AlixPartners Ausblick

Autostudie 2015: Neue Konsolidierungswelle kommt

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Konsolidierung der Autoindustrie

Im vergangenen Jahrzehnt beobachteten die Branchenkenner, dass die Autoindustrie weltweit einen Großteil ihrer Gewinne meist direkt reinvestiert hat, vor allem in Forschung und Entwicklung. Die Situation hat sich in den letzten Jahren merklich verbessert, allerdings gilt dies laut AlixPartners nicht für den Durchschnitt der Volumenhersteller wie FCA, Ford, PSA oder Renault-Nissan. Diese Hersteller sind auch absatzseitig unter Druck gekommen, weil viele Premium-Hersteller mit kleineren Modellen in ihr Segment eingedrungen sind. Außerdem bieten die sogenannten Value Brands wie Dacia und Hyundai/Kia vergleichbare Fahrzeuge zu einem günstigeren Preis an.

„Zusammengefasst zeigen unsere Zahlen: Die Massenhersteller müssen neue Wege finden, um die für das Auto der Zukunft nötigen Investitionen und Forschungsausgaben bezahlen zu können“, erklärt Jens Wiese, Automobilexperte und Director bei AlixPartners.

Weiterer Druck auf die Hersteller droht durch Überkapazitäten in den Schwellenländern, vor allem in Brasilien und Russland. AlixPartners rechnet damit, dass der schrumpfende Markt die Auslastung der Werke in Brasilien auf 50 Prozent senken könnte, in Russland sogar auf 35 Prozent. In Europa wird das erwartete Marktwachstum die bereits seit Jahren bestehenden Überkapazitäten nicht beseitigen.

„Skalierung war ein entscheidender Faktor für die Profite in den vergangenen Jahren. Dieser Faktor könnte noch wichtiger werden, da Megaplattformen nun vermehrt Realität werden und die meisten Investitionen in C.A.S.E.-Technologien nur einmal fällig sind. Die Kosten lassen sich über sämtliche Plattformen hinweg auf alle verkauften Modelle umlegen“, erläutert Elmar Kades, Managing Director bei AlixPartners.

Keine schnellen Effekte

In den vergangenen Jahrzehnten kam es in mehreren Wellen zu Zusammenschlüssen in der Automobilindustrie. Geographische Expansion war der Grund für die Übernahme von Mazda durch Ford oder die Fusion zwischen Daimler und Chrysler. Liquiditätsgetrieben waren die Allianz von Renault und Nissan sowie die schrittweise Übernahme von Chrysler durch Fiat. Die jüngste Welle wurde vom Interesse aufstrebender chinesischer und indischer Hersteller an westlichen Technologien und Marken getrieben: Tata stieg bei JLR ein und Geely bei Volvo.

Solche Zusammenschlüsse, die durch Skaleneffekte und Kapitalrentabilität getrieben werden, brächten allerdings keine schnelle Entspannung. Synergien können die Profitabilität um 1,5 bis 2 Prozentpunkte erhöhen, brauchen aber nach Erfahrung von AlixPartners in der Regel mindestens fünf bis sechs Jahre, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Anfangs entstehen zunächst Einmalkosten und Restrukturierungsaufwendungen. Der Schlüssel, um solche Zusammenschlüsse erfolgreich zu bewältigen: ein starkes und bewährtes Management und eine vorsichtige Herangehensweise an die großen Integrationsthemen wie Produkt- und Technologieportfolio, Organisationsstruktur und Unternehmenskultur. Erst eine erfolgreiche Integration schafft die notwendige Basis, um die Synergiepotenziale ausschöpfen zu können.

Über die Studie

„C.A.S.E. – Car of the Future: The AlixPartners Global Automotive Outlook 2015“ basiert auf Experteninterviews und der Auswertung der Finanzkennzahlen von mehr als 300 weltweit tätigen Automobilzulieferern und globalen Automobilherstellern.

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