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Welche Veränderungen erwarten Sie denn?
Ich glaube, es wird zum Beispiel bei den Sitzen Revolutionen geben. Da wird nicht mehr alles zugepolstert und noch eine dicke Plastikschale dahintergesetzt, sondern es wird offener gearbeitet wie im Funktions- und Sportbereich. Schauen Sie sich die Kleidung für Rad- oder Skifahrer an: Es gibt fantastische Klimamaterialien, mit denen man sich zum Beispiel die Sitzheizung sparen kann. Bedruckte Stoffe mit einer Reliefoptik wirken ebenfalls sehr interessant. Wir stehen da noch ganz am Anfang.
Also entfernen wir uns so langsam von der Pseudo-Hochwertigkeitsästhetik, von der automobilen "guten Stube"?
Ja. Es gibt auch schon Schritte in die richtige Richtung. Zum Beispiel beim VW up: Das offene Blech im Interieur ist einfach ehrlich. Es muss nicht immer alles verkleidet sein.

Aber wir bleiben eingemauert in unseren Panzer – oder kommt die Verglasung wie bei den jüngsten BMW-Prototypen?
Da bin ich ehrlich gesagt skeptisch. Es wird durchaus Luxus stattfinden. Aber er wird sich nicht immer nach außen mitteilen.
Und die Materialanforderungen? Die Interieurs müssen noch nach 20 bis 30 Jahren wie neu aussehen, obwohl man nach wenigen Jahren kaum noch eine grüne Plakette fürs Auto bekommt.
Hinter diesen Anforderungen – sie sind beim VW-Konzern und bei den amerikanischen Marken tendenziell am striktesten – ist inzwischen ein großes Fragezeichen gesetzt. Die meisten Hersteller halten noch daran fest, aber das ist bei vielen eigentlich nur noch eine Form von Bürokratie. In Asien sind die Anforderungen teils deutlich geringer, insbesondere in China. Das bringt den betreffenden Herstellern natürlich erhebliche Kostenvorteile. Außerdem kann man mit neuen Materialien weitaus kreativer sein.
Welche Bedienkonzepte kommen auf uns zu?
Eine ganze Palette von Funktionen, von der Spracheingabe bis hin zu berührungsempfindlichen Oberflächen, die eine taktile Rückmeldung geben müssen, um dem Sicherheitsgefühl des Fahrers gerecht zu werden. Es wird Entwicklungen wie bei Smartphones geben. Aber zumindest das Lenkrad wird wohl rund bleiben – auch wenn es dafür eigentlich keinen Grund mehr gibt.
Weil das Auto von alleine fährt?
Ja, unter anderem deshalb – und weil der Input elektronisch übermittelt wird. Vielleicht bleibt in Zukunft nur noch ein Ring übrig, damit der Fahrer ab und zu etwas in der Hand halten kann. Ob man das Ganze dann noch Lenkrad nennt oder anders, bleibt offen.
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