Auto Shanghai 2025 Das zeigen Automobilzulieferer in Schanghai

Von Lina Demmel 4 min Lesedauer

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Im zweiten Teil unserer Messeschau zur „Auto Shanghai“ blicken wir auf die Innovationen von Bosch, Brose, Forvia, Schaeffler und ZF.

Schaeffler zeigt auf der Auto Shanghai 2025 das erweiterte Portfolio für Elektrifizierung und Fahrwerk. (Bild:  Schaeffler)
Schaeffler zeigt auf der Auto Shanghai 2025 das erweiterte Portfolio für Elektrifizierung und Fahrwerk.
(Bild: Schaeffler)

Schaeffler präsentiert sich auf der diesjährigen Auto Shanghai erstmals nach dem Zusammenschluss mit Vitesco Technologies. Die ausgestellten Produkte umfassen Steuergeräte, 800-V-Siliziumkarbid-Leistungsmodule, integrierte Thermomanagementsysteme, Batteriemanagementsysteme bis zu Elektromotoren und hochintegrierten elektrischen Antrieben. Ein Höhepunkt sind die „PCB Embedded Power“ Module. Die neuartige Bestückungstechnik des PCB Embedded Packaging bietet laut Schaeffler im Vergleich zur traditionellen Bestückung eine geringere parasitäre Induktivität. Das reduziert die Schaltverluste des Wechselrichters, erhöht seinen Wirkungsgrad und verbessert die Gesamtleistung und Effizienz des Fahrzeugs bei geringeren Kosten für das Powermodul.

Schaeffler zeigt außerdem ein neues Getriebe in koaxialer Bauweise mit integriertem Kegelraddifferential, weiterer Gewichts- und Bauraumreduktion sowie einem Wirkungsgrad von bis zu 98,7 Prozent. Eine weitere Innovation ist das dedizierte Hybridmotor-Exponat mit Speichentilger und elektrischer Nockenwellenverstellereinheit.

Schaeffler zeigt zudem ein variables Dämpfersystem (VDS) und ein aktives Dämpfersystem (MDA). Das VDS ermöglicht eine kontinuierliche Dämpfungsanpassung für verbesserte Fahreigenschaften. Das MDA passt das Fahrwerk aktiv an die Straßenbedingungen an und ermöglicht so eine bessere Fahrzeugdynamik und einen höheren Fahrkomfort. Die Produktion des variablen Dämpfersystems beginnt noch in diesem Jahr im Schaeffler-Werk in Xiangtan. 

Neues Konzeptfahrzeug

Brose stellt in Schanghai erstmals sein neues Konzeptfahrzeug der Öffentlichkeit vor, welches von chinesischen Entwicklerteams mitgestaltet wurde. Ein digitaler Schlüssel interagiert über Licht- und Soundeffekte mit dem Nutzer und ermöglicht ein kontaktloses Öffnen und Schließen der Fahrzeugtüren. Technik wie Ultrabreitband-Ortung und Radar schaffen neue Möglichkeiten der Mensch-Fahrzeug-Interaktion – etwa durch automatische Heckklappenbetätigung oder Insassenerkennung. 

Gemeinsam mit dem Joint Venture Brose Sitech präsentiert das Unternehmen den „Zero-Gravity“-Liegesitz. Bei diesem sorgt eine neuartige Y-Bewegung für flexible Raumaufteilung, während haptisches Feedback direkt im Sitz das In-Car-Entertainment verbessert. Für mehr Komfort sorgen Nackenwärmer, Massagefunktion, Sitzheizung und Ambientebeleuchtung. Zeitgleich gewährleisten moderne Gurt- und Airbag-Systeme hohe Sicherheitsstandards.

Demonstrator für mittelgroße Fahrzeuge

Forvia präsentiert auf der Auto Shanghai zum weltweit ersten Mal seinen Demonstrator Saphir, der an das Segment mittelgroßer Fahrzeuge mit flacher Karosserie angelehnt ist. Saphir greift zentrale Entwicklungen des Fahrerlebnisses im Fahrzeug auf – mit neuen Designansätzen und vielseitigen Fahrzeugnutzungen. 

Der Zulieferer ist zudem mit mehreren Produkten für Fahrzeugelektronik präsent. Dazu gehören die elektronische Sicherung „iConF“, der Radar „ForWave7e“ aus der 77-GHz-Radarfamilie, das Skyline-Pillar-to-Pillar-Display, das Warnhinweise auf die Windschutzscheibe projiziert, sowie „Kids Care“. Diese Funktion verwandelt das Abbild des Beifahrers in KI-gesteuerte, unterhaltsame Avatare auf einem Bildschirm an der Rückseite der Vordersitze, um Kinder während der Fahrt zu unterhalten.

Im Bereich Innenraum präsentiert der Zulieferer „AirVision“, ein Display-System mit intuitiver Blicksteuerung sowie die neue Generation der transparenten Tür, die eine Echtzeit-Sicht nach außen bietet und Warnhinweise an die Fahrzeuginsassen gibt. Der Fahrersitz „Safe 45“ lässt sich mit Blick auf künftige Sicherheitsvorschriften während der Fahrt um 45 Grad zurückneigen.

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Neue ADAS-Produkt-Familie

Bosch stellt seine neue ADAS-Produkt-Familie für assistiertes Fahren und Parken bis SAE-Level 2 vor. Es gibt sie in drei Ausstattungsvarianten, für das Einstiegssegment, die Mittelklasse und die Oberklasse. Die Varianten unterscheiden sich je nach Umfang der Software, der Anzahl und Kombination an Sensoren sowie der benötigten Rechenleistung. Die Hardware- und Software-Komponenten kommen sowohl als systemische Komplettlösung als auch losgelöst voneinander auf den Markt. Die Ausstattungsvariante für Mittel- und Oberklasse soll Mitte dieses Jahres in Serie gehen.

Der neue Bosch-Radarsensor verfügt über einen eigens von Bosch entwickelten Rechenchip (SoC) und nutzt die „RF CMOS-Technik“, die Hochfrequenz- und digitalen Schaltungen auf einem Chip integriert. Die neue Multifunktionskamera ermöglicht mit ihrem Acht-Megapixel-Bildsensor, einem horizontalen Sichtfeld von 120 Grad und einer Erkennungsreichweite von bis zu 300 Metern unterstützende Fahr- und Parkfunktionen bis SAE-Level 2. Sie dient als zentrale Schnittstelle für die Fusion verschiedener Sensordaten. 

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Vernetztes Fahrwerkkonzept

ZF präsentiert sich unter anderem mit seinem vernetzten Fahrwerkkonzept "Chassis 2.0". Die fahrwerkspezifische ZF-Software "cubiX" sorgt darin für ein abgestimmtes Zusammenspiel aller Aktuatoren wie Lenkung, Bremse und Dämpfer in jeder Fahrsituation. By-Wire-Techniken spielen im Chassis 2.0 eine Schlüsselrolle. Außerdem unterbindet die aktive Fahrwerktechnik "sMOTION" Nicken und Wanken des Fahrzeugs bei Lenk-, Beschleunigungs- und Bremsmanövern. Es beruht auf dem adaptiven ZF-Dämpfungssystem CDC mit zwei externen Ventilen, die jeweils unabhängig die Druck- und die Zugrichtung des Dämpfers regeln.

ZF stellt auf der Messe zudem sein neu entwickeltes elektrisches Range-Extender-System vor, welches Generator- und Fahrmodus mit einem elektrischen Antriebssystem realisiert. Es ist für den Allradantrieb mit erweiterter Reichweite geeignet, ohne dass ein zweites Antriebssystem erforderlich ist und lässt sich kompakt und einfach in den Motorraum integrieren. Zudem können Elektro- und Verbrennungsmotor jeweils mit hohem Wirkungsgrad für Stromerzeugung bzw. Antrieb betrieben werden.