Elektromobilität

Audis Projekthaus Hochvolt-Batterie

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Markeneigene Qualitätsanforderungen einhalten

Mit dem Projekthaus Hochvolt-Batterie entscheidet sich Audi dafür, Batteriezellen und -module nicht als „commodity“, also als Standardprodukt, zu behandeln, sondern frühzeitig in den Entwicklungsprozess einzusteigen und ihn für eigene Anwendungen zu definieren.

Im Projekthaus Hochvolt-Batterie arbeiten auf 3.500 Quadratmetern Fläche mehr als 100 Entwickler an neuen Batteriemodulen.
Im Projekthaus Hochvolt-Batterie arbeiten auf 3.500 Quadratmetern Fläche mehr als 100 Entwickler an neuen Batteriemodulen.
(Audi)

Dabei geht es auch darum, die markeneigenen Qualitätsanforderungen einzuhalten – zu denen unter anderem zehn Jahre Lebensdauer, 160.000 Kilometer Fahrleistung und Zuverlässigkeit im Spektrum von minus 25 bis plus 45 Grad Celsius gehören. Zu den Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkten zählen deshalb nicht zuletzt geeignete Kühlsysteme.

Die Module müssen darüber hinaus je nach Fahrzeug spezifische Package-Anforderungen erfüllen, um den Bauraum optimal auszunutzen und bei Gewichtsverteilung oder Aerodynamik das Potenzial der jeweiligen Fahrzeugarchitektur auszuschöpfen. „Die intensive Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen ist eine große Stärke unseres Ansatzes“, sagt Jens Koetz, Leiter Vernetzung und Energiesysteme, und fügt hinzu: „Sie führt zu intelligenten Lösungen.“

Batteriemodul-Endmontage und -Test

In Gaimersheim werden die Batteriemodule bis zur Endmontage komplett aufgebaut. Sie können auf Prüfständen und in Klimakammern unter widrigsten Umständen getestet werden. „Wir wollen alles, was das Fahrzeug bewegt, als Eigenleistung erbringen können“, bestätigt Ivo Muth, Leiter Elektrik/Elektronik Produktion bei Audi. Dazu würden in Zukunft nicht nur Batteriemodule zählen, sondern auch Elektromotoren, betont Ricky Hudi, Leiter der Elektrik- und Elektronik-Entwicklung bei Audi. Auch diesen Bereich zählt Audi künftig zur Kernkompetenz – schließlich will die Marke bis 2020 in jeder Baureihe ein batterie-elektrisch angetriebenes Modell anbieten. Plug-in-Hybride, deren Batterie ebenfalls am Stromnetz geladen werden kann, soll es bereits deutlich früher geben.

Eigene Großserienproduktion fraglich

Ob Audi auch in einem Großserienszenario alle Batteriemodule selbst bauen wird, ist noch nicht ausgemacht. Vielleicht wird das Thema teilweise ausgelagert – diese Entscheidung hängt unter anderem vom prognostizierten Markterfolg der Elektromobile ab, aber auch davon, ob die Zulieferer den besonders hohen Anforderungen der Automobilindustrie gerecht werden können. Wenn man den Ingenieuren in Ingolstadt glaubt, besitzt die E-Mobilität jedenfalls eine glänzende Zukunft.

(ID:33996480)