwischendurch bis zu zwei Sekunden lang einen extrem starken Drehmomentimpuls abgibt. Damit soll die turbotypische Anfahrschwäche und die für Dieselmotoren charakteristische Trägheit kompensiert werden. Von ihr sind auch die modernsten Turbodiesel nicht frei; kein Diesel tritt heute mit dem Biss auf, den ein sportlicher Ottomotor vorlegen kann.

Vorschub!

Dieser Audi allerdings kann es. Beim Ampelstart kann der RS5 TDI auf den ersten Fahrzeuglängen mit einem 560 PS starken RS6 mithalten; noch beeindruckender ist, wie er bei Zwischenspurts reagiert. Die per Gaspedal übermittelten Befehle werden praktisch ansatzlos umgesetzt – der von Valeo zugelieferte Verdichter benötigt nur 100 Millisekunden, bis er einsetzt und dann mit bis zu 70.000 Umdrehungen pro Minute zusätzliche Luft in den Motor schaufelt. Weil der E-Verdichter den vollen Ladedruck unabhängig von Drehzahl und Last liefert und damit ein extrem dynamisches Ansprechverhalten ermöglicht, können die Turbolader konsequent auf Hochleistung ausgelegt werden. Sie blasen mit bis zu 3,4 bar Ladedruck.

Und damit nicht genug: Der Dreiliter-TDI dreht frei nach oben heraus und jagt förmlich an die Schaltpunkte heran. Bei 5.500 U/min wird hochgeschaltet; subjektiv glaubt man, dass noch deutlich mehr ginge. Der ZF-8HP-Wandlerautomat passt übrigens sehr gut zur Motorcharakteristik. Noch zackiger würde das Audi-eigene Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe durchschalten, aber das ist mit dem schieren Drehmoment dieses Motors einfach überfordert.

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